Auswirkungen der Coronakrise: MINT-Lücke verringert sich im Frühjahr um mehr als 50 Prozent – Digitalisierung ist Schlüssel zur Bewältigung der Krise – IT-Kräfte weiterhin stark nachgefragt

Die Coronakrise und der damit verbundene Rückgang offener Stellen macht sich auch im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) stark bemerkbar. Die MINT-Lücke verringert sich im April gegenüber dem Vorjahresmonat um 51 Prozent auf 152.600. Gegenüber dem langjährigen Durchschnitt aus den Jahren 2014 bis 2019 ergibt sich für den Monat April ein Rückgang um 29 Prozent. Das zeigt deutlich die Auswirkungen der Krise im MINT-Bereich.

Ein völlig anderes Bild zeigt sich bei den IT-Kräften: Die Lücke bleibt im April 2020 weiterhin groß mit 39.700 und liegt damit sogar um vier Prozent über dem langjährigen Durchschnitt. Hier verstärkt die aktuelle Krise durch die gestiegenen Digitalisierungsanforderungen den Bedarf an IT-Fachkräften zusätzlich.

Prof. Dr. Axel Plünnecke, Leiter Kompetenzfeld Bildung, Zuwanderung und Innovation am Institut der deutschen Wirtschaft Köln: „Die Digitalisierung ist ein wichtiger Schlüssel, um die Herausforderungen der Coronakrise zu meistern. Unternehmen digitalisieren ihre Geschäftsmodelle, um das Kerngeschäft zu sichern und die Nachfrage der Kunden bedienen zu können. Unternehmensbefragungen zeigen bereits unmittelbar vor der Coronakrise, dass die Verfügbarkeit von Fachkräften dabei das zentrale Hemmnis für die Implementierung digitaler Geschäftsmodelle darstellt. Auch die öffentliche Verwaltung muss dringend digitalisiert werden, damit nicht durch fehlende Baugenehmigungen oder Zulassungen Wertschöpfung verhindert wird.“


Dr. Michael Stahl, Geschäftsführer Bildung und Volkswirtschaft des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall: „Die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie stehen vor immensen Herausforderungen durch Digitalisierung und Strukturwandel, die nun durch den tiefen konjunkturellen Einbruch infolge der Coronakrise erheblich verschärft werden. Gleichzeitig ist die Sicherung des MINT-Nachwuchses für die Industrie besonders wichtig, denn mehr als die Hälfte aller M+E-Beschäftigten sind MINT-Fachkräfte und rund 38 Prozent aller MINT-Beschäftigten arbeiten in der M+E-Industrie. Nur über Qualifikation und Innovation können die Weichen für nachhaltiges Wachstum in der Zukunft gestellt werden.“

Thomas Sattelberger MdB, Vorstandsvorsitzender der Initiative „MINT Zukunft schaffen“: „Gerade durch die Coronakrise wird deutlich, wie sehr wir die MINT-Experten brauchen, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern und unseren Wirtschaftsstandort digital und zukunftsfest aufzustellen. Der MINT-Bereich bietet also auch in Zukunft Chancen für Bildungsaufsteiger. Aktuell droht jedoch durch die Situation an den Schulen während der Coronakrise eine Zunahme der Bildungsarmut. Das Bildungssystem war und ist auf die digitale Zukunft nicht vorbereitet. Nur ein geringer Teil der Lehrkräfte hat bisher digitalisierungsbezogene Fortbildungen absolviert und deren Inhalte im Unterricht angewendet, vielerorts fehlt die digitale Infrastruktur an Schulen sowie die Ausstattung der Schüler und Schülerinnen mit digitalen Endgeräten. Es müssen jetzt außerdem dringend Lehr- und Lernkonzepte erarbeitet und der Digitalpakt zügig umgesetzt werden. Die rund 40.000 Schulen in Deutschland sollten bei der Digitalisierung durch IT-Experten unterstützt werden. Hierfür sind zusätzlich rund 20.000 IT-Kräfte nötig.“

Der MINT-Report wird zweimal jährlich vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt. Die Studie entsteht im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen“.

Den MINT-Frühjahrsreport 2020 finden Sie hier.

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