Gemeinsam für die Zukunft des brandenburgischen Handwerks: Aktionsprogramm unterzeichnet

Mit der heutigen Unterzeichnung des Aktionsprogrammes 2026-2029 „Zukunft des Handwerks im Land Brandenburg“ setzen die Landesregierung, die brandenburgischen Handwerkskammern und der Deutsche Gewerkschaftsbund Berlin-Brandenburg ihre erfolgreiche Zusammenarbeit der vergangenen Jahre fort und bekräftigen ihr gemeinsames Engagement, um die rund 37.500 brandenburgischen Handwerksbetriebe mit ihren fast 185.000 Beschäftigten bei der Bewältigung der Zukunftsaufgaben zu unterstützen.

Mit der Neuauflage des Aktionsprogrammes verabreden die Partner unter anderem Maßnahmen zur Unterstützung der Betriebe bei der Sicherung des Fachkräftenachwuchses, bei der Umsetzung der Energiewende, zur Förderung von Unternehmensnachfolgen und Existenzgründungen sowie zur Stärkung der Selbstverwaltungsstrukturen im Handwerk. Sie verständigen sich darauf, bewährte Förderinstrumente fortzuführen und weiterzuentwickeln sowie weitere, bedarfsgerechte Maßnahmen zu ergreifen. Die Partner setzen dabei auf eine starke Sozialpartnerschaft, um Gute Arbeit für Beschäftigte im Handwerk umzusetzen und um die Attraktivität des Handwerks als Arbeitgeber zu steigern.

Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Dr. Dietmar Woidke: „Das Handwerk, die Betriebe und ihre Beschäftigten sind ein Garant für Wohlstand und Fachkräftesicherung im Land, aber auch sozialer Anker in den Regionen Brandenburgs. Mit dem ehrenamtlichen Engagement in Prüfungsausschüssen oder in Vereinen leisten Handwerkerinnen und Handwerker einen unschätzbaren Beitrag zum Gemeinwohl in Brandenburg. Dies verdient besondere Anerkennung. Das neue Aktionsprogramm schafft die Grundlage für die Zusammenarbeit des Handwerks und der Landesregierung für die nächsten Jahre. Das Handwerk kann sich auf die Unterstützung der Landesregierung verlassen.“

Wirtschaftsministerin Martina Klement: „Das Handwerk ist eine wichtige Säule unserer brandenburgischen Wirtschaft und steht für Stabilität und Tradition, aber auch für Veränderungsbereitschaft und Innovation. Mit dem neuen Aktionsprogramm setzen wir bei den zentralen Herausforderungen des brandenburgischen Handwerks an und setzen gezielt Impulse, um die Wettbewerbsfähigkeit der Handwerksbetriebe zu sichern. Wir unterstützen das Handwerk mit zielgerichteten Förderprogrammen und sorgen für praxistaugliche Rahmenbedingungen und spürbare Entlastung der Betriebe. Handwerksmeisterinnen und -meister übernehmen unternehmerische Verantwortung, sichern Qualität und tragen entscheidend zur Ausbildung des Fachkräftenachwuchses bei. Dies werden wir als Landesregierung mit einem Bonus für erfolgreich abgeschlossene Meisterprüfungen honorieren.“

Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam„Das Aktionsprogramm ist ein wichtiges Bekenntnis der Landesregierung zum brandenburgischen Handwerk. Entscheidend ist jetzt, dass aus den Vereinbarungen schnell spürbare Entlastung in den Betrieben wird. Die zugesagte Unterstützung der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung ist dafür ein wichtiger Baustein: Sie sichert Ausbildungsqualität, entlastet Betriebe und stärkt die Fachkräftebasis von morgen. Genauso wichtig ist ein Bürokratieabbau, der im Betriebsalltag tatsächlich ankommt. Wer Handwerk stärken will, muss endlich unnötigen Verwaltungsaufwand abschaffen, damit unsere Betriebe wieder mehr Zeit für Ausbildung, Kunden und Aufträge haben. Denn gerade im Flächenland Brandenburg zeigt sich jeden Tag, was vom Handwerk abhängt: Versorgung vor Ort, regionale Wertschöpfung, Ausbildung und Stabilität in den Regionen.“

Corina Reifenstein, Präsidentin der Handwerkskammer Cottbus„Das Handwerk im Land Brandenburg steht vor wichtigen Transformationsprozessen. Das Ziel muss sein, Unternehmensnachfolgen frühzeitig zu sichern und Unternehmertum bereits in der Schule erlebbar zu machen. Dazu dienen die Schülerbetriebspraktika für die Jahrgangsstufen 8 und 10, oder auch die neu zu schaffende landesweite Praktikumsplattform. Die Meistergründungsprämie und der neue Meisterbonus setzen klare Anreize für Nachwuchs, Gründungsideen zu realisieren und Ausbildungsplätze zu schaffen. So stärken wir nicht nur Betriebe, sondern auch Gemeinschaft, Bildung und Zukunftsfähigkeit unseres Landes.

