Mehr Qualität, höhere Patientensicherheit

Die BARMER spricht sich für eine zügige Qualitätsoffensive in der Krankenhausversorgung nach der Regierungsbildung aus. Wie die erforderlichen Schritte aussehen könnten, geht aus einem Konzept hervor, das die Krankenkasse am heutigen Donnerstag in Berlin vorgestellt hat. Zentrale Elemente sind eine neue Versorgungsplanung mit einem Stufenkonzept, mehr Konzentration in der Krankenhausversorgung und ein weiterentwickeltes Vergütungssystem. „Obwohl unser Gesundheitswesen die Corona-Krise grundsätzlich gemeistert hat, ist eine Reform des Krankenhaussektors überfällig. Die künftige Bundesregierung sollte konkrete Schritte im Koalitionsvertrag verankern, um die Krankenhausversorgung fit für die Zukunft zu machen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der BARMER, Prof. Dr. med. Christoph Straub anlässlich der Präsentation der neuen Ausgabe der jährlich erscheinenden Schriftenreihe „Gesundheitswesen aktuell“. Bei einer derartigen Neuordnung der Krankenhauslandschaft stehe gerade nicht die Anzahl der Kliniken oder deren Reduktion im Fokus, sondern die Qualität der Versorgung und die Patientensicherheit. Nur solche Krankenhäuser sollten Patientinnen und Patienten mit schweren Erkrankungen behandeln, die über die entsprechende technische und personelle Ausstattung verfügten.

Planung nach Versorgungsstufen für mehr Sicherheit und Qualität

Das Konzept der BARMER sehe in einem ersten Schritt eine Reform der bisherigen Krankenhausplanung vor, basierend auf drei Versorgungsstufen. Demnach solle es weiterhin ausreichend Kliniken geben, die die wohnortnahe Grund- und Regelversorgung abdeckten, während Maximal- und Spezialversorger komplexere Behandlungen und Eingriffe vornähmen. Forschungsorientierte Kompetenzzentren sollten komplizierte und seltene Erkrankungen behandeln. Darüber hinaus müssten Instrumente zur Qualitätssicherung stärker in den Mittelpunkt rücken. „Die Einhaltung von bestehenden Mindestmengen ohne Ausnahmen sollte in Krankenhäusern verpflichtend werden, damit medizinische Eingriffe nur dort stattfinden, wo Behandlungsteams über die erforderliche Erfahrung verfügen und die Abläufe eingespielt sind. Dies würde zu einer Spezialisierung der Krankenhäuser führen und wäre ein enormes Plus an Sicherheit im Sinne der Patientinnen und Patienten“, sagte Straub. Denn Erfahrung und Routine seien die entscheidenden Schlüssel für mehr Qualität im Krankenhaus und bessere Behandlungsergebnisse.

Krankenhausvergütung weiterentwickeln

Das BARMER-Konzept plädiere zudem für eine Reform der Krankenhausvergütung. Die Bezahlung nach Fallpauschalen habe sich grundsätzlich bewährt, allerdings müssten auch sie nun weiterentwickelt werden, so Straub. Die Pauschalen sollten künftig nach Versorgungsstufen differenziert werden. Dies würde auch den Anreiz zu mehr Qualität in den Krankenhäusern stärken. Zielgenauere Fallpauschalen seien aber nur ein erster Schritt. „Um die Grenzen zwischen dem ambulanten und dem stationären Bereich zu überwinden, benötigen wir perspektivisch ein sektorenübergreifendes Vergütungssystem. Dieses sollte Anreize zur Ambulantisierung stationärer Leistungen mit vertragsärztlicher Leistungserbringung, zu sektorenübergreifender Kooperation und zu bedarfszentrierter Patientenorientierung setzen“, so Straub. Ein Ausgangspunkt dafür könne die Überarbeitung und deutliche Ausweitung des Katalogs für Ambulante Operationen in Richtung auf einen Katalog ambulanter Leistungen sein. Die erweiterten ambulanten Behandlungsmöglichkeiten könnten somit noch stärker genutzt und ausgebaut werden, gemäß dem Grundsatz „ambulant vor stationär“.

Mehr Mittel zur Finanzierung der Investitionskosten

Darüber hinaus gebe es auch Handlungsbedarf bei den Investitionskosten im Krankenhausbereich. Weil die Bundesländer ihren Verpflichtungen nicht ausreichend nachkämen, müssten die Kliniken ihre laufenden Betriebsmittel verstärkt zweckentfremden. Das BARMER-Konzept fordere daher eine deutliche Anhebung der Mittel zur Finanzierung von Investitionen, an der sich neben dem Bund auch die Krankenkassen beteiligen könnten. Dafür müssten sie ein Mitwirkungsrecht bei der Krankenhausplanung bekommen. „Eine neue Bundesregierung sollte den Umbau der Krankenhauslandschaft zügig in Angriff nehmen. Je schneller, desto besser“, sagte Straub.

Das BARMER-Konzept zur Reform des Krankenhausbereichs steht zum Download bereit unter: www.barmer.de/p017390.

Vertiefende Informationen zur Reform bietet die aktuelle Ausgabe von „Gesundheitswesen aktuell“ unter: www.barmer.de/p006299.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

BARMER
Axel-Springer-Straße 44
10969 Berlin
Telefon: +49 (800) 3331010
Telefax: +49 (800) 3330090
http://www.barmer.de/

Ansprechpartner:
Athanasios Drougias
Leiter Unternehmenskommunikation
Telefon: +49 (800) 333004991421
Fax: +49 (1850099) 1459
E-Mail: Athanasios.Drougias@barmer.de
Sunna Gieseke
Presseabteilung
Telefon: +49 (800) 333004998031
E-Mail: sunna.gieseke@barmer.de
Für die oben stehende Pressemitteilung ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.

counterpixel