Die aktuelle Krise: Rohstoff- und Energiekosten als Herausforderungen für die Verpackungsindustrie
Der Verpackungssektor ist seit Monaten mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert. Die Rohstoffpreise steigen kontinuierlich, insbesondere bei energieintensiven Materialien wie Karton und Kunststoff. Der russische Krieg gegen die Ukraine, die Krise im Nahen Osten, Lieferengpässe und volatile Energiemärkte verteuern die Herstellung von Kartonverpackungen zunehmend. Auch Anbieter von Mehrwegverpackungen aus Kunststoff spüren die Auswirkungen der Energiekrise deutlich, da Produktion, Reinigung und Logistik dieser Verpackungen große Mengen an Strom und fossilen Brennstoffen erfordern.
Das Ergebnis: Unternehmen suchen zunehmend nach Alternativen, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch nachhaltig sind. Erneuerbare Rohstoffe wie Holz rücken dabei in den Mittelpunkt, da sie durch regionale Produktion und nachhaltige Forstwirtschaft eine resiliente und umweltfreundliche Option bieten.
Regionale Produktion durch Familienunternehmen: Das Beispiel der GROW-Obst- und Gemüsekisten
Familiengeführte Unternehmen spielen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung nachhaltiger Verpackungslösungen. Das Beispiel von Obst- und Gemüsekisten aus Holz mit dem GROW®-Logo zeigt, wie regionale Wertschöpfung und kurze Lieferwege dazu beitragen, die Wirtschaft zu stabilisieren und Arbeitsplätze zu sichern. Diese Holzverpackungen werden aus heimischem Holz hergestellt, das nach strengen Nachhaltigkeitskriterien bewirtschaftet wird. Das Ergebnis sind Produkte, die nicht nur umweltfreundlich sind, sondern auch soziale Verantwortung übernehmen.
Holzkisten überzeugen durch ihre Vielseitigkeit und Langlebigkeit. Sie sind stapelbar, robust und tragen durch ihre lange Nutzungsdauer zur Ressourcenschonung bei. Die regionale Produktion vermeidet CO2-intensive Transportwege und hält die Wertschöpfung in der Region. Das stärkt die lokale Wirtschaft und macht Familienunternehmen widerstandsfähiger gegenüber internationalen Krisen und Preisschwankungen.
Das LCA-Urteil: Holzverpackungen sind nachhaltiger. Kartonverpackungen gelten traditionell als umweltfreundlich, da sie überwiegend aus Recyclingpapier bestehen. Ihre Herstellung ist jedoch energie- und wasserintensiv und von globalen Rohstoffmärkten abhängig. Steigende Kosten machen Karton insbesondere für kleinere Unternehmen zunehmend unattraktiv. Mehrwegverpackungen aus Kunststoff werden häufig als nachhaltige Alternative vermarktet, da sie mehrfach verwendet werden können. Ihr ökologischer Nutzen ist jedoch aufgrund des hohen Energiebedarfs für Produktion, Transport und Reinigung umstritten.
Laut einer aktuellen LCA-Studie der Polytechnischen Universität Valencia bietet Holzverpackung wie etwa Holzkisten deutliche Vorteile in mehreren Wirkungskategorien, darunter Treibhauspotenzial und Verbrauch abiotischer Ressourcen. Holz stammt aus regionalen Rohstoffen, benötigt über seinen Lebenszyklus weniger fossile Energie, ist biologisch abbaubar und kann am Ende seiner Nutzungsdauer recycelt oder energetisch verwertet werden. Im Gegensatz zu Karton und Kunststoff, die häufig Zielkonflikte zwischen Erneuerbarkeit und Wiederverwendung aufweisen, erfüllt Holzverpackung bei einer Bewertung von der Wiege bis zur Bahre die zentralen Nachhaltigkeitskriterien durchgängig.
EU-Bemühungen zur Optimierung von Verpackungen: Die PPWR als Leitlinie
Die Europäische Union hat mit der Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) einen neuen Rahmen geschaffen, um den Verpackungseinsatz zu optimieren und den Abbau von Kunststoffverpackungen voranzutreiben. Ziel ist es, den Einsatz von Einwegverpackungen drastisch zu reduzieren und den Übergang zu nachhaltigeren Materialien zu beschleunigen. Die PPWR fördert Mehrweg- und Recyclinglösungen und minimiert den Materialeinsatz.
Von Familienunternehmen hergestellte Holzverpackungen passen gut in dieses Konzept. Sie können am Ende ihrer Lebensdauer recycelt oder energetisch genutzt werden. Die PPWR erkennt Holz als nachhaltigen Rohstoff an, verlangt jedoch einen klaren Nachweis von Herkunft und Verarbeitung, um die Nachhaltigkeit sicherzustellen. In vielen EU-Mitgliedstaaten ist die wiederholte Nutzung von Holzverpackungen für denselben Zweck jedoch nicht zulässig, insbesondere wenn es um den Kontakt mit Lebensmitteln geht. Eine Wiederverwendung außerhalb des Lebensmittelkontakts ist erlaubt. Deshalb benötigt leichte Holzverpackung eine Ausnahme von strengen Mehrwegpflichten.
