Drittes Quartal: Continental steigert Automotive-Ergebnis und bereinigten Free Cashflow

  • Konzernumsatz 10,2 Milliarden Euro (Q3 2022: 10,4 Milliarden Euro, -1,5 Prozent)
  • Bereinigtes EBIT 637 Millionen Euro (Q3 2022: 595 Millionen Euro, +7,1 Prozent)
  • Bereinigte EBIT-Marge 6,2 Prozent (Q3 2022: 5,7 Prozent)
  • Nettoergebnis 299 Millionen Euro (Q3 2022: -211 Millionen Euro)
  • Bereinigter Free Cashflow 466 Millionen Euro (Q3 2022: -496 Millionen Euro)
  • Nikolai Setzer, CEO: „Wir haben im Reifenbereich ein gutes sowie bei ContiTech ein stabiles Ergebnis erwirtschaftet und bei Automotive Fortschritte erzielt“
  • Katja Garcia Vila (ehemals Dürrfeld), CFO: „Unser Fokus liegt darauf, unser Ergebnis zu steigern sowie Lager- und Forderungsbestände weiter zu reduzieren, sodass wir zum Jahresende einen bereinigten Free Cashflow von rund 0,8 bis 1,2 Milliarden Euro erreichen“
  • Automotive bringt Künstliche Intelligenz (KI) ins Auto
  • Tires gewinnt Nachhaltigkeitspreis
  • ContiTech eröffnet neues TechCenter für Wasserstofftechnologien
  • Umsatzausblick des Konzerns sowie des Unternehmensbereichs Automotive leicht angepasst, Ausblick für die bereinigte EBIT-Marge des Unternehmensbereichs Tires leicht erhöht

Continental hat das dritte Quartal 2023 im Rahmen der Erwartungen abgeschlossen. Im Unternehmensbereich Automotive hat das Technologieunternehmen das operative Ergebnis infolge der erzielten Preisanpassungen, einer hohen Kostendisziplin und einer Stabilisierung der Lieferketten im Vergleich zum ersten Halbjahr deutlich verbessert. Darüber hinaus steigerte Continental den bereinigten Free Cashflow im Vergleich zum Vorjahresquartal sowie den ersten Quartalen dieses Jahres. Grund hierfür ist vor allem ein Abbau der Lagerbestände. Insbesondere infolge anhaltender negativer Wechselkurseffekte passt Continental den Umsatzausblick für den Unternehmensbereich Automotive an. Ebenso angepasst wird der Ausblick für den Konzernumsatz. Ferner wird der Ausblick für die bereinigte EBIT-Marge im Unternehmensbereich Tires aufgrund der guten Ergebnisentwicklung leicht erhöht.

„Das dritte Quartal haben wir im Rahmen unserer Erwartungen abgeschlossen. Wir haben im Reifenbereich ein gutes sowie bei ContiTech ein stabiles Ergebnis erwirtschaftet und bei Automotive Fortschritte erzielt. Das Automotive-Ergebnis haben wir im Vergleich zum ersten Halbjahr dieses Jahres deutlich gesteigert. Daran werden wir im vierten Quartal anknüpfen und uns weiter verbessern“, sagte Nikolai Setzer, Vorstandsvorsitzender von Continental, am Mittwoch in Hannover.

Im dritten Quartal 2023 erreichte Continental einen Konzernumsatz von 10,2 Milliarden Euro (Q3 2022: 10,4 Milliarden Euro, -1,5 Prozent). Das bereinigte operative Ergebnis belief sich auf 637 Millionen Euro (Q3 2022: 595 Millionen Euro, +7,1 Prozent). Das entspricht einer bereinigten EBIT-Marge von 6,2 Prozent (Q3 2022: 5,7 Prozent).

Das Nettoergebnis verbesserte sich im dritten Quartal auf 299 Millionen Euro (Q3 2022: -211 Millionen Euro). Der bereinigte Free Cashflow lag bei 466 Millionen Euro (Q3 2022: -496 Millionen Euro).

