Sächsischer Arbeitsmarkt weiterhin auf dem Niveau von 2018

Von März auf April 2021 ist die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer auf dem sächsischen Arbeitsmarkt um rund 3.200 auf knapp 134.200 gesunken. Die Arbeitslosenquote ist auf 6,3 Prozent zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat, bei dem die Corona-Pandemie erstmals deutliche Spuren hinterlassen hat, sind aktuell rund 5.000 Frauen und Männer mehr arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von rund vier Prozent.

„Auf den ersten Blick sehen wir einen Rückgang der Arbeitslosigkeit im April, das ist eine gute Tendenz. In den letzten vier Wochen haben über 10.000 Frauen und Männer eine neue Arbeit aufgenommen. Wieder mehr Menschen konnten mit einer Weiterbildung beginnen, um sich so für die Arbeit von morgen fit zu machen. Jedoch ist die übliche Frühjahrsbelebung gedämpft. Denn üblicherweise sinken die Arbeitslosenzahlen in einem April doppelt so stark. Aktuell bleibt die Aufnahmefähigkeit der Wirtschaft im Zuge der Corona-Pandemie gebremst und viele Betriebe nutzen weiterhin das Kurzarbeitergeld, um Arbeitsplätze zu erhalten. Fakt ist: Die Corona-Pandemie ist für stärkere Erholungseffekte am Arbeitsmarkt noch zu präsent. Wir freuen uns aber, dass die Impfkampagne mittlerweile bei der erwerbsfähigen Bevölkerung angekommen ist. Denn das Impfgeschehen wird maßgeblich die weitere Entwicklung beeinflussen – und damit die Chancen und Perspektiven auf dem sächsischen Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Deshalb appelliere ich an alle Menschen in Sachsen, das sich ausweitende Impfangebot zu nutzen“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit.

Arbeitslosenzahl im April: 134.160
Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (137.325): -3.165 oder -2,3 Prozent
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (129.226): +4.934 oder +3,8 Prozent
Arbeitslosenquote im April: 6,3 Prozent

Anträge auf Kurzarbeitergeld für Januar:
Personen in den Anträgen auf Kurzarbeitergeld für Januar: 24.589
157.880

Arbeitslosigkeit
Insgesamt gab es im April in Sachsen 134.160 arbeitslose Menschen. Im Vergleich zum Vormonat waren 3.165 weniger (minus 2,3 Prozent) arbeitslos gemeldet. Das liegt vor allem daran, dass mehr Menschen eine neue Arbeit aufgenommen haben. Dabei spielen insbesondere die saisonabhängigen Branchen wie das Baugewerbe oder die Landwirtschaft eine Rolle. Außerdem konnten mehr Menschen eine Weiterbildung oder Arbeitsgelegenheit beginnen.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 4.934 mehr Menschen arbeitslos gemeldet (plus 3,8 Prozent). Bereits im April 2020 zeigten sich erste Auswirkungen der Corona-Pandemie. Mehr als 13.000 Sächsinnen und Sachsen verloren damals ihren Arbeitsplatz. Seitdem ist der Arbeitsmarkt auf das Niveau von 2018 zurückversetzt.

Im April wurden 36,9 Prozent aller Arbeitslosen (49.471) im Rechtskreis SGB III von einer Agentur für Arbeit und 63,1 Prozent (84.689) im Rechtskreis SGB II von einem Träger der Grundsicherung betreut. Im Vergleich zum Vormonat sind in den Arbeitsagenturen 4.000 weniger Frauen und Männer arbeitslos gemeldet (minus 7,5 Prozent) und im Vergleich zum Vorjahr sind es 758 Arbeitslose weniger (minus 1,5 Prozent). In den Jobcentern ist die Arbeitslosenzahl zum Vormonat um 837 (plus ein Prozent) und im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5.692 (plus 7,2 Prozent) gestiegen. Auffällig ist die Zunahme der Langzeitarbeitslosigkeit in Sachsen. Im Vergleich zum April 2020 liegt hier im SGB II ein Zuwachs um 38 Prozent vor, im SGB III sogar um fast 65 Prozent.

Die Arbeitslosenquote liegt im April bei 6,3 Prozent und entspricht dem Niveau vom April 2018. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg sie um 0,2 Prozentpunkte.

Kurzarbeit
Für den Monat Januar 2020 liegt die aktuelle Hochrechnung für die tatsächlich realisierte Kurzarbeit in Sachsen vor. Demnach haben bislang für den Januar rund 24.600 Betriebe konjunkturelles Kurzarbeitergeld für insgesamt 158.000 beschäftigte Frauen und Männer beantragt. Das waren 4.600 Betriebe und 27.000 Kurzarbeiter mehr als im Dezember 2020.

