Bauernproteste: Perspektiven für Landwirtschaft aufzeigen

Zu den anhaltenden Protesten von Bäuerinnen und Bauern, die heute mit einer Großveranstaltung in Berlin enden sollen und zur Situation der Landwirtschaft, kommentiert Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

„Die Proteste der Bäuerinnen und Bauern muss zu Handlungen führen, die den Weg der Landwirtschaft in die Zukunft ebnet. Die Bundesregierung muss jetzt das umsetzen, was in den letzten Jahren in Borchert-Kommission oder Zukunftskommission Landwirtschaft geeint wurde und dafür sorgen, keine neuen Abhängigkeiten zu schaffen. Wir brauchen einen klaren sozial-ökologischen Zukunftsplan-Landwirtschaft. Her mit der Tierwohlabgabe für die gezielte Finanzierung des Umbaus der Tierhaltung, her mit fairen Produktionspreisen, her mit einer gerechten Verteilung der Gelder, gerade auch für kleine Höfe und für Maßnahmen für den Arten- und Umweltschutz. 

Für die immensen Herausforderungen, vor die uns der Klimawandel und das Artensterben stellen, werden derzeit  keine angemessenen Antworten gegeben. Es gelingt bislang dieser Regierung ebenso wenig wie den Vorgängerregierungen, eine Perspektive für eine Transformation aufzuzeigen, die die Menschen ausreichend mitnimmt. Insbesondere für viele Bäuerinnen und Bauern scheint nach Jahrzehnten verfehlter Agrarpolitik die Gewissheit zu fehlen, dass ein Umbau für sie machbar ist. Das muss sich jetzt ändern.”

Hintergrund: 

Der BUND war Mitglied der Borchert-Kommission und ist weiterhin Teil der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL), und setzt sich dafür ein, die dort gemeinsam gefundenen Ergebnisse umzusetzen. Insbesondere macht sich der BUND für den Umbau der Tierhaltung und ein Ende der pauschalen Flächenzahlungen im Rahmen der Agrarförderung stark. Der BUND fordert außerdem eine konsequente Pestizidreduktionsstrategie und die Beibehaltung der Regulierung von Gentechnik.

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