Feldexperimente in der Wirtschaft

Wie lassen sich wirtschaftliche Entscheidungen unter realen Bedingungen untersuchen? Beim fünften Workshop zu Feldexperimenten am TUM Campus Heilbronn diskutierten Forschende internationale Projekte und die Frage, welche Maßnahmen in Bildung, Unternehmen und Politik die größte Wirkung entfalten.

Wie können Feldversuche das Verständnis für wirtschaftliche Entscheidungen erweitern? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Teilnehmenden des fünften „Workshop on Field Experiments in Economics and Business” am TUM Campus Heilbronn. Philipp Lergetporer, Professor für Economics am Global Center for Family Enterprise der TUM, organisierte die Veranstaltung gemeinsam mit Prof. Henning Hermes, stellvertretender Leiter des ifo Zentrums für Bildungsökonomik, und Prof. Simon Wiederhold, Senior Research Advisor am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Forschende von internationalen Exzellenzuniversitäten stellten ihre Projekte vor und tauschten sich über den Einsatz von Feldexperimenten in den Wirtschafts- und Betriebswissenschaften aus.

Austausch über Feldexperimente

Der Workshop bot eine Plattform für die Präsentation und Diskussion aktueller Forschungsergebnisse bzw. aktuell laufender Projekte auf der Grundlage von Feldexperimenten und förderte den akademischen Austausch. Er stärkte die internationale Forschungsgemeinschaft im Bereich der Feldexperimente und förderte neue akademische Kontakte und Kooperationen.

Die Teilnehmenden erhielten Feedback zu ihren Forschungsprojekten, diskutierten methodische und empirische Ansätze und knüpften Kontakte über Fach- und Institutionsgrenzen hinweg. Die Beiträge behandelten ein breites Themenspektrum – von Bildung und Gesundheit über Arbeit, Management und Organisationen bis hin zu Personalfragen und öffentlicher Politik.

Erkenntnisse für Wirtschaft und Bildung

Zwei zentrale Erkenntnisse aus den Diskussionen:

  • Feldversuche können Erkenntnisse liefern, die wirtschaftliche Entscheidungen unterstützen – vom individuellen Verhalten über Managementpraktiken und Unternehmensentscheidungen bis hin zur öffentlichen Politik.
  • Feldexperimente können zeigen, welche Bildungsmaßnahmen wirtschaftliche Chancen und Chancengleichheit fördern, für wen sie wirken und unter welchen Bedingungen.

Vorträge von Esther Duflo und Peter Bergman

Zu den Höhepunkten gehörten die Vorträge von Esther Duflo, Lemann Foundation Professor in Economics an der Universität Zürich (UZH) und Nobelpreisträgerin für Wirtschaftswissenschaften, und Peter Bergman, Associate Professor of Economics an der University of Texas. Beide Vorträge illustrierten, wie empirische Feldstudien belegen, dass sozioökonomische Ungleichgewichte bereits in der Bildung von Kindern und Jugendlichen zu sozialen Ungleichheiten führen und später tendenziell den Zugang zum Arbeitsmarkt limitieren können. Die Konferenz leistet hiermit einen Beitrag zur Sensibilisierung hinsichtlich der Bedeutung von Herkunfts- und Bildungsfragen für künftige soziale Teilhabe und persönlichen Erfolg.

Philipp Lergetporer zog ein positives Fazit: „Der Workshop bot allen Teilnehmenden ein fokussiertes Umfeld, um ihre Forschung voranzutreiben, wertvolles Feedback zu erhalten und Kontakte zu führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf dem Gebiet der experimentellen Ökonomie und der Wirtschaftsforschung zu knüpfen. Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Mitwirkenden für die Teilnahme an den zahlreichen fruchtbaren Diskussionen und für die vielen inspirierenden Gespräche am Rande der Veranstaltung und freue mich schon auf den weiteren Austausch und viele Kooperationen über Fach- und Ländergrenzen hinweg.“

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