Leben mit Herzschwäche

Leiden Sie unter Flüssigkeits-Ansammlungen in den Unterschenkeln, nachlassender Leistungsfähigkeit und/oder Luftnot? Dann gehören Sie vielleicht zu den rund vier Millionen Menschen in Deutschland, die an einer Herzschwäche, auch Herzinsuffizienz genannt, erkrankt sind. Herzschwäche zählt zu den häufigsten Ursachen für eine stationäre Klinikbehandlung in Deutschland. Welche Symptome sie mit sich bringt und wie sie behandelt wird, erklären Dr. Karin Rybak, Ärztliche Leiterin des MEDICLIN Medizinischen Versorgungszentrums Dessau, und die Herzinsuffizienzschwestern Wencke Kürschner und Dorit Balzer-Globig vom MEDICLIN Herzzentrum Coswig im Interview.

Bei welchen Symptomen sollte ich zum Hausarzt?

„Typische Symptome sind Unterschenkelödeme, eine verminderte Leistungsfähigkeit und Luftnot“, betont Rybak, „aber leider nehmen viele Menschen diese Symptome nicht ernst, weil sie sie mit ihrem zunehmenden Alter verknüpfen.“ Deswegen werde die Diagnose Herzschwäche oft zu spät und zu langsam gestellt. Wer die genannten Veränderungen feststellt, sollte sich an seine Hausarztpraxis wenden, um eine Herzinsuffizienz ausschließen zu lassen.

Warum ist es wichtig, eine Herzschwäche möglichst früh zu erkennen?

„Je früher ich die Therapie anfange, desto besser greifen die Medikamente“, sagt Rybak. „Wir haben gerade in den letzten Jahren exzellente Medikamente dazubekommen, die die Lebenserwartung der Patient*innen deutlich verlängern. Wir reden von den Fantastic Four – das sind vier Medikamente, die man möglichst zeitig und möglichst gleichzeitig einsetzen soll.“ Sie betont: „Geheilt werden kann die Erkrankung nicht, aber sie kann deutlich verbessert werden.“

Wann ist meine Herzschwäche ein Notfall?

Ärztinnen und Ärzte unterscheiden zwischen der kompensierten und der dekompensierten Herzschwäche. „Die kompensierte Herzinsuffizienz ist ein stabiler Zustand, in dem der Patient lange sein kann. Aber: Jede Herzinsuffizienz dekompensiert irgendwann. Das heißt, sie verschlechtert sich irgendwann wieder“, erläutert die Ärztliche Leiterin des MVZs Dessau.

Anzeichen für seine solche Verschlechterung sind unter anderem geschwollene Füße, sehr schlechtes Atmen und eine schnelle Gewichtszunahme. Die dekompensierte Herzschwäche ist ein Notfall und wird meistens stationär im Krankenhaus behandelt.

Für eine nachhaltige Therapie: Ursache der Herzschwäche klären

Neben der medikamentösen Therapie ist es wichtig, die Ursache der Herzinsuffizienz zu klären. Rybak zählt beispielhaft Fragen auf, die geklärt werden müssen: „Hat der Patient eine koronare Herzerkrankung? Muss er Stents oder Bypässe kriegen? Wie sehen die Herzklappen aus?“ Häufig bestehe zum Beispiel eine Verengung der Aortenklappe, was bis ins hohe Alter exzellent mit Katheter zu behandeln sei. 

Herzinsuffizienz-Ambulanzen: „Struktur der Zukunft“

„Vor einigen Jahren hat die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie spezialisierte Herzinsuffizienz-Ambulanzen in Kliniken und Praxen etabliert“, berichtet Rybak. „In unserem Fall ist unsere zuständige Klinik das Herzzentrum Coswig. Die Herzinsuffizienzschwestern dort spielen eine extrem wichtige Rolle.“ Denn: Sie entwickeln eine enge Beziehung zu den Betroffenen und nehmen den Ärztinnen und Ärzten damit enorm Arbeit ab. „Das ist die Struktur der Zukunft“, ist sich die Ärztin sicher.