„Wir haben auch beim bereinigten Free Cashflow Fortschritte erzielt. Im vierten Quartal werden wir, wie im vergangenen Jahr, deutlich zulegen müssen. Unser Fokus liegt darauf, unser Ergebnis zu steigern sowie Lager- und Forderungsbestände weiter zu reduzieren, sodass wir zum Jahresende einen bereinigten Free Cashflow von rund 0,8 bis 1,2 Milliarden Euro erreichen“, sagte Katja Garcia Vila (ehemals Dürrfeld), Finanzvorständin von Continental.

Automobilproduktion etwa auf dem Niveau des zweiten Quartals 2023

Die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen lag im dritten Quartal 2023 nach vorläufigen Zahlen bei rund 22,3 Millionen Einheiten. Damit erreichte sie in etwa das Niveau des vorangegangenen Quartals (Q2 2023: 22,2 Millionen Einheiten) und lag rund 4 Prozent über dem Vorjahresquartal (Q3 2022: 21,5 Millionen Einheiten).

Marktausblick und Prognose für das Geschäftsjahr 2023 angepasst

Continental geht für 2023 von einem Anstieg der Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen um 5 bis 7 Prozent (zuvor 3 bis 5 Prozent) gegenüber dem Vorjahr aus. Für den Weltmarkt im Reifenersatzgeschäft erwartet das Technologieunternehmen eine Absatzentwicklung von -2 bis 0 Prozent .

Den Umsatzausblick für den Unternehmensbereich Automotive passt Continental insbesondere infolge anhaltender negativer Wechselkurseffekte an. So erwartet Continental für den Unternehmensbereich Automotive nun einen Umsatz von rund 20,0 bis 21,0 Milliarden Euro (zuvor 20,5 bis 21,5 Milliarden Euro) und einen Konzernumsatz von rund 41,0 bis 43,0 Milliarden Euro (zuvor 41,5 bis 44,5 Milliarden Euro).

Darüber hinaus wird infolge der guten Entwicklung des Reifenbereichs trotz rückläufiger europäischer und nordamerikanischer Märkte im Reifenersatzgeschäft der Ausblick für die bereinigte EBIT-Marge leicht erhöht. Für den Unternehmensbereich Tires erwartet Continental nun eine bereinigte EBIT-Marge von rund 12,5 bis 13,5 Prozent (zuvor 12 bis 13 Prozent).

Automotive verbessert Ergebnis im Vergleich zum ersten und zweiten Quartal

Im Unternehmensbereich Automotive stieg der Umsatz um 1,8 Prozent auf 5,0 Milliarden Euro (Q3 2022: 4,9 Milliarden Euro). Bereinigt um den Einfluss von Wechselkurseffekten und Konsolidierungskreisveränderungen, ergab sich eine organische Umsatzsteigerung von 5,1 Prozent, während die globale Automobilproduktion um rund 4 Prozent stieg. Damit schnitt der Unternehmensbereich leicht besser ab als der Markt. Die bereinigte EBIT-Marge steigerte Automotive im Vergleich zu den ersten beiden Quartalen dieses Jahres deutlich. Sie lag bei 2,8 Prozent (Q3 2022: 2,5 Prozent).  

Die Verbesserung des Ergebnisses resultierte insbesondere aus den erfolgten Preisanpassungen aufgrund inflationsbedingter Zusatzkosten von rund 1 Milliarde Euro im Gesamtjahr 2023 allein im Unternehmensbereich Automotive. Darüber hinaus wirkten sich die hohe Kostendisziplin sowie eine Stabilisierung der Lieferketten positiv auf das Ergebnis aus.

Wie anlässlich der IAA Mobility 2023 in München bekannt gegeben, wird Automotive gemeinsam mit Google Cloud Künstliche Intelligenz (KI) ins Auto bringen. Continental ist damit weltweit einer der ersten Automobilzulieferer, der Anwendungen von Google Cloud direkt in Fahrzeugrechner integriert. Im Rahmen der Partnerschaft bringen beide Unternehmen jeweils ihre Expertise in den Feldern Automotive, Software, KI und Cloud-Computing ein. So können Fahrerinnen und Fahrer in einen Dialog mit ihren Fahrzeugen treten und sich beispielsweise während der Fahrt nach Informationen zu Sehenswürdigkeiten auf der Strecke oder am Ziel erkundigen.

