Früh- und Neugeborenenmedizin und sozialmedizinische Nachsorge im St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus erhalten als erste weltweit die Auszeichnung als internationales Marte Meo Kompetenzzentrum

Am Samstag fand ein Marte Meo Fachtag zum Thema "Beziehungs- und entwicklungsorientierte Begleitung rund um das früh- und neugeborene Kind und dessen Eltern" im St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus statt. Hauptreferentin war die Begründerin und Direktorin der inzwischen international in 53 Ländern angewendeten Methode zur unterstützenden Kommunikation Maria Aarts (Eindhoven, Niederlande), die die Teilnehmenden mit ihrer menschenzugewandten Haltung und Fachexpertise mitriss und beeindruckte. „Die Freude, Humor und Leichtigkeit von Maria und dem Marte Meo Team hat alle angesteckt“, brachte es eine Teilnehmerin auf den Punkt.

Höhepunkt war die Zertifizierung und Auszeichnung der Früh- und Neugeborenenmedizin und sozialmedizinischen Nachsorge des St. Marien- und St. Annastiftskrankenhauses als internationales Marte Meo Kompetenzzentrum. Die Abteilung ist die erste Neonatologie weltweit, die eine Marte Meo Zertifizierung erhält und als Marte Meo Kompetenzzentrum ausgezeichnet wird. Die Gründerin von Marte Meo International Maria Aarts hatte das Projekt von Anfang an intensiv begleitet und lobte bei der Ehrung zum MARTE MEO INTERNATIONAL COMPETENCE CENTER vor allem das große Engagement des ganzen Teams.

Im Fokus der Veranstaltung, zu der über 90 Teilnehmende verschiedener Berufsgruppen aus ganz Deutschland nach Ludwigshafen gekommen waren, stand die Verbesserung der Qualität in alltäglichen Interaktionsmomenten sowie die Begleitung von Familien und ihren Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf in belastenden Situationen. Pflegende, Hebammen, Therapeuten, Pädagogen und auch mehrere leitende Mediziner anderer Kliniken nahmen teil. Filmbeispiele aus Ludwigshafen und der ganzen Welt zeigten eindringlich die Chancen der Methode, in der Früh- und Neugeborenenmedizin, bei Kindern mit Herausforderungen und Menschen mit Demenzerkrankungen. „Ich bin sehr berührt von dem, was hier gemeinsam mit Maria Aarts erreicht wurde. Es war unglaublich inspirierend sie persönlich zu erleben und zu lernen, was mit einem motivierten Team und der Unterstützung der Verantwortlichen möglich ist“, so eine der Teilnehmenden.

„In unserer Gesellschaft gibt es eine große Zahl von Menschen verschiedenen Alters mit besonderem Unterstützungsbedarf. In der Kindheitsphase betrifft dies unter anderem Frühgeborene sowie Kinder, die an schweren Erkrankungen leiden. Dies kann dazu führen, dass Eltern in verschiedenen Alltagsituationen verunsichert sein können. In unserer Neonatologie und sozialmedizinischen Nachsorge ermöglicht die Marte Meo Methode Eltern, Mitarbeitenden und Angehörigen schon bei den Allerkleinsten unterstützende Interaktions- und Kommunikationsmöglichkeiten wahrzunehmen, zu trainieren, weiterzuentwickeln und in alltäglichen Interaktionen bewusster einzusetzen“, schildert Schirin Mohraz, Psychologin der Klinik für Kinder und Jugendmedizin, Lizensierte Marte Meo Supervisorin und Hauptverantwortliche für die Implementierung. Neben Mitarbeitenden verschiedener Berufsgruppen auf Station Däumling sind auch die Mitarbeitenden der Sozialmedizinischen Nachsorge, die die Familien zu Hause begleiten, und die Familienhebamme aus dem „Guten Start ins Kinderleben“ geschult.

