Auf der Veranstaltung „Best Cars“ der Zeitschrift auto motor und sport im Neuen Schloss in Stuttgart wurden am Mittwoch die Siegermodelle der Leserwahl ausgezeichnet. Gäste auf dem Podium war neben Källenius und Blume der neue BMW-Chef Milan Nedeljković, Audi-Chef Gernot Döllner und Porsche-Chef Michael Leiters.
Besonders stark kritisierten Källenius und Blume die drastische Verschärfung der CO₂-Flottengrenzwerte in der EU ab 2030. „VW hat 27 Prozent Marktanteil in Europa an den Verkäufen von Elektroautos. Wir werden aber trotzdem Strafzahlungen leisten müssen. Da stimmt doch was nicht.“ Die Politik könne die Flottenvorgaben und Ziele nicht immer weiter nach oben schrauben, die Kunden zögen nicht mit. „Es sind die Kunden, die entscheiden, was gekauft wird“, so Blume. Auch Mercedes-Chef Källenius, zugleich Chef des Verbandes der europäischen Automobilhersteller ACEA, sieht die verschärften Flottengrenzwerte ausgesprochen kritisch. „Das können richtig dicke Strafzahlungen werden. Schlagen wir so die Chinesen?“
Diese Strafzahlungen schwächten die heimische Autoindustrie. „Wir sind für die Elektromobilität. Keine Industrie investiert so viel in die elektrische Mobilität.“ Zugleich müsse sich die Autoindustrie aber auch nach den Kundenwünschen richten. „Man kann die Veränderung nicht an den Kunden vorbei durchsetzen. Wir müssen nicht nur beim CO₂ runter, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich sein.“
Die Vorgaben der EU sieht auch BMW-Chef Milan Nedeljković als gefährlich an. „Wir müssen aufpassen, dass die Rahmenbedingungen gut bleiben. Es gibt Leitplanken, die mittelfristig gefährlich für uns sind.“ Die E-Mobilität sei da und werde auch bleiben. „Die Frage ist aber die Geschwindigkeit. Der Kunde kauft und entscheidet. Wenn die Rahmenbedingungen flächendeckend nicht stimmen, wird der Kunde darauf nicht ansprechen.“
Mit Blick auf die Verschärfung der Flottengrenzwerte forderte Blume längere Übergangsfristen und Sonderregelungen etwa für elektrische Kleinwagen. „Kleine Elektroautos sind nicht sehr rentabel“, so der VW-Chef. Er forderte „Hypercredits“ für kleine Elektroautos. Källenius lobte in Stuttgart den Salini-Bericht von EU-Berichterstatter Massimiliano Salini, der für eine Aufweichung des Verbrenner-Aus eintritt und zahlreiche Erleichterungen vorschlägt, vor allem eine Absenkung der Reduktionsziele. „Der Salini-Bericht kommt einem pragmatischen Ansatz viel näher“, so Källenius. „Wir müssen ihn über die Ziellinie bringen. Das wird ein Stück harte Arbeit.“
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