Ferner hat Continental mit dem Unternehmen DeepDrive eine strategische Partnerschaft geschlossen. Als ersten Meilenstein entwickeln beide Unternehmen eine kombinierte Einheit aus Antriebs- und Bremskomponenten, die direkt am Rad zum Einsatz kommt. Continental steuert Bremskomponenten für die gemeinsame Antriebs-Brems-Einheit bei und sorgt mit ihren Kompetenzen bei der Industrialisierung hin zur Serienentwicklung dafür, dass die Motoren-innovation in Kombination mit neuester Bremsentechnologie zeitnah auf die Straße kommt.

Unternehmensbereich Tires gewinnt Nachhaltigkeitspreis

Ein abermals gutes Quartal verzeichnete der Unternehmensbereich Tires. Infolge rückläufiger Volumina im Reifenersatzgeschäft lag der Umsatz im Reifenbereich mit 3,4 Milliarden Euro unter dem des Vorjahresquartals (Q3 2022: 3,6 Milliarden Euro, -5,4 Prozent). Gleichwohl verbesserte Tires die Ergebnissituation. Die bereinigte EBIT-Marge steigerte Tires auf 13,2 Prozent (Q3 2022: 11,8 Prozent). Diese höhere Marge resultiert vor allem aus dem weiterhin hohen Anteil an Premiumreifen sowie geringeren Kosten für Rohmaterialien.

Darüber hinaus hat Continental einen weiteren Nachhaltigkeitspreis gewonnen: Der derzeit nachhaltigste Serienreifen im Markt, der UltraContact NXT, wurde auf der Swiss Automotive Show im August 2023 in der Kategorie „Nachhaltige Entwicklung/Umwelt“ als Gewinner ausgezeichnet. Mit bis zu 65 Prozent nachwachsenden, wiederverwerteten und massenbilanzzertifizierten Materialien kombiniert der neue Sommerreifen von Continental einen besonders hohen Anteil nachhaltiger Materialien mit maximaler Sicherheit und Leistung. Dies zeigt sich auch darin, dass der Reifen die Bestnote im EU-Reifenlabel („A“) in den Bereichen Rollwiderstand, Nassbremsen und Außengeräusch erhalten hat. Seit Juli 2023 ist der Reifen im Handel erhältlich.

ContiTech eröffnet neues TechCenter für Wasserstofftechnologien

Der Unternehmensbereich ContiTech zeigte ein weiteres stabiles Quartal. So erzielte ContiTech einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro (Q3 2022: 1,7 Milliarden Euro, -1,0 Prozent) sowie eine bereinigte EBIT-Marge, die mit 6,6 Prozent leicht über dem Niveau des Vorjahresquartals lag (Q3 2022: 6,3 Prozent). Dazu haben insbesondere Preisanpassungen infolge der Inflation beigetragen.

An ihrem Standort in Hamburg-Harburg hat Continental ein neues TechCenter für Wasserstofftechnologien eröffnet. ContiTech nutzt dieses unter anderem als kollaborative Plattform für den internen und externen Wissensaustausch, beispielsweise mit Universitäten oder anderen Unternehmen. Innovationen und der Transfer bestehender technischer Lösungen für neue Anwendungen im Bereich der Wasserstofftechnologien werden gefördert.

Ferner hat ContiTech auf der IAA Mobility in München im September mit dem nachhaltigen Designkonzept SPACE D den Fahrzeuginnenraum der Zukunft vorgestellt. Nachhaltigkeit stand dabei im Mittelpunkt. Viele der verarbeiteten Oberflächenlösungen stehen für Kohlenstoffneutralität und Kreislaufwirtschaft in Verbindung mit einer qualitativ hochwertigen Produktleistung. Weitere Schwerpunkte waren die Themen Design und Funktion.

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