Handmade im Thüringer Wald

Schon Albert Einstein und Erich Kästner spielten mit den legendären Ankersteinen „Handmade in Thüringen“. Und auch viele andere traditionell gefertigte Stücke aus dem Thüringer Wald haben Fans in aller Welt, so etwa Gartenzwerge, Christbaumkugeln oder Pfeifen. Noch heute bieten Manufakturen aus der Region ihre Produkte zum Sammeln, Spielen, Benutzen und natürlich zum Verschenken an. Viele Handwerker lassen sich bei der Arbeit gerne über die Schulter schauen und geben bereitwillig Auskunft über Handwerkskunst und Technik. Und vor Ort kann man sich gleich mit liebevoll gefertigten Einzelstücken für den heimischen Gabentisch eindecken. Auch wenn durch Corona-bedingte Schließungen ein Besuch in der Werkstatt nicht möglich ist, kann man sich doch die wunderbaren Stücke Thüringer Tradition bequem online bestellen und nach Hause liefern lassen.

Spielzeug mit Kultstatus
Seit über 135 Jahren werden in Rudolstadt Ankersteine, das älteste Systemspielzeug der Welt, nach traditionellem Rezept von Hand hergestellt und erfüllen dabei zudem höchste ökologische Kriterien. Auch Walter Gropius war ein großer Fan der Ankerbausteine und nutzte diese, um seinen Studenten Grundsätze von Statik und Verbundbauweise anschaulich zu präsentieren. Im Online-Shop gibt es daher neben den Klassik-Kästen sogar einen Gropius-Baukasten im Bauhaus-Stil. Ein weiterer Klassiker des Kinderspiels und ebenso pädagogisch wertvoll und frei von Konservierungsstoffen sind die Kellner Steckfiguren, die seit 80 Jahren produziert werden. Und die in DDR-Zeiten ursprünglich als therapeutisches Spielzeug entwickelten Rupfentiere von Renate Müller haben sich längst zu Design-Kultobjekten entwickelt und werden unter Sammlern hoch gehandelt: Kein Wunder,  Nashorn, Nilpferd, Krokodil und Co haben eine riesige Fangemeinde in aller Welt und wurden sogar schon im MOMA in New York ausgestellt.


Wer will, kann sie auch im Deutschen Spielzeug Museum in Sonneberg bestaunen und sich dabei einen Überblick über die älteste Spielzeugsammlung Deutschlands verschaffen. Schließlich war die Region einst Zentrum der Spielwarenherstellung, der kleine Ort Sonneberg im 18. und 19. Jahrhundert Weltspielwarenstadt. Noch heute führt die Spielzeugstraße – die Produktionslinie von Waltershausen bis Nürnberg – durch die Region. Und man bekommt hier eine Fülle an hochwertigen und schönen handgemachten Spielsachen aus den vielen Manufakturen. Einige der weltweit bekanntesten Spielwaren werden hier noch heute in bester Qualität gefertigt, so etwa Teddybären und Zinnfiguren.

Die letzten ihrer Art
Der Gartenzwerg trat ebenfalls vom Thüringer Wald seinen Siegeszug um die ganze Welt an. Heute sind die urigen Tonfiguren nicht nur Inbegriff des deutschen Kleinbürgertums, sondern auch Kultobjekt. Bereits seit über 150 Jahren werden sie in Gräfenroda von Hand gefertigt. In 4. Generation formt Reinhard Griebel noch Zwerge, Wichtel und Co aus Ton in Serie, als Einziger in ganz Europa. Umso glücklicher ist der „Gnömchenmacher“, dass er eine Nachfolgerin finden konnte, die seine besondere Tradition fortsetzen will. Mit dem Werkstattbesuch und der Onlinebestellung müssen sich Interessierte noch etwas gedulden: Im nächsten Frühjahr werden die Gartenzwerg-Manufaktur und das urige Gartenzwergmuseum neu eröffnet.

Auch die Wiege des deutschen Pfeifenbaus steht im Thüringer Wald: zwei Jahrhunderte lang war Ruhla das Mekka der Pfeifenraucher in aller Welt. Pfeifen aus Thüringen wurden in Grönland und dem Kaukasus ebenso geschmaucht wie in Afrika, Asien und Amerika. Wie auch Reinhard Griebel zählt Frank-Peter Filß zu den letzten seiner Art. Der 61-Jährige von der Pfeifenmacherei am Inselsberg in Bad Tabarz ist ein Meister im Drehen von Pfeifenköpfen und Mundstücken. Er versteht es, traditionelles Handwerk und modernes Genusserlebnis zu verbinden und bietet für seine Kunden echte Entschleunigung. Die auf Wunsch auch individuell gestalteten und verzierten Einzelstücke sind per Mail bestellbar. Wer den Meister persönlich besucht, braucht nur einen Abstecher zum rund 20 km entfernten Tabakpfeifenmuseum in Ruhla zu machen und kann in einem der schönsten und ältesten Fachwerkhäuser der Stadt die ganze Pracht der Pfeifen erleben.  

Die Wiege der Glasherstellung
Nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern das ganze Jahr über lohnt ein Besuch im Weihnachtsland am Rennsteig. In der Region, die als Wiege der Glasherstellung und Heimat der Christbaumkugel weltweit bekannt ist, fertigen und bemalen noch zahlreiche Betriebe Weihnachtsbaumschmuck von Hand. Glasbläser laden in ihre Werkstätten und bieten die filigranen Stücke zum Kauf an. Das Herzstück der Glasbläserstadt Lauscha bildet die rund 150 Jahre alte Farbglashütte, in der Besucher den Entstehungsprozess von Röhren und Stäben für das weiterverarbeitende Kunsthandwerk live miterleben können. Beliebtes Mitbringsel ist das traditionelle Thüringer Waldglas mit seiner markanten Grünfärbung und den eingeschlossenen Luftbläschen. Diese und viele weitere Klassiker aus Glas sind im Online-Shop der Glashütte erhältlich. Wer noch tiefer in die Welt des Glases eintauchen möchte, kann im Museum für Glaskunst Lauscha, dem ältesten deutschen Spezialmuseum für Glas, eine einzigartige Sammlung von Lampenglas über Christbaumschmuck bis zum Glasauge für Stofftiere bestaunen.

Weitere Informationen: www.thueringer-wald.com

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