Wie Kinder mit Kreativität der Armut trotzen

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Premiere am 2. Juni 2024, 15 Uhr, BOXX des Theaters Heilbronn
Wolkenrotz
Schauspiel von Vera Schindler für Kinder ab 8 Jahren

Regie: Stefanie Roschek
Ausstattung: Aylin Kaip
Dramaturgie: Nicole Buhr
Mit: Max Lamperti (Kenny), Chris Carsten Rohmann (Bente), Nora Rebecca Wolff (Layla), Cosima Fischlein (Katzenfrau, Fatima, Stimme)


Jedes fünfte Kind wächst in Deutschland in Armut auf. Die Kinder- und Jugendarmut verharrt seit Jahren auf hohem Niveau. Gerade jetzt ist das Thema wieder in den Fokus gerückt, weil die Frage der Kindergrundsicherung immer noch ungelöst ist und in hitzigen und von parteipolitischem Kalkül  bestimmten Diskussionen zerredet wird. Beschämend und kurzsichtig, denn Aufwachsen in Armut beschränkt die Chancen von Heranwachsenden massiv, prägt oftmals ihr ganzes Leben und wird langfristig zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem.
 »Wolkenrotz«, das erste Kindertheaterstück von Vera Schindler, betrachtet die Armut von Familien konsequent aus der Perspektive von Kindern. Allerdings von Mädchen und Jungen, die sich nicht von ihrer Lebenssituation unterkriegen lassen, sondern mit Kreativität und der Kraft ihrer Freundschaft den widrigen Umständen trotzen. Die Premiere dieses gesellschaftlich brisanten und gleichermaßen warmherzigen, humorvollen und Mut machenden Stückes für Kinder ab acht Jahren findet am 2. Juni um 15 Uhr in der BOXX statt. Stefanie Roschek, die bereits die erfolgreiche Inszenierung von »Nina und Paul« realisiert hat, führt hier zum zweiten Mal Regie. Aylin Kaip ist für die Ausstattung zuständig. Es spielt das gesamte Team der BOXX mit Max Lamperti, Chris Carsten Rohmann, Nora Rebecca Wolff und Cosima Fischlein.

Zum Inhalt
Die drei Kinder Kenny, Bente und Layla wohnen im höchsten Haus der Stadt. Dort, wo die Briefe mit Mahnungen und Zahlungserinnerungen aus den Briefkästen quellen und die Hausflure verstopfen. Wo die Eltern wenig Zeit für ihre Kinder haben, weil sie arbeiten müssen oder sich nicht für sie interessieren. Kenny malt überall und bei jeder Gelegenheit und liebt Schlumpfeis, Bente ist ein Wortkünstler und kennt sich bestens mit Spinnen aus und Layla kann mit ihrer Origami-Kunst die verrücktesten Dinge erschaffen. Die drei kommen auf die Idee, aus den sinnlosen Briefen, die die Bewohner des Wolkenkratzers sowieso nicht öffnen, weil sie die Rechnungen nicht bezahlen können, ein Papierhaus zu erschaffen. Das ist ihre (Phantasie)Welt, in der es knistert und raschelt, wenn der Wind weht und die aufprallenden Hagelkörner nach Kanonenkugeln klingen. Die Kinder werden unzertrennlich und sind die Gang aus dem Papierhaus. Dank ihrer Gemeinschaft sind sie stark, wenn die Kinder aus den Steinhäusern sie ausgrenzen und abwerten  wollen. Sie entwickeln Superkräfte beim Erledigen der Hausaufgaben und eine Phantasie, die ihnen Flügel verleiht.

Plädoyer für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Vera Schindler, aufgewachsen in der »documenta – Stadt« Kassel, hat selbst in ihrer Kindheit und Jugend (Bildende) Kunst als Teil ihres Lebensraums kennengelernt und schließlich für sich als Zufluchtsort gefunden.  Diese Erfahrung nutzt sie für ihr erstes Kindertheaterstück. Sie glaubt, dass die Verarbeitung der Realität durch künstlerische Disziplinen eine Distanz zum eigenen Alltag herstellt, die es jedem ermöglicht, sich Wege jenseits des Normalen zu erschließen.
Mit Poesie und anarchischer Vorstellungskraft sprengt die Autorin Mauern aus Vorurteilen und baut ein gewitztes Fundament aus Empathie, überdacht von skurriler Komik. »Wolkenrotz« ist ein berührendes Plädoyer für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt und zeigt, dass Courage und Mut nicht nur Berge, sondern manchmal auch Wolkenkratzer versetzen können.
Das Stück wurde mit dem Förderpreis des Berliner Kindertheaterpreises 2021 und dem Förderpreis des Jugendtheaterpreises Baden-Württemberg 2022 ausgezeichnet.

Auszüge aus den Laudationen

Ausgezeichnet mit dem Förderpreis des Berliner Kindertheaterpreis 2021:

»Vera Schindlers erstes Kinderstück ist furioses Sprach-Märchen und Sozialdrama gleichermaßen, das Horror-Träumen, unerfüllten Sehnsüchten und Einsamkeitserfahrungen die Zuversicht der Freundschaft entgegenstellt. Schindler schüttet ihre magischen Wortkunstwerke wie einen Goldtalerregen aus: Mal donnert die Sprache expressionistisch düster gegen die Wand, dann torkelt sie albern dahin wie eine betrunkene Hummel, plötzlich schreibt sie Rätsel in die Luft. Kunst tröstet – wer hätte gedacht, dass diese hart errungene Lebensweisheit so spielerisch, so kinder-leicht erzählbar ist.«
(Barbara Behrendt)

Ausgezeichnet mit dem Förderpreis des Jugendtheaterpreises Baden-Württemberg 2022:

»Vera Schindler fordert in ihrem skurrilen, sprachlich wunderschön verspielten Stück dazu auf, neue Gedanken zu entwickeln, wie die Probleme des Alltags zu bewältigen sind. Mit Empathie, Mut und gesellschaftlichem Zusammenhalt und einer Brise anarchischem um-die-Ecke-Denkens.«
(aus der Jurybegründung)

Vera Schindler
Vera Schindler wurde 1992 in Kassel geboren. In ihrer Kindheit und Jugend war sie Artistin für Luftakrobatik und Fakir im Zirkus »Rambazotti« und besuchte die freie Waldorfschule Kassel. Anschließend arbeitete sie als Regieassistentin am Staatstheater Kassel, als Autorin und Dramaturgin am Heimathafen Neukölln und als Kostümbildnerin am Berliner Ensemble. Bis 2020 studierte sie »Szenisches Schreiben« an der Universität der Künste Berlin und erhielt anschließend das »Styria-Artist-in-Residence-Stipendium« des Landes Steiermark. Ihr Stück »Wolkenrotz« wurde 2021 mit dem Förderpreis des Berliner Kindertheaterpreis ausgezeichnet und erhielt 2022 den Förderpreis des Jugendtheaterpreises Baden Württemberg.

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