150 Jahre Adventisten in Deutschland: Nachrichtenagentur APD

1876 wurden in Solingen und Vohwinkel (heute ein Stadtteil von Wuppertal) die ersten beiden adventistischen Kirchengemeinden (Adventgemeinden) auf deutschem Boden gegründet. Deshalb feiert die Freikirche in Deutschland unter dem Motto „Mut für morgen“ in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen (siehe APD-Meldung vom 27. Januar 2026).

Der APD informiert mit aktuellen Nachrichten über die weltweite Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sowie allgemein über das christliche Weltgeschehen. Er wendet sich mit seinen Nachrichten vor allem an die säkularen Medien (Printmedien, Onlinemedien, Radio, Fernsehen), an die kirchliche Presse und andere Einrichtungen der öffentlichen Information. Die Agentur ist eingegliedert in die Kommunikationsstruktur der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Sie arbeitet jedoch unabhängig von der Kirchenleitung und anderen Interessengruppen nach journalistischen Richtlinien. Dazu zählt die Verpflichtung zu wahrer, objektiver und umfassender Berichterstattung.

Beginn in der Schweiz

Die Nachrichtenagentur APD wurde 1974 auf Initiative des Journalisten Christian Bernhard Schäffler in Basel gegründet. Er arbeitete bei einer internationalen Eisenbahngesellschaft als Presse- und Werbechef. Von 1974 bis 2003 war er ehrenamtlich Abteilungsleiter für Kommunikation und zwischenkirchliche Beziehungen der Freikirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in der deutschsprachigen Schweiz. In dieser Eigenschaft gründete er 1974 den Adventistischen Pressedienst, dessen ehrenamtlicher Leiter und Redakteur er war. 2004 trat Schäffler bei der Eisenbahngesellschaft in den Vorruhestand und baute im Auftrag der Freikirche den APD Schweiz zu einer Nachrichtenagentur aus. Schäffler war 1982 an der Gründung des französischen adventistischen Pressedienstes (BIA) und 1984 an der Entstehung des APD Deutschland maßgeblich beteiligt.

Für den Medienpionier Schäffler galt seit der APD-Gründung: „Die Wahrheit ist das beste Qualitätsmerkmal“. Es muss also auch über unangenehme Dinge in der Kirche objektiv berichtet werden können, so Schäffler, denn eine Kirche, die sich besser darstellt als sie ist, findet in der heutigen Gesellschaft keine Glaubwürdigkeit.

APD auch in Deutschland

Erich Lischek war stellvertretender Vorsteher, Sekretär (Geschäftsführer) und Abteilungsleiter für Kommunikation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg, als er 1984 mit Unterstützung von Christian B. Schäffler auch in Deutschland einen Adventistischen Pressedienst gründete. 1984 gab es noch keine Computer, kein Internet, keine E-Mails, Webseiten oder Soziale Medien. Die monatlichen APD-INFORMATIONEN wurden damals auf Wachsmatrizen getippt und mit einem Matrizendrucker konnte eine begrenzte Anzahl von Abzügen angefertigt werden, die per Post verschickt wurden. Der Umfang betrug jeweils 10 bis 15 DIN A4 Seiten.

Im Januar 1986 wurde Lischek zur Weiterbildung in die USA gesandt, um auch in der Bundesrepublik ein Büro der Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA) zu gründen. Das geschah 1987 und Lischek war langjähriger Direktor von ADRA Deutschland e. V. Sein Nachfolger in der baden-württembergischen Freikirchenleitung wurde Holger Teubert. Er arbeitete zuvor als Gemeindepastor in Karlsruhe, Pforzheim, Wasserburg am Inn und Heidelberg. Teubert war neben seinen neuen Aufgaben vertretungsweise auch für die Herausgabe der monatlichen APD-INFORMATIONEN verantwortlich.

Als Erich Lischek in die Bundesrepublik zurückkam, um ADRA Deutschland zu gründen, übernahm er im Oktober 1986 wieder die Leitung des APD. Die monatlichen APD-INFORMATIONEN wurden jetzt vom Grindeldruck in Hamburg gedruckt und versandt. Auf Honorarbasis arbeitete Dr. phil. Wolfgang Tulaszewski 28 Jahre lang in der APD-Redaktion mit. Er promovierte 1955 an der Universität München in Germanistik und war viele Jahre Mitarbeiter der Süddeutschen Zeitung, wo er vorwiegend für den kirchlichen Bereich eingesetzt wurde.