Holzverpackungen: Beitrag zu Nachhaltigkeit und Reduzierung von Kunststoffen
Holzverpackungen bieten zahlreiche Vorteile. Sie sind klimaneutral, da das während des Baumwachstums aufgenommene CO2 beim Verrotten oder bei der energetischen Nutzung wieder freigesetzt wird. Regionale Produktion und kurze Transportwege minimieren die Umweltbelastung zusätzlich. Darüber hinaus sind Holzverpackungen robust und vielseitig, was ihren ökologischen Fußabdruck weiter verringert.
Im Vergleich zu Verpackungen aus Kunststoff und Karton punkten Holzprodukte mit ihrer natürlichen Kreislauffähigkeit. Sie können Kunststoffe dort ersetzen, wo diese nicht zwingend erforderlich sind, und unterstützen die Entwicklung lokaler Wirtschaftskreisläufe. Darüber hinaus tragen sie dazu bei, die Ziele der PPWR zu erreichen, indem sie den Bedarf an fossilen Rohstoffen verringern und die Vielfalt der Verpackungen nachhaltig gestalten.
Kaskadennutzung: Konzept und Umsetzung im Rahmen der PPWR
Kaskadennutzung beschreibt die wiederholte Nutzung eines Rohstoffs, bevor er schließlich energetisch verwertet wird. Für Holz bedeutet dies: zunächst als Verpackung, dann langfristig als Möbel oder Baustoff und schließlich als Energiequelle. Dieser Ansatz maximiert den Nutzen und minimiert den Ressourcenverbrauch. Die PPWR greift das Prinzip der Kaskadennutzung auf, legt ihren Schwerpunkt jedoch stärker auf Recycling und Wiederverwendung. In vielen EU-Ländern ist die wiederholte Nutzung für denselben Zweck, insbesondere bei Lebensmittelkontakt, jedoch nicht erlaubt. Zulässig ist lediglich die Wiederverwendung außerhalb des Lebensmittelkontakts.
Die praktische Umsetzung lässt jedoch weiterhin Fragen offen. Holzverpackungen könnten stärker gefördert werden, insbesondere wenn das Recycling von Altholz in allen Ländern harmonisiert geregelt wäre. Die Sammlung und Verwertung von Holzverpackungen erfolgt häufig gemeinsam mit anderen recyclingfähigen Althölzern aus Gewerbe, Kommunen und privaten Haushalten. Die PPWR sollte das Konzept einer umfassenden Kaskadennutzung konsequenter integrieren, um das Potenzial eines übergreifenden Holzrecyclings, wie es etwa in den deutschen oder österreichischen Altholzverordnungen bereits praktiziert wird, EU-weit vollständig auszuschöpfen.
Anpassungsbedarf in der nationalen Gesetzgebung und Empfehlungen
Hinsichtlich der Förderung erneuerbarer Rohstoffe und der Einbindung regionaler Produktionsstrukturen besteht weiterhin Anpassungsbedarf. Holzverpackungen könnten gezielt als nachhaltige Alternative anerkannt und unterstützt werden. Dazu gehört auch eine Ausnahme von strengen Mehrwegpflichten, wie sie auch für Karton gilt.
Es wäre ratsam, der Kaskadennutzung und der Bioökonomie in der Gesetzgebung der Mitgliedstaaten stärker Rechnung zu tragen. Dies würde nicht nur die Ressourceneffizienz erhöhen, sondern auch die Innovationskraft heimischer Unternehmen stärken. Eine klarere Definition nachhaltiger Verpackungen und gezielte Fördermaßnahmen könnten dazu beitragen, die Transformation hin zu einer kreislauforientierten Verpackungswirtschaft und Bioökonomie zu beschleunigen.
Fazit: Chancen und Herausforderungen für nachhaltige Verpackungslösungen
Die aktuelle Krise zeigt, wie wichtig nachhaltige und regionale Verpackungslösungen sind. Familienunternehmen, wie die Hersteller von Obst- und Gemüsekisten aus Holz, die GROW International bilden, beweisen, dass sich Innovation und Tradition erfolgreich verbinden lassen. Holzverpackungen bieten ökologische und wirtschaftliche Vorteile, die durch die EU-PPWR und die Gesetzgebung in allen Mitgliedstaaten noch gezielter gefördert werden sollten. Die konsequente Umsetzung des Konzepts der Kaskadennutzung, die Harmonisierung mit den Zielen einer künftigen Bioökonomie und die Anpassung der Gesetzgebung sind zentrale Schritte, um die Zukunft der Verpackungsindustrie nachhaltiger und resilienter zu gestalten.
Die Herausforderungen sind groß, aber die Chancen ebenso: Mit erneuerbaren Rohstoffen und regionaler Produktion können wir die Verpackungsindustrie krisenfest und umweltfreundlich gestalten – zum Nutzen von Fachpresse, Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie der Politik gleichermaßen.
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