Deutsche Alzheimer Gesellschaft und Förderstiftung Dierichs unterstützen die Demenz-Forschung mit 237.000 Euro

Die von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) vergebene Forschungsförderung 2026 beträgt insgesamt rund 237.00 Euro. Mit dieser Summe werden zwei Projekte gefördert, welche die medizinische und pflegerische Versorgung von Menschen mit Demenz verbessern sollen.

Die Forschungsförderung der DAlzG wird alle zwei Jahre vergeben, die Mittel dafür stammen aus zweckgebundenen Spenden und sollen die Forschung zur Versorgung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen unterstützen. Dieses Mal kann aus diesem Topf ein Projekt mit einer Summe von 48.577 Euro gefördert werden.
Weitere 188.000 Euro, die der DAlzG von der Förderstiftung Dierichs zur Verfügung gestellt werden, erhält ein Projekt aus dem Bereich der Grundlagenforschung. Auf die Ausschreibung hin, die Ende 2025 erfolgte, waren rund 30 Forschungsvorhaben aus beiden Bereichen eingereicht worden.

Swen Staack, Vorsitzender der DAlzG, dazu: „Ich freue mich sehr, dass wir seit 2020 unsere Forschungsförderung in Kooperation mit der Förderstiftung Dierichs vergeben können. So können wir diese beiden wichtigen Bereiche gleichermaßen unterstützen: Die Verbesserung der Lebensbedingungen für diejenigen, die bereits mit einer Demenz leben, und die Forschung an biologischen Grundlagen und Zusammenhängen von Demenzerkrankungen.“

Dr. Stefan Weiss, Vorstand der Förderstiftung Dierichs, ergänzt: „Unserem Stiftungsgründer Rudolf Dierichs war es ein tiefes persönliches Anliegen, dass Demenzen irgendwann besiegt werden. Geprägt durch die Demenzerkrankung seiner Frau, soll die Förderstiftung Dierichs einen Beitrag dazu leisten, anderen Menschen und ihren Angehörigen ein ähnliches Schicksal zu ersparen oder wenigstens erleichtern. Über die Kooperation mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft erzielen wir für die Ausschreibung unserer Forschungsgelder die notwendige große Reichweite, um so, im Sinne unseres Stifters, die Forschung auf dem Gebiet neurodegenerativer Erkrankungen voranzutreiben.“

Die Forscherinnen und Forscher erhielten die Förderurkunden am Abschlusstag des 13. Kongresses der DAlzG am 16. Oktober 2026 in Magdeburg. Folgende Projekte werden in den nächsten zwei Jahren gefördert:

Generationenübergreifender Naturraum Demenz

48.577 Euro erhalten Andrea König, Sonja Schraml und Nadine Holzer, Forschungsteam der Alzheimer Gesellschaft Oberland e.V. für ihr Projekt „Generationenübergreifender Naturraum Demenz (GeNaDe)“. Sie wollen untersuchen, inwieweit ein generationenübergreifendes Outdoor-Programm nicht nur Wohlbefinden, Lebensqualität, Stimmung und soziale Teilhabe von Menschen mit Demenz stärken, sondern gleichzeitig Belastung und Stressempfinden bei An- und Zugehörigen reduzieren kann. Hierbei werden sie unterschiedliche Angebote erproben von Gartenarbeit über kreatives Arbeiten mit Naturmaterialien bis hin zum Tipi mit Feuerstelle zum Geschichtenerzählen. Auch die Voraussetzungen für einen Transfer in andere Versorgungssettings werden untersucht, um ein nachhaltiges Angebot zu entwickeln.

Zusammenhänge von Veränderungen der Blutfettwerte und dem Verlauf der Alzheimer-Krankheit

Eine Fördersumme von 188.000 Euro geht an Priv.-Doz. Dr. med. Jonathan Vöglein, Prof. Dr. med. Mikael Simons und Prof. Dr. med. Johannes Levin vom DZNE München für ihr Projekt „Blutfett-Veränderungen bei der genetischen Alzheimer-Krankheit: modifizierbare Risikofaktoren zur Alzheimer-Prävention?“ Bei Menschen, die Träger einer Genmutation sind, die zur Alzheimer-Krankheit führt, hat sich gezeigt, dass Änderungen im Fettstoffwechsel schon viele Jahre früher beginnen als die eigentliche Alzheimer-Symptomatik.

Ziel des Projekts ist es, modifizierbare Blutfettveränderungen zu identifizieren, deren Beeinflussung durch Diät, körperliche Aktivität oder Nahrungsergänzungsmittel sich günstig auf den Krankheitsverlauf der Alzheimer-Krankheit auswirken könnte. Darauf aufbauend könnten neue Ansatzpunkte für eine frühzeitige Erkennung von Risikogruppen, Prävention und Behandlungsansätze gefunden werden.

Zur Forschungsförderung der DAlzG
Die Forschungsförderung wird bereits seit dem Jahr 2000 regelmäßig vergeben. Die Forschungsförderung für 2028 wird voraussichtlich Ende 2027 ausgeschrieben. Eine Übersicht über die bereits geförderten Projekte ist zu finden unter www.deutsche-alzheimer.de/forschungsfoerderung.

Zum Kongress:
Der 13. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft fand unter dem Motto „Demenz: Gemeinsam Zukunft gestalten“ vom 15. bis 16. Oktober 2026 in Magdeburg statt. Der 14. Kongress ist für Oktober 2028 geplant.

Mehr Informationen unter www.demenz-kongress.de

Über Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz

In Deutschland leben heute etwa 1,8 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen. Mehr als zwei Drittel davon werden in der häuslichen Umgebung von Angehörigen betreut und gepflegt. Jährlich erkranken etwa 360.000 Menschen im Alter 65+ neu an einer Demenz. Ungefähr 60 Prozent davon haben eine Demenz vom Typ Alzheimer. Die Zahl der Demenzerkrankten wird bis 2050 auf bis zu 2,6 Millionen steigen, sofern kein Durchbruch in Prävention und Therapie gelingt.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft engagiert sich für ein besseres Leben mit Demenz. Sie unterstützt und berät Menschen mit Demenz und ihre Familien. Sie informiert die Öffentlichkeit über die Erkrankung und ist ein unabhängiger Ansprechpartner für Medien, Fachverbände und Forschung. In ihren Veröffentlichungen und in der Beratung bündelt sie das Erfahrungswissen der Angehörigen und das Expertenwissen aus Forschung und Praxis. Als Bundesverband von rund 130 Alzheimer-Gesellschaften unterstützt sie die Selbsthilfe vor Ort. Gegenüber der Politik vertritt sie die Interessen der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Die DAlzG setzt sich ein für bessere Diagnose und Behandlung, mehr kompetente Beratung vor Ort, eine gute Betreuung und Pflege sowie eine demenzfreundliche Gesellschaft.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft ist als Interessenvertreterin von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen im Lobbyregister des Deutschen Bundestags eingetragen und hat sich dem dafür geltenden Verhaltenskodex verpflichtet.

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