OBEL AWARD 2019: Water Garden

Neuer ambitionierter internationaler Architekturpreis präsentiert das Siegerprojekt: Junya Ishigamis außergewöhnlichen Landschaftsgarten Water Garden bei Aedes in Berlin.

Ausstellung: 13. Mai – 25. Juni 2020
Ort: Aedes Architekturforum, Christinenstr. 18-19, 10119 Berlin
Öffnungszeiten: Di-Fr 11-18.30 Uhr, So-Mo 13-17 Uhr


Das erste mit dem OBEL AWARD – einem neuen internationalen Architekturpreis – ausgezeichnete Projekt ist der Art Biotop Water Garden von Junya Ishigami & Associates. Am Fuß der Nasu Berge im japanischen Tochigi gelegen, tritt der einfühlsam gestaltete Landschaftsgarten als traumhafter, wasserbefluteter Wald in Erscheinung.

Laut Jury zieht dieser außergewöhnliche Garten die Grenzen zwischen Architektur, Landschaftsarchitektur, Kunst und Umweltschutz neu und zeigt, wie wir auf respektvolle Weise mit der Natur interagieren können.

Der OBEL AWARD arbeitet jetzt mit dem Aedes Architekturforum zusammen, um mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, Ishigamis höchst poetische Landschaft zu erleben. Die Installation erstreckt sich über beide Ausstellungsräume bei Aedes, und die Besucher können die Zeichnungen, Fotos und Videos in einem sicheren Umfeld betrachten.

»Ein wichtiger Teil der Vision des OBEL AWARDS ist die Initiierung einer Debatte über die Rolle von Architektur in einer sich verändernden Welt. Deswegen freuen wir uns sehr darüber, mit dem Aedes Architekturforum zusammenzuarbeiten und von seiner 40-jährigen Erfahrung in der weltweiten Förderung des Architekturdiskurses zu profitieren. Wir hoffen, dass durch diese Partnerschaft die Vision und Themen des OBEL AWARDS an ein breiteres Publikum vermittelt werden können.«
– Christen W. Obel, Vorsitzender der Henrik Frode Obel Stiftung

Der OBEL AWARD

Der OBEL AWARD ist ein neuer internationaler Architekturpreis, der herausragende aktuelle Architekturbeiträge zur menschlichen Entwicklung weltweit ehrt. Der Preis soll Architekten einen Impuls bieten, sich ihrer Verpflichtungen gegenüber dem Gemeinwohl bewusst zu werden.

Der OBEL AWARD wird jährlich an realisierte Werke oder an Projekte verliehen, die in den letzten fünf Jahren begonnen wurden. Die Bandbreite der ausgezeichneten Projekte kann von Manifesten bis Masterplänen reichen und Gebäude, Landschaftsprojekte und Ausstellungen einschließen. Der Sieger erhält ein Preisgeld von 100.000 € und eine von einem bedeutenden Künstler entworfene Skulptur.

Der OBEL AWARD wird von der Henrik Frode Obel Foundation verwaltet, benannt nach ihrem Stifter, Henrik Frode Obel (1942-2014).

Art Biotop Water Garden, 2013-2018

Der Water Garden von Junya Ishigami & Associates ist eine neue Außenerweiterung des bestehenden Art Biotop Nasu, einem Zentrum für Künstler-Retreats in Tochigi, Japan.

Die außergewöhnliche Landschaft besteht aus 318 Bäumen, die aus einer angrenzenden Baustelle ausgegraben und am Projektstandort um 160 Teiche von unterschiedlicher Größe und Form wieder eingepflanzt wurden. Ein Moosteppich umgibt die Teiche, und Trittsteine schaffen ein behutsam choreografiertes Wegesystem durch den überfluteten Waldraum.

»Von Anfang an ging es nicht so sehr darum, etwas aus nichts zu schaffen, sondern darum, die bereits bestehende Umgebung zu nutzen und die verstreichende Zeit einen neuen Garten schaffen zu lassen. Wenn Dinge, die von Menschenhand errichtet wurden, neben natürlichen Dingen funktionieren sollen, ist Zeit ein wesentlicher Faktor« erläutert Junya Ishigami. 

