Bürgschaftsbank Baden-Württemberg: Rund 200 Millionen Euro für KMU in der Corona-Krise

Die Corona-Krise hat verheerende Folgen für die Unternehmen im Land, insbesondere die kleinen und mittleren Firmen sind durch den angeordneten Shut-down in ihrer Existenz bedroht. Viele von ihnen suchen Unterstützung bei der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg, die in den ersten vier Monaten des aktuellen Geschäftsjahres 800 Genehmigungen mit einem Kredit- und Beteiligungsvolumen von über 193 Millionen Euro erteilt hat. Das ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum bei der Anzahl ein Plus von einem Drittel und beim Volumen von einem Viertel. Lesen Sie dazu unsere Pressemitteilung.

Wie hoch der Bedarf der Unternehmen aktuell ist, zeigen die folgenden Zahlen: So haben sich die Genehmigungen im April gegenüber dem Vorjahresmonat mehr als verdoppelt, allein in diesem Zeitraum wurden Liquiditätskredite in Höhe von über 100 Millionen Euro von der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg verbürgt. Bis Ende April erreichten das Förderinstitut mehr als 1.000 Anträge mit einem Kreditvolumen von über 250 Millionen Euro.

Viele Wirtschaftszweige sind vom Shut-down massiv beeinträchtigt, da Lieferketten unterbrochen sind und Umsätze wegbrechen. Wie das von der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg genehmigte Kredit- und Beteiligungsvolumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Januar-April) zeigt, sind bis dahin gut florierende Branchen wie Dienstleistungen (+52,7%), Hotellerie/Gastronomie (+51,4%), das Handwerk (+42,5%) und auch der Handel (+17,9%) sehr stark betroffen.

Um den Unternehmen in der derzeitig äußerst schwierigen Situation noch besser unter die Arme greifen zu können, haben der Bund und das Land die Fördermöglichkeiten über die Bürgschaftsbank erweitert. Diese Maßnahmen umfassen unter anderem die Verdoppelung der Bürgschaftsobergrenze auf 2,5 Millionen Euro (bisher 1,25 Millionen Euro). Für darüber hinaus gehende Beträge bis 20 Mio. Euro bietet die L-Bank ein erweitertes Angebot. Ergänzend dazu wurde die Rückbürgschaft des Bundes und des Landes um insgesamt 15-Prozent-Punkte erhöht, insbesondere damit auch für den Betriebsmittelbedarf Bürgschaftsquoten bis 80 Prozent möglich werden. Um Entscheidungen beschleunigen zu können, wurde zudem die Eigenkompetenz mit einem Bürgschaftsbetrag bis 250.000 Euro festgelegt, so dass innerhalb weniger Tage entschieden werden kann. Die erweiterte Absicherung der Kredite über Bürgschaften erleichtert den Zugang zu Krediten: So können Unternehmen, die ein funktionierendes Geschäftsmodell haben und vor Ausbruch der Krise kapitaldienstfähig waren, stabilisiert werden.

„Wir waren sehr positiv überrascht, wie schnell die Auszahlung erfolgt ist und wie reibungslos alles lief“, betont Dominik Tress. Die Tress Gastronomie GmbH & Co. KG gehört schon seit mehreren Jahren zum Portfolio der Bürgschaftsbank. Der Familienbetrieb, zu dem neben einem Hotel, verschiedene Restaurants, Eventlocations und Convenience-Produkte gehören, war aufgrund des Shut-downs besonders von der Krise betroffen. Und so hat die Familie Tress für das vor zwei Jahren neu eröffnete Bio-Restaurant Heimatküche in Riedlingen-Bechingen einen Betriebsmittelkredit aufgenommen, der durch eine 80-prozentige Bürgschaft abgesichert wird, um die Folgen der Corona-Krise abzufedern.

Bürgschaftsbank-Vorstand Guy Selbherr erklärt: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Unternehmen im Land in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen und unser Angebot weiter an ihre Bedürfnisse anzupassen. Im Fokus unserer Unterstützung steht dabei, möglichst vielen Unternehmen über diese schwierige Phase, gerade auch in Ergänzung zu den Angeboten des Bundes zu helfen. Die Stärke unseres Bürgschaftsangebotes liegt vor allem in der Flexibilität bezüglich Laufzeiten oder der abzusichernden Finanzierungsmittel (Förderdarlehen, Hausbankdarlehen, KK), aber auch in der Bereitstellung von Mezzanin-Angeboten über die MBG.“

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