Herzinsuffizienz-Schwestern: Verlängerter Arm der Ärzt*innen

Die Herzinsuffizienz-Schwestern Wencke Kürschner und Dorit Balzer-Globig beschreiben sich selbst als „verlängerter Arm der Ärzt*innen“. Ihre Hauptaufgaben: Betroffene eng begleiten, über Symptome aufklären und sie auf den Alltag nach dem Krankenhausaufenthalt vorbereiten.

„Wir schulen Patient*innen unter anderem auf Risikofaktoren, die sie günstig beeinflussen können“, sagt Kürschner. Dazu gehören Ernährung, Bewegung und die Einnahme toxischer Substanzen wie Alkohol und Nikotin. „Auch Prävention liegt uns sehr am Herzen. Wir beraten nicht nur Betroffene, die schon erkrankt sind, sondern auch Menschen, die gefährdet sind“, ergänzt Balzer-Globig.

„Der Patient kann für seine Therapie viel tun“

Neben der regelmäßigen Einnahme der verordneten Medikamente ist es wichtig, dass Betroffene ihre Vitalwerte regelmäßig kontrollieren. „Der Patient kann sehr viel tun“, betont Balzer-Globig. Sie und ihre Kolleginnen händigen bei der Entlassung ein Herzinsuffizienz-Tagebuch aus, dass die Patient*innen regelmäßig mit Werten wie Gewicht oder Blutdruck füllen sollen. „Anhand der Dokumentation können die Ärztinnen und Ärzte die Medikation besser einstellen“, erklärt sie.

In Bewegung bleiben 

„Wir wissen alle, dass Sport und Ernährung das A und O für die Gesundheit sind“, betont Kürschner. Wer an Herzschwäche erkrankt sei, solle ganz besonders darauf achten. Früher habe man Betroffenen oft Bettruhe verordnet. Heute wisse man: „Bewegung ist ein wichtiger Teil der Herzschwäche-Therapie. Je mehr man sich schont, umso mehr Muskelabbau hat man auch und das schränkt die Leistungsfähigkeit weiter ein.“ Das bedeutet: „Sie dürfen sich belasten, aber nicht an die Leistungsgrenze gehen – starten Sie zum Beispiel mit entspannten Spaziergängen nach einem Krankenhausaufenthalt“, rät Kürschner.

Das gesamte Interview im MEDICLIN-Podcast hören

Das gesamte Interview können sich Interessierte in der aktuellen Folge des MEDICLIN-Podcasts anhören. Sie ist Teil der fünften Staffel „Ihr Gesundheitsratgeber“, in der MEDICLIN-Expert*innen über verschiedenste Krankheiten aufklären. Zu hören ist die Folge „Herzinsuffizienz“ auf den gängigen Podcast-Plattformen und auf der Übersichtsseite: https://www.mediclin.de/podcast-uebersicht/der-mediclin-podcast-ihr-gesundheitsratgeber/

Über das MEDICLIN Herzzentrum Coswig
Das MEDICLIN Herzzentrum Coswig ist ein interdisziplinäres Zentrum für kardiovaskuläre Medizin. Unter einem Dach vereint das Herzzentrum die Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie, die Klinik für Kardiologie und Angiologie sowie die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Die im Jahre 1998 eröffnete Klinik verfügt über 113 Betten und beschäftigt rund 340 Mitarbeiter*innen.

Über MEDICLIN

Zu MEDICLIN gehören deutschlandweit 32 Kliniken, sechs Pflegeeinrichtungen und zehn Medizinische Versorgungszentren. MEDICLIN verfügt über rund 8.300 Betten/ Pflegeplätze und beschäftigt rund 10.000 Mitarbeiter*innen.

In einem starken Netzwerk bietet MEDICLIN den Patient*innen die integrative Versorgung vom ersten Arztbesuch über die Operation und die anschließende Rehabilitation bis hin zur ambulanten Nachsorge. Ärzt*innen, Therapeut*innen und Pflegekräfte arbeiten dabei sorgfältig abgestimmt zusammen. Die Pflege und Betreuung pflegebedürftiger Menschen gestaltet MEDICLIN nach deren individuellen Bedürfnissen und persönlichem Bedarf.

MEDICLIN – ein Unternehmen der Asklepios-Gruppe.

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