Ishigami regte an, den ganzen Wald umzupflanzen, anstatt ihn zu roden, um Platz für den Bau eines neuen Hotelkomplexes zu schaffen. Jeder einzelne Baum wurde beschrieben, gemessen und nummeriert, bevor er gemäß dem Design von Ishigami in den angrenzenden Standort, einem früheren Reisfeld, verpflanzt wurde.

Durch die Nutzung des bestehenden Bewässerungssystems für das Reisfeld können die Baumarten, die eigentlich nicht für Feuchtgebiete geeignet sind, neben den zahllosen Teichen gedeihen. Alle Teiche sind durch unterirdische Röhren miteinander verbunden, die den Wasserzu- bzw. -abfluss in einen nahen Fluss gewährleisten. Somit entstand durch die umsichtige Reorganisation von vier Hauptelementen – Bäume, Wasser, Moos und Steine – eine alternative, von Menschenhand geschaffene Landschaft, die so nie in der Natur zu finden wäre.

Durch die Reproduktion natürlicher Umgebungen suggeriert der Water Garden die Möglichkeit einer harmonischen Koexistenz zwischen Mensch und Natur in der Zukunft. Gleichzeitig hinterfragt der Garten die Beziehung von uns Menschen zu unserer natürlichen Umgebung, unsere Wahrnehmung der Natur, die Rolle und Nutzung von Technologie sowie das menschliche Eingreifen in Ökosysteme.

Jurybegründung, 2019 OBEL AWARD

Mit der durchdachten Komposition natürlicher Elemente zieht der Landschaftsgarten Art Biotop Water Garden die Grenzen zwischen Architektur, Landschaftsarchitektur, Kunst und Umweltschutz neu.

Der Garten ist eine hochgradig künstliche, sorgfältig modellierte Landschaft, die abhängig ist von Technologie, aber gleichzeitig auch ein unbestreitbar natürlicher und lebendiger Organismus, der wächst und sich gemäß eigener inhärenter Dynamiken wandelt. Somit vermengt der Garten verschiedene Zeiträume: die Präsenz einer früheren, jetzigen und zukünftigen Ebene der Landschaft. Obgleich es sich um ein großmaßstäbliches und verhältnismäßig invasives Projekt handelt, bei dem ein ganzer Wald Baum für Baum verpflanzt wurde, beweist Junya Ishigami großen Respekt und Fürsorge für die Natur.

Ishigamis Ansatz setzt zum großen Teil auf Gefühle und Empfindungen und beruht auf dem Kontext und den Eigenschaften der Umgebung. Das Ergebnis ist eine Landschaft voller Schönheit und Atmosphäre – ein höchst poetischer Ort, der den Besucher emotional stark beeinflusst.

Mit dem Projekt fordert Ishigami Architekten und Besucher zu größerer Wertschätzung der Umwelt und mehr Verständnis unserer Beziehung zu ihr auf, regt aber gleichermaßen auch zum Handeln mit Vorstellungskraft, Mut und Respekt an. Das Projekt zeigt, wie wir mit der Natur interagieren und auf sie einwirken können, ohne sie zu zerstören. In diesem Sinne ist der Art Biotop Water Garden ein bahnbrechender Beitrag zur Architektur.

CV Junya Ishigami

Der 1974 in der Präfektur Kanagawa in Japan geborene Junya Ishigami ist Teil der jüngeren Generation von japanischen Architekten, die in den 2000er Jahren in Erscheinung traten. Ishigami studierte an der Tokyo University of the Arts und begann seine Laufbahn als Architekt bei SANAA, bevor er 2004 Junya Ishigami & Associates gründete. Seine Arbeit wurde schon bald für seine Originalität gewürdigt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zu seinen großmaßstäblichen Projekten zählen der Bau des Kanagawa Institute of Technology (KAIT Workshop, 2008), ein aufgrund seiner Leichtigkeit und der Kontinuität, die es zwischen Innen und Außen schafft, außergewöhnliches Gebäude; 2011 die Restaurierung des Polytechnischen Museums Moskau und der Umbau in einem Museumsgarten und 2019 der Serpentine Pavillon in Londons Hyde Park, eine der Schwerkraft trotzende leichte Struktur aus schwarzem Schiefer, die wie der Flügel eines Vogels geformt ist.

Weitere Informationen: obelaward.org und www.aedes-arc.de

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