Wohnungs- und Schulbau am Standort des ehemaligen Sport- und Erholungszentrums

Seit mehreren Jahren ist das Grundstück des ehemaligen Sport- und Erholungszentrums (SEZ) an der Landsberger Allee teilweise leerstehend und heruntergekommen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Aufgrund von Klageverfahren in Bezug auf das Grundstück war eine Umsetzung des Bebauungsplans bisher nicht möglich. Die Entscheidungen von Kammergericht sowie Bundesgerichtshof haben die Situation des ehemaligen Sport- und Erholungszentrums grundlegend geändert und die Rechtsauffassung des Landes Berlin wurde bestätigt.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen bereitet jetzt mit der Wohnungsbaugesellschaft Berlin Mitte mbH den Bau von dringend benötigten Wohnungen vor. Mit dem Bau einer Schule können außerdem dem Bezirk weitere Schulplätze zur Verfügung gestellt werden.

Senator Christian Gaebler: „Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in zentraler Lage ist mir ein wichtiges Anliegen. Neue Wohnungen in der Nähe zu vorhandener Infrastruktur wie ÖPNV, Einkaufsmöglichkeiten und Grünflächen schaffen nachhaltig und klimaschonend neues Zuhause für viele Menschen. Hier an der Landsberger Allee / Danziger Straße ist das alles vorhanden und mit dem Bau einer neuen Schule werden wir das neue Wohngebiet und das umliegende Quartier auch mit den dringend benötigten Schulplätzen versorgen.“

Das Abgeordnetenhaus von Berlin hat im Jahr 2018 den Bebauungsplan für das Grundstück beschlossen. Damit können insgesamt 500 Wohnungen geschaffen werden.  Entlang der Landsberger Allee sind außerdem Gewerbe, Einzelhandel sowie Sport- und Freizeitnutzungen zulässig. Die Realisierung durch ein landeseigenes Wohnungsbauunternehmen – vorgesehen ist eine Umsetzung durch die Wohnungsbaugesellschaft Mitte mbH –  gewährleistet einen Anteil von 50% öffentlich geförderter Wohnungen.

An der Langenbeckstraße setzt der Bebauungsplan eine Fläche für Gemeinbedarf fest. Hier soll eine Schule mit Sportanlagen errichtet werden, mit der auf das im Ortsteil Friedrichshain bestehende Defizit an Schulplätzen reagiert wird. Ein erster Mittelansatz ist in der aktuellen Investitionsplanung des Landes Berlin enthalten. Die entstehenden Sportflächen können außerhalb der Schulzeiten für außerschulische Sport- und Spielzwecke von Vereinen genutzt werden.

Der Bebauungsplan sieht viele Begrünungsmaßnahmen und Baumpflanzungen vor. Es wird zudem geprüft, wie bestehende Baustoffe aus dem Gebäude des ehemaligen SEZ wiederverwendet werden können.

Eine Umsetzung des Bebauungsplans, für den der Abriss des SEZ notwendig ist, bedeutet nicht, dass die Geschichte des Ortes negiert wird.  Bereits im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens wurde eine Studie zur historischen Entwicklung des Standorts erarbeitet, die für die Dokumentