Wie sieht das Gewerbegebiet der Zukunft aus?

Wie sieht das Gewerbegebiet der Zukunft aus? Welche Anforderungen muss ein moderner Produktionsstandort erfüllen? Und was passiert mit stillgelegten Werksgeländen? Um diese Fragen ging es beim jüngsten Treffen der Vogelsberger Wirtschaftsförderer in der Kreisverwaltung, bei dem Christoph Saffrich von der Gefak Gesellschaft für angewandte Kommunalforschung mbH mit Sitz in Marburg referierte. Sein Vorschlag: Im Vogelsbergkreis könnten künftig interkommunaler Gewerbegebiete ausgewiesen werden. Ein Aspekt, der übrigens auch als „zentrales Handlungsfeld“ im vor wenigen Tagen vorgestellten Koalitionsvertrag festgeschrieben ist.

„Die Herausforderungen durch hohe Energiekosten oder die strukturellen Reformen der Bundesregierung, die nur halbherzig umgesetzt werden, können wir hier auf unterer Ebene nicht lösen“, machte Landrat Dr. Jens Mischak in seiner Begrüßung deutlich. „Aber es gibt Stellschrauben, an denen wir im Bereich der Wirtschaftsförderung drehen können, um die Lage vor Ort zu verbessern“, zeigte er sich überzeugt.

Wirtschaftsförderung – im Koalitionsvertrag steht sie übrigens an erster Stelle. Ein Aspekt ist die Ausweisung interkommunaler Gewerbegebiete. Gerade entlang der überregionalen Verkehrsachsen, der A5, der A49 und der A7, müssten geeignete Gewerbeflächen gemeinsam mit den interessierten Kommunen entwickelt werden. Der Kreis müsse hierbei nicht nur koordinierend, sondern bei Bedarf auch initiativ tätig werden, heißt es dazu im Koalitionsvertrag. Und weiter: „Das Prinzip der Flächenbündelung über Gemeindegrenzen hinweg bietet klare Vorteile: bessere Vermarktungschancen, gezielter Mitteleinsatz und eine faire Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg.“

Diese Vorteile zeigte auch Referent Christoph Saffrich auf. In Zeiten wirtschaftlichen Umbruchs würden mehr Flächen benötigt, die es aber nicht überall gebe. „Es gibt Kommunen, da ist die Fläche knapp, andere hingegen haben freie Flächen, aber keine Nachfrage.“ Zudem ließen sich große Vorhaben in einem interkommunalen Gewerbegebiet besser realisieren. Auf der anderen Seite könnten die Kosten aufgeteilt werden.

Auch die Anforderungen an Unternehmensstandorte änderten sich, gab der Referent zu bedenken. „Das Thema Lagerfläche rückt wieder in den Fokus.“ Und schließlich ständen in den nächsten Jahren zahlreiche Betriebsübergaben an. „Was aber passiert mit den Flächen, wenn kein Nachfolger gefunden und der Betrieb abgewickelt werden muss?“

Ganz wichtig bei der Entwicklung einer gemeinsamen Gewerbeflächenstrategie: „Die beteiligten Kommunen müssen auf Augenhöhe partizipieren“, so Saffrich, der den Wirtschaftsförderern im Anschluss mehrere Projekte vorstellte, die die Gefak Gesellschaft für angewandte Kommunalforschung mbH begleitet hat.

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