Konjunkturerwartungen für China steigen kräftig

Nach den schweren wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für die Volksrepublik China scheint sich nun eine Besserung abzuzeichnen: In der aktuellen Aprilumfrage (15.04. – 22.04.2020) legen die Konjunkturerwartungen für China jedenfalls kräftig zu. Der CEP-Indikator, der auf Basis des China Economic Panel (CEP) erhoben wird und die Konjunkturerwartungen internationaler Finanzmarktexperten/-innen für China auf Sicht von zwölf Monaten wiedergibt, liegt aktuell bei 36,5 Punkten und damit um 25,4 Punkte höher als im Vormonat (März 2020: 11,1 Punkte). Die aktuelle wirtschaftliche Lage präsentiert sich vorerst jedoch noch schwach. So ist der Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in China im ersten Quartal 2020 mit minus 6,8 Prozent außerordentlich stark gewesen und war in dieser Größenordnung von den Experten/-innen nicht erwartet worden. Die monatliche CEP-Erhebung unter internationalen Finanzmarktexperten/-innen führen das ZEW Mannheim und die Fudan Universität (Shanghai) gemeinsam durch. Für das zweite Quartal 2020 liegen die BIP-Prognosen der befragten Experten/-innen nun bei nur noch 2,0 Prozent, zuvor waren es noch 4,2 Prozent. „Diese Zurücknahme bei den BIP-Prognosen ist auf die überraschend schlechte Entwicklung im ersten Quartal zurückzuführen. Im dritten Quartal soll die Wirtschaftsleistung Chinas dann allerdings wieder um 4,2 Prozent zunehmen“, sagt Dr.  Michael Schröder, Senior Researcher im ZEW-Forschungsbereich „Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement“ und Projektleiter der CEP-Erhebung. Für das gesamte Jahr prognostizieren die Experten/-innen nur noch ein Wachstum des realen BIP von 3,4 Prozent, im Vormonat gingen sie noch von 4,3 Prozent aus. Auch die Wachstumsprognosen für 2021 wurden reduziert und betragen aktuell 5,1 Prozent, ein Schwund von 0,4 Prozentpunkten im Vergleich zu den Prognosen des Vormonats.

Auffällig ist, dass sich die positiven Erwartungen auf Branchenebene nur teilweise widerspiegeln. So gingen die Einschätzungen zu wichtigen Industriebereichen (Chemie/Pharma, Elektro, Maschinenbau und IT) weiter zurück. Deutlich bessere Erwartungen ergaben sich lediglich für die Automobilbranche, Konsum/Handel sowie die Baubranche.
 „Es bleibt abzuwarten, wie stark die wirtschaftspolitischen Maßnahmen, die vor allem im Bereich der Geldpolitik liegen, zur Steigerung des Wirtschaftswachstums beitragen können“, so Schröder. Hier finden sich das Datenblatt und die Grafik zum Download.

Über ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim

Das ZEW in Mannheim forscht im Bereich der angewandten und politikorientierten Wirtschaftswissenschaften und stellt der nationalen und internationalen Forschung bedeutende Datensätze zur Verfügung. Das Institut unterstützt durch fundierte Beratung Politik, Unternehmen und Verwaltung auf nationaler und europäischer Ebene bei der Bewältigung wirtschaftspolitischer Herausforderungen. Zentrale Forschungsfrage des ZEW ist, wie Märkte und Institutionen gestaltet sein müssen, um eine nachhaltige und effiziente wirtschaftliche Entwicklung der wissensbasierten europäischen Volkswirtschaften zu ermöglichen. Durch gezielten Wissenstransfer und Weiterbildung begleitet das ZEW wirtschaftliche Veränderungsprozesse. Das ZEW wurde 1991 gegründet. Es ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Derzeit arbeiten am ZEW rund 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen rund zwei Drittel wissenschaftlich tätig sind.


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