Wolf-Harald Krüger, Präsident der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg: „Handwerksbetriebe haben bei der Energiewende eine doppelte Rolle: Sie sind selbst Energieverbraucher und zugleich diejenigen, die viele Maßnahmen praktisch umsetzen. In den nächsten Jahren müssen Solarmodule installiert, Windräder errichtet, Gebäude gedämmt, Heizungen ausgetauscht und Ladeinfrastruktur für Elektromobilität ausgebaut werden. Dafür braucht es leistungsfähige Handwerksbetriebe. Voraussetzung ist, dass Energie sicher verfügbar und bezahlbar bleibt. Die Energiekosten müssen sinken, denn Energieeffizienz und energetische Sanierung erfordern Investitionen. Betriebe und Kunden brauchen dafür stabile Rahmenbedingungen, verlässliche Planbarkeit und passende Anreize. Das muss Politik sicherstellen und mit praxistauglichen Programmen unterstützen.“

Nele Techen, stellv. Vorsitzende des DGB Bezirks Berlin-Brandenburg: „Das Handwerk in Brandenburg steht vor großen Herausforderungen: Fachkräftemangel, Nachfolgesuche, Energiewende und Digitalisierung bewegen den gesamten Sektor. Landesregierung, Handwerkskammern und DGB Berlin-Brandenburg haben deshalb das Aktionsprogramm „Zukunft des Handwerks im Land Brandenburg 2026–2029" gemeinsam weiterentwickelt. Das Programm stärkt die berufliche Bildung, sichert Unternehmensnachfolgen und verbessert Wohnraum- und Mobilitätsangebote für Auszubildende. Entscheidend bleibt: Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, braucht gute Arbeitsbedingungen. Mehr Tarifbindung ist dafür der stärkste Hebel. Der DGB setzt sich deshalb für ein Tariftreuegesetz in Brandenburg ein und bringt Landespolitik, Handwerkskammer und Betriebsräte im Dialog für Gute Arbeit zusammen. Ehrenamtliches Engagement trägt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die demokratische Teilhabe. Der DGB stärkt dieses Engagement auch im Handwerk und kämpft dafür, dass Ehrenamtliche auch hier mehr Anerkennung und Erleichterungen erhalten."

Bildungsminister Gordon Hoffmann: „Das Handwerk als zentraler Pfeiler der Wirtschaft ist auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen. Eine moderne, attraktive Berufsausbildung ist daher entscheidend für seine Zukunftsfähigkeit. Mit einer wirksamen Beruflichen Orientierung schaffen wir die Grundlage für einen erfolgreichen Übergang unserer Jugendlichen von der Schule in den Beruf. Dafür setzen wir verschiedene Maßnahmen um, beispielsweise die Einführung einer landesweiten Praktikumsplattform oder die verstärkte Integration handlungsorientierter Inhalte in den Fachunterricht. Um die Auszubildenden anschließend optimal auf die Anforderungen einer sich wandelnden Arbeitswelt vorzubereiten, ist eine enge Verzahnung von betrieblicher Praxis und Theorie in der Berufsschule unerlässlich. Die Berufsschule übernimmt dabei als gleichwertiger Lernortkooperationspartner eine wichtige Rolle: Sie vermittelt theoretisches Fachwissen und fördert eine umfassende berufliche Handlungskompetenz.“ 

Dr. Friederike Haase, Arbeitsstaatssekretärin MASGZ„Mit der Fortführung des Aktionsprogramms unterstützen wir das Brandenburger Handwerk ganz gezielt in seiner Rolle als wichtiger Motor der wirtschaftlichen Entwicklung und als bedeutender Faktor auf dem Arbeitsmarkt. Insbesondere freue ich mich über die Initiativen und Maßnahmen zur weiteren Stärkung der Ausbildung. Hier liegt mir beispielsweise die geplante Finanzierung der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung im Handwerk, kurz ÜLU, zur Entlastung der Betriebe und zur Unterstützung der Auszubildenden sehr am Herzen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Integration internationaler Fachkräfte, für die im Auftrag des MASGZ durch die WFBB ein Leitfaden erarbeitet werden soll. Die Stärkung von Ausbildung und Integration sind zwei wesentliche Pfeiler zur Fachkräftegewinnung im Handwerk.“

Das Aktionsprogramm Handwerk finden Sie unter diesem Link zum Download.

Über Handwerkskammer Potsdam

Die Handwerkskammer (HWK) Potsdam ist eine als Körperschaft des öffentlichen Rechts organisierte Selbstverwaltungseinrichtung für die Landkreise Havelland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Potsdam-Mittelmark, Prignitz, Teltow-Fläming und die kreisfreien Städte Potsdam und Brandenburg an der Havel. Sie ist die Interessenvertretung von rund 17.500 Mitgliedsbetrieben und ihren mehr als 71.800 Beschäftigten in über 125 Gewerken.

Die HWK Potsdam setzt sich für die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der Handwerksbranche ein, bündelt die Kräfte und Gemeinsamkeiten des Handwerks und bietet ihren Mitgliedsbetrieben zahlreiche Unterstützungen bei wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen. Zu den Mitgliedsunternehmen gehören Handwerksbetriebe aller Branchen; vor allem aus dem Bau- und Ausbaugewerbe, Elektro und Metall, Holz, Bekleidung und Textil, Gesundheit, Reinigung sowie Nahrungsmittel.

Die HWK Potsdam bietet an ihrem Bildungs- und Innovationscampus Handwerk (BIH) in Götz umfangreiche Angebote für die Weiterbildung im westbrandenburgischen Handwerk und führt in den dortigen Lehrwerkstätten auch die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung durch. Sie ist zuständig für Gesellen-, Meister- und Fortbildungsprüfungen im Handwerk.

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