APD-Landesausgabe Baden-Württemberg

Nachdem Lischek die Verantwortung für den APD Deutschland wieder übernommen hatte, gründete Holger Teubert im Oktober 1986 die APD-Landesausgabe Baden-Württemberg mit Redaktionssitz in Stuttgart. Deshalb bekam der APD Deutschland den Zusatz „Zentralredaktion Deutschland“. Die monatlichen APD-Informationen aus Stuttgart enthielten Berichte vor allem über die Aktivitäten adventistischer Kirchengemeinden in Baden-Württemberg. Empfänger waren unter anderem säkulare und kirchliche Medien in dem Bundesland. Auch die Presseverantwortlichen in den örtlichen Adventgemeinden konnten mit den APD-Berichten die Lokalredaktionen ihrer Zeitungen bedienen.

Mit der September-Ausgabe 1994 stellte die Freikirchenleitung die Herausgabe der baden-württembergischen APD-INFORMATIONEN ein. Sie schienen durch die Gründung einer bundesweiten Presse- und Informationsstelle der Adventisten „entbehrlich“ geworden zu sein.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

1991 bekam Holger Teubert den Auftrag, sich um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Freikirche im wiedervereinigten Deutschland zu kümmern. Dazu gründete er die Presse- und Informationsstelle, das Referat für zwischenkirchliche Beziehungen und die Zentralstelle für Weltanschauungsfragen. Außerdem übernahm er von Erich Lischek die Chefredaktion des APD. Ab Mai 1991 erhöhte sich der Umfang der gedruckten monatlichen APD-INFORMATIONEN auf jeweils bis zu 20 DIN A4 Seiten und später auch mehr.

Zusammenarbeit von APD Schweiz und APD Deutschland

Seit 1992 gibt es zwischen den APD-Redaktionen in der Schweiz und in Deutschland eine enge redaktionelle Zusammenarbeit. Ab 1998 wurden auf der Homepage der Adventisten in Deutschland (www.adventisten.de) auch die monatlichen APD-INFORMATIONEN eingestellt. 1998 erteilte das Deutsche Patent- und Markenamt Markenschutz für die Wort- und Bildmarke „Adventistischer Pressedienst“, einschließlich der Abkürzung „APD“. Dabei wurde der APD als „Nachrichtenagentur“ bezeichnet.

2001 konnte sich der APD Deutschland die Domain www.apd.info sichern. Seit 2006 gibt es neben den monatlichen APD-Informationen in enger Zusammenarbeit mit APD Schweiz auch tägliche APD-Meldungen. Diese wurden bis 2015 von APD Schweiz auch zentral an Empfänger in Deutschland per E-Mail versandt. Sie können als Newsletter kostenlos abonniert werden. Von 2006 bis 2015 gab es jährlich zwischen 287 (2007) und 447 (2013) APD-Meldungen und seit 2016 zwischen 203 (2025) und 301 (2016).

Am 20. Februar 2007 gab es eine Kooperationsvereinbarung mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) wegen der kostenlosen Übernahme von monatlich zwei epd-Texten mit Quellenangabe durch die monatliche Printausgabe der APD-INFORMATIONEN.

Seit Juli 2007 sind die täglichen APD-Meldungen auch auf der neuen Homepage www.apd.info zu finden.

