Presse-Bulletin 7 zum neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2)

Aktuell werden fünf beatmete und intensivpflichtige COVID-19-Patienten im Klinikum Karlsruhe versorgt. Darunter sind auch die drei COVID-19-Patienten, die im Lauf des vergangenen Sonntags jeweils via Hubschrauber aus Straßburg übernommen wurden.

Mit Blick auf die aktuelle Auslastung mit COVID-19-Patienten hatte die Klinikleitung in enger Abstimmung mit der Stadt Karlsruhe am Wochenende die Übernahmen von drei Patienten aus dem Elsass zugesagt. Nachdem die grenznahen französischen Krankenhäuser an der Grenze ihrer Behandlungskapazitäten für beatmungspflichtige Patientinnen und Patienten angekommen sind, hatte Ministerpräsident Kretschmann der Präsidentin des Départementrates Haut-Rhin, Brigitte Klinkert, die Unterstützung Baden-Württembergs in Aussicht gestellt. Den Transport haben die beiden weiblichen Patientinnen im Alter von 77 und 63 Jahren wie auch der 51 Jahre alte Patient gut überstanden. Er kam Sonntagabend als letzter gegen 21:45 Uhr im Klinikum Karlsruhe an. Der Gesundheitszustand wird von Seiten des Behandlungsteams für alle drei als stabil eingeschätzt.

Bei den beiden anderen Patienten handelt es sich um einen 54 Jahre alten Elsässer sowie um einen 81-Jährigen. Auch diese beiden Patienten sind beatmet und werden intensivpflichtig versorgt.

Im Bereich der Kinderklinik gibt es aktuell nach wie vor keinen bestätigten Fall des neuartigen Virus.

Konzentration des Klinikbetriebs auf die Grundversorgung

Bereits seit Anfang März ist im Klinikum vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen ein separates Gremium eingerichtet, das sich um alle organisatorische Aspekte und Umsetzungsfragen kümmert, um etwa erforderlich werdende Behandlungs- und Intensivkapazitäten für potentielle Covid-19-Patienten zu erhalten sowie einer möglichen Beeinträchtigung der Personalsituation zu begegnen. In diesem Rahmen wurde auch über die schrittweise Reduktion verschiebbarer medizinischer Eingriffe entschieden.

„Zum Wochenbeginn haben wir die Vorkehrungen getroffen, die Einsatzleitung SKK zu etablieren. Dies ist eine gezielte Maßnahme, die erforderlichen Strukturen für einen späteren Notbetrieb zu schaffen“ erklärt der medizinische Geschäftsführer Uwe Spetzger. „Wir nutzen die aktuelle Phase, um die neuen Strukturen zu etablieren und einzuüben, so dass sie im Ernstfall in Fleisch und Blut übergehen.“ Die Klinikdirektoren sind seinen Angaben zufolge seit Ende letzter Woche angehalten, das Leistungsaufkommen innerhalb ihrer klinischen Fachabteilungen auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Die Abgrenzung zwischen elektiven Eingriffen und Notfalleingriffen erfolgt entsprechend der Vorgaben der jeweiligen Fachgesellschaften, um die Belegungsplanung deutlich zur reduzieren. Ziel ist es in absehbarerer Zeit, eine Versorgungsstruktur wie an Wochenenden zu schaffen.

Vorbereitende Maßnahmen

Parallel laufen hausintern eine Vielzahl von Vorbereitungen, um sich im Hinblick auf die aktuelle Situation auf einen sukzessiven Anstieg des Patientenaufkommens einzustellen.

Vor der Zentralen Notaufnahme (ZNA) erfolgte zum Wochenende der Aufbau eines Versorgungszeltes mit bis zu 11 Behandlungsplätzen. „Ziel ist es, Patienten mit Atemwegserkrankungen und damit potentiell an COVID-19 Erkrankte möglichst frühzeitig von anderen Patienten zu separieren“ erklärt Harald Proske der Leiter Zentrale Notaufnahme und Zentrale Aufnahmestation. Voraussichtlich ab Mitte der Woche erfolgt die Einstufung aller Patienten, auch Triagierung genannt, nicht mehr wie zuvor innerhalb des Gebäudes sondern im neu entstandenen Versorgungszelt. Hier kümmern sich separate Behandlungsteams um die eintreffenden Patienten. Notfallpatienten, bei denen kein Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus besteht, werden dann regulär zur weiteren Versorgung in den Gebäudetrakt der ZNA gebracht. Begründete Verdachtsfälle oder bestätigte COVID-19-Patienten kommen, sofern eine stationäre Aufnahme erforderlich ist, auf die Infektstation oder separiert auf eine Intensivstation. Patienten mit Atemwegserkrankungen unklarer Ätiologie werden künftig auf einer speziellen Station untergebracht. Diese ging bereits am Wochenende in Betrieb und wurde entsprechend belegt.

Ist bei Atemwegserkrankungen, begründeten oder bestätigten COVID-19-Patienten eine spezielle Notfalldiagnostik erforderlich (z. B. radiologische Untersuchung wie Röntgen der Lunge oder eine Computertomographie), erfolgt diese wie bisher über die ZNA unter Einhaltung strenger hygienischer Vorgaben.

Parallel wurde ein Belegungsplan mit COVID-19 Patienten für die im Klinikum befindlichen Intensivstationen erarbeitet. Diese werden sukzessive mit beatmungspflichtigen COVID-19-Patienten belegt. Darüber hinaus sind auch noch Intensiv- und Beatmungskapazitäten für andere Patienten vorzuhalten.

Zusätzlich laufen die Vorkehrungen zur Einrichtungen der neuen Beatmungsstation C22 auf Hochtouren. Die neue Station ist für 15 Beatmungsplätze ausgelegt mit der Option, diese bei Bedarf noch zu erweitern.

„Die verbleibende Zeit nutzen wir zudem, um unsere Mitarbeiter zu schulen. Dabei geht es um intensivmedizinische Behandlungs- und Beatmungsstrategien sowie spezielle Hygieneschulungen zur korrekten Handhabung der persönlichen Schutzkleidung“, unterstreicht Spetzger.

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