Auch im April 2021 haben sächsische Betriebe Kurzarbeitergeld neu anzeigen müssen, weil von einem Arbeitsausfall auszugehen war oder die ursprüngliche Anzeige verlängert werden musste. So haben in den vergangenen Wochen weitere 729 sächsische Betriebe Kurzarbeit neu angezeigt. Hinter diesen Anzeigen standen 14.953 Beschäftigte. Besonders auffällig ist der Anstieg der Neuanzeigen dabei in der Automobil- und Baubranche.

Beschäftigung
Die Zahl der Beschäftigten in Sachsen ist von Januar auf Februar um 2.100 (minus 0,1 Prozent) gesunken. Ein Rückgang in einem Februar ist nicht unüblich, er fällt aber in diesem Jahr etwas höher aus als im Vorjahr. Damit waren im Februar 2021 in Sachsen nach ersten Hochrechnungen rund 1,61 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind 5.100 weniger Menschen angestellt, was einem Beschäftigungsrückgang von 0,3 Prozent entspricht. Im Vergleich zum April 2020 ist ein Abbau vor allem im Verarbeitenden Gewerbe, Gastgewerbe und dem Handel zu verzeichnen.

Arbeitskräftenachfrage
Im April haben sächsische Betriebe insgesamt 7.460 freie Stellen neu gemeldet. Im Vergleich zum März waren es 332 weniger (minus 4,3 Prozent) und zum April 2020 rund 3.657 mehr (plus 96,2 Prozent) gemeldete Arbeitsstellen. Das sind fast doppelt so viele wie im April des Vorjahres – was an dem niedrigen Vorjahreswert liegt. Im langfristigen Vergleich sind in einem April vor Beginn der Corona-Pandemie zuletzt im Jahr 2009 weniger Stellen gemeldet worden als aktuell. Im ersten Quartal des Jahres wurden rund 28.100 Stellen neu gemeldet. Aktuell sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 36.764 freie Stellen gemeldet, 592 mehr als im Vormonat und rund 2.800 mehr als vor einem Jahr. Der gemeinsame Arbeitgeberservice berät suchende Unternehmen und vermittelt geeignete Bewerberinnen und Bewerber.

Unterbeschäftigung
Im April 2021 haben rund 34.400 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen oder standen vorübergehend der Arbeitsvermittlung nicht zur Verfügung. Einige wurden mit Weiterbildungen (7.918) gefördert, haben an Arbeitsgelegenheiten in der Grundsicherung (3.759) und an Aktivierungsmaßnahmen (4.902) teilgenommen oder wurden durch andere Träger unterstützt (4.823). Der Bestand an Maßnahmeteilnehmenden liegt damit deutlich unter dem Vorjahresniveau. Ein weiterer Teil der Frauen und Männer stand aus anderen Gründen der Vermittlung nicht zur Verfügung und war deshalb nicht arbeitslos – zum Beispiel wegen kurzfristiger Krankheit (2.700).

Betrachtet nach den Neuzugängen in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen ist ein Aufschwung im April erkennbar – wenn auch auf geringerem Niveau im Vergleich zur Vorkrisenzeit. Über 1.200 Menschen konnten im April mit einer beruflichen Weiterbildung beginnen, weitere 900 Personen wurden mit einem Lohnzuschuss gefördert und fast 1.600 haben eine Arbeitsgelegenheit aufgenommen.

Die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen, Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und vorübergehend nicht verfügbaren Arbeitsuchenden – belief sich im April 2021 auf insgesamt 168.587 Personen. Die Unterbeschäftigung ohne Kurzarbeit ist von März auf April 2021 um 2.807 gesunken und weist nun einen leichten Rückgang zum Vorjahr auf. Aktuell liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 79,6 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im April 2021 bei 7,8 Prozent.

Grundsicherung
Im April waren 148.186 Familien (Bedarfsgemeinschaften) auf finanzielle Unterstützung der dreizehn sächsischen Jobcenter angewiesen. Damit ist die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Vergleich zum Vormonat um 1.016 gesunken. Insgesamt 183.938 erwerbsfähige Menschen sind aktuell auf Grundsicherungsleistungen angewiesen, 1.154 weniger als im März. Nach aktuellen Hochrechnungen haben im Vergleich zum Vorjahresmonat 7.319 weniger Menschen Grundsicherung bezogen – der vergleichsweise hohe Rückgang ist vor allem im starken Anstieg im April 2020 begründet. Die aktuellen Zahlen bewegen sich auf dem Niveau vor der Corona-Pandemie.

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