Missbrauch des Kürzels „APD“

Ende 2009 begann sich aus der früheren Nachrichtenagentur Deutscher Depeschendienst (ddp) und dem deutschen Dienst der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press (AP) die neue Nachrichtenagentur Deutscher Auslands-Depeschendienst (DAPD) zu bilden.  Diese im Aufbau begriffene Nachrichtenagentur gab schon im Dezember 2009 Nachrichten heraus, um Kunden zu akquirieren. Dabei verwendete sie das Kürzel „APD“. Doch bereits seit 1998 hatte die APD-Nachrichtenagentur für dieses Kürzel Wort-Markenschutz beim Deutschen Patent- und Markenamt, sodass der APD einen Rechtsanwalt einschaltete. Daraufhin verzichtete die neue Nachrichtenagentur durch Unterlassungserklärung auf das Kürzel „APD“ und verwendete ab März 2010 zur Unterscheidung das Kürzel „dapd“ (in Kleinbuchstaben). dapd hatte nach eigenen Angaben 2012 einen Stamm von 700 Kunden und stellte für sie täglich bis zu 850 Nachrichten und 2.500 Fotos bereit. Doch im Oktober 2012 musste dapd einen Insolvenzantrag stellen, sodass die Agentur am 11. April 2013 ihren Betrieb beendete. Dadurch verloren 98 Festangestellte der dapd ihren Arbeitsplatz sowie zahlreiche Freiberufliche ihr Einkommen.

Weitere Entwicklung des APD

Seit 2012 gibt es zu jeder APD-Meldung auch ein Foto. Am 29. Juli 2013 wurde ein Kooperationsabkommens mit Kathpress in Wien bezüglich kostenloser Übernahme von Artikeln durch den APD vereinbart. 2016 wurde die monatliche Printausgabe der APD-INFORMATIONEN eingestellt. Die monatlichen APD-INFORMATIONEN sind aber weiterhin in der APD-Homepage zu finden.

Neue APD-Chefredakteure

Vom Mai 1991 bis zu seinem Ruhestand im April 2015 war Holger Teubert Chefredakteur des APD Deutschland. Er ist weiterhin in der Redaktion tätig. Ihm folgte von April 2015 bis Juni 2019 als Chefredakteur der Pastor und Diplom-Theologe Jens Oliver Mohr, der nach wie vor Pressesprecher der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland ist.

Stephan G. Brass war seit 2017 Beauftragter für Kommunikation für die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Nach Personalveränderungen innerhalb der Kirche übernahm er von Juli 2019 bis Juli 2021 zusätzlich die Chefredaktion des APD. Brass gehörte zu den ersten Nutzern des Internets in Deutschland, angefangen mit den Feldversuchen unter dem damaligen Bildschirmtext (BTX). Während seines Dienstes als Pastor betreute er in den jeweiligen Bundesländern die regionalen Kirchenleitungen als Pressesprecher oder als Beauftragter in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Mit Thomas Lobitz (damals 53) übernahm im August 2021 ein langjähriger Journalist die APD-Chefredaktion. Er arbeitet seit 2005 als Zeitschriftenredakteur im Advent-Verlag in Lüneburg und übernahm 2016 die Chefredaktion der Kirchenzeitschrift Adventisten heute, die er weiterhin innehat.

Bild: Bei der Jubiläumsfeier des APD im Jahr 2024 (v.l. oben): Thomas Lobitz, Chefredakteur APD Deutschland und der Zeitschrift „Adventisten heute“; Jens Mohr, Leiter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Adventisten in Deutschland; Alexander Kampmann, Abteilungsleiter Kommunikation der Adventisten in Deutschland; Stephan Sigg, Präsident der Adventisten in der Deutschschweiz; Herbert Bodenmann, langjähriger Chefredakteur APD Schweiz (inzwischen im Ruhestand); (sitzend v.l.) Christian B. Schäffler, Gründer und langjähriger Chefredakteur des APD Schweiz; Holger Teubert, langjähriger Chefredakteur von APD Deutschland und Redakteur im Ruhestand.

Über Adventistischer Pressedienst Deutschland APD

Die Nachrichtenagentur APD ist eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die APD-Zentralredaktion Deutschland hat ihren Sitz in Darmstadt. Die Agenturmeldungen sind im Internet abrufbar unter: www.apd.info. Die Nachrichtenagentur ist im sozialen Netzwerk Facebook und demnächst auch auf Instagram präsent.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Adventistischer Pressedienst Deutschland APD
Auf der Marienhöhe 61
64297 Darmstadt
Telefon: +49 4131 9835-533
http://www.apd.info

Ansprechpartner:
Thomas Lobitz
Chefredakteur
Telefon: +49 (4131) 9835-521
E-Mail: lobitz@apd.info
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