Exportbeschränkungen müssen regionalisiert werden

Der Thüringer Bauernverband (TBV) befürchtet als Folge des ersten Falls der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland einen Preisverfall für Schweinefleisch, der viele Thüringer Schweinhalter*innen vor existenzielle Probleme stellen kann. „Der Befund hat weitreichende Folgen für alle Schweinehalter*innen hierzulande. Es ist zu befürchten, dass der Export und damit auch der Preis für Schweinefleisch einbrechen wird, da die meisten Staaten, wie China, nur Fleisch aus ASP-freien Ländern akzeptieren“, so TBV-Präsident Dr. Klaus Wagner. Ein Preisverfall war auch in Belgien die Konsequenz, nachdem dort im September 2018 ein ASP-Fall bestätigt worden war.

Gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie werden die Folgen der ASP aus Sicht des TBV besonders gravierend sein: „Der Preis, den die Landwirt*innen für ihre Mastschweine erhalten, ist in den letzten Monaten aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Schließung des Tönnies-Schlachthofes bereits enorm unter Druck geraten, so dass seit April der Umsatz in der Schweinemast die Vollkosten nicht mehr decken kann. Der jetzt zu befürchtende Preisverfall kann die Betriebe wirtschaftlich nochmals hart treffen“, so der Bauernpräsident. Eine Verstärkung des ohnehin schon anhaltenden Bestandsabbaus der letzten Jahre ist daher nicht auszuschließen. Um dem entgegenzuwirken, fordert Wagner, auch die Unterstützung der Politik: „Wir erwarten, dass sich die Bundesregierung jetzt massiv für eine Anerkennung der Regionalisierung durch Drittstaaten einsetzt. Exportbeschränkungen dürfen nur dort wirken, wo die ASP auch aufgetreten ist. Nur so wird es möglich sein, weiter Schweinefleisch aus Regionen wie Thüringen zu exportieren, die nicht von der ASP betroffen sind.“

Gestern war ein in Brandenburg tot aufgefundenen Wildschwein positiv auf das Virus der Afrikanischen Schweinepest getestet worden. Entsprechend der Schweinepest-Verordnung werden nun rund um den Fundort drei Zonen festgelegt, in denen unterschiedliche Restriktionen gelten. Ziel ist es, die Virusausbreitung zu unterbinden und dieses zu tilgen. Besonders betroffen sind diejenigen Betriebe, die in diesen Restriktionszonen liegen. Das Verbringen von Schweinen, z.B. zur Schlachtung, ist grundsätzlich verboten und nur unter äußerst strengen Auflagen möglich. Massiv werden aber auch die Auswirkungen sein, die den gesamten Schweinesektor treffen, also auch die Betriebe, die nicht innerhalb dieser Restriktionszonen liegen. Der Export in Drittländer wie China wird zum Erliegen kommen, da die meisten Länder nur Fleisch aus ASP-freien Ländern akzeptieren.


Im letzten Jahr wurden insgesamt 2,87 Millionen Tonnen Schweinefleisch aus Deutschland exportiert. Deutschland ist auf diesen Export von Schweinefleisch angewiesen, da von einem Schlachtkörper auf dem deutschen Markt nur rund 60 Prozent vermarktet werden können, weil hierzulande hauptsächlich Edelteile nachgefragt werden.

Hintergrund
Das Virus der Afrikanischen Schweinepest breitet sich seit 2007 von Georgien über Osteuropa flächendeckend aus. In vielen osteuropäischen Ländern wie Polen oder Ungarn ist die Seuchensituation nicht unter Kontrolle. Hier haben sich flächendeckend auch Hausschweine mit dem Virus infiziert. Während das Virus für den Menschen völlig ungefährlich ist, sterben nahezu alle infizierten Schweine innerhalb einer Woche. Das Virus ist extrem widerstandsfähig und bleibt über lange Zeit infektiös. Im Blut ist es z.B. bis zu 70 Tage, in konserviertem Schinken sogar bis zu sechs Monate ansteckend. Verbreitet wird das Virus vor allem durch Wildschweine und Menschen. Menschen tragen z.B. dazu bei, indem sie infizierte Lebensmittelabfälle unsachgemäß entsorgen, so dass diese von Wildschweinen gefressen werden können.

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