Auf der Früh- und Neugeborenenintensivstation Däumling im St. Marienkrankenhaus erfahren Eltern von Anfang an, wie sie ihr Kind in seiner Entwicklung unterstützend begleiten können und wie wichtig ihre Rolle ist. Das gilt für die Mütter und auch für die Väter. Nach ausführlichen Informationsgesprächen werden in Videoclips die eigenen Interaktionen mit dem Frühgeborenen aufgenommen und anhand der Marte Meo Interaktionsanalyse gemeinsam mit der Trainerin analysiert und besprochen. So erhalten Beteiligte Informationen über die Wirkung ihrer Unterstützungsangebote sowie Handlungen auf die Kinder. Im klinischen Alltag erleben die Mitarbeitenden täglich, wie wirksam und hilfreich diese Methode wirkt, den Stress reduziert und bei Betroffenen und nach der Methode Handelnden die Zufriedenheit und Freude im Miteinander fördert. Mitarbeitende aus der neonatologischen Pflege und der Physiotherapie berichten, wie positiv Marte Meo ihren Umgang mit den Patienten beeinflusst. Erst einmal einen guten Kontakt aufzunehmen, Ruhe, Geduld und die Zeit Dinge abzuwarten und auszuführen wird dabei als erstes genannt. Haben wir diese Zeit, können wir abwarten, wenn Zeitdruck den Alltag bestimmt?, ist das häufigste Argument, mit dem die Einführung und Umsetzung kritisch hinterfragt wird. Die Anwendenden bestätigen aber, dass sie am Ende einer Handlung nicht mehr Zeit benötigen als im eingeübten Muster, allerdings wurden Stressmomente und Widerstände reduziert. Und auch medizinisch lässt sich der Erfolg der Methode messen: „Bei Frühgeborenen reduzieren wir dadurch deutlich die Anzahl der Sauerstoffabfälle und Bradycardien. Diese spielen selbst nach stressigen Eingriffen eine deutlich geringere Rolle als bisher“, berichtet Rita Schwahn, die vom Pflegemanagement die Einführung von Marte Meo vorangetrieben hat.

Fast 30 Mitarbeitende verschiedener Berufsgruppen aus dem St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus, darunter Pflegende, Hebammen, Mediziner, Physiotherapeuten, Sozialarbeitende und Praxisanleitende haben die zeitintensive Ausbildung bereits durchlaufen. Auch andere Bereiche des St. Marien- und St. Annastiftskrankenhauses wie die Geriatrie wenden die Methode bereits an. Und auch die Auszubildenden in der Pflege lernen die Methode im Rahmen von Praxisanleitungen kennen.

Marte Meo kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „aus eigener Kraft etwas erreichen“. Der Name Marte Meo beschreibt das zentrale Anliegen der Methode zur Entwicklungsunterstützung, nämlich Fähigkeiten, die zu konstruktiver und positiver Interaktion und Entwicklung beitragen, aufzuzeigen, zu aktivieren, zu entwickeln oder zu erhalten. Das Ziel von Marte Meo ist es, Menschen zu ermutigen, ihre eigene Kraft zu nutzen, um

Entwicklungsprozesse voranzubringen und anzuregen. Fachleute, Eltern und Familienangehörige werden dabei befähigt, unterstützende Interaktions- und Kommunikationsmöglichkeiten mithilfe von Videobildern wahrzunehmen, zu trainieren und weiterzuentwickeln, um sie dann in alltäglichen Interaktionen bewusst einzusetzen. Die Methode zeigt dadurch Potentiale und Lösungsansätze in schwierigen Kommunikationssituationen, etwa mit Kindern mit Entwicklungsverzögerungen oder Menschen mit einer Demenzerkrankung. Sozial-emotionale Entwicklungsprozesse werden durch genaues Hinschauen und wahrnehmen von Initiativen, was das Gefühl von gesehen und gehört werden vermittelt, unterstützt. Konkrete kleinschrittige Handlungsabläufe zu benennen, verhindert das Kompensieren von Problemen. Stattdessen wird Entwicklung und die Selbstwirksamkeit aktiviert.

Die Niederländerin Maria Aarts hat Ende der 70er Jahre bereits wegweisend die Kraft der Bilder erkannt und die videobasierte Entwicklungsunterstützung seitdem systematisch weiterentwickelt. Marte Meo wird international in der Jugendhilfe, in Schulen, Kinderkrankenhäusern, Behinderteneinrichtungen und Seniorenheimen angewendet.

Mit der Neonatologie und der sozialmedizinischen Nachsorge im St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus als Kompetenzzentrum soll das enorme Potential in der Versorgung und Begleitung von Frühgeborenen und ihrer Familien weiterverbreitet werden, so der Wille der Verantwortlichen und Aktiven. Die Chancen dafür stehen gut: Filme der Anwendung der Marte Meo Methode in Ludwigshafen finden bereits international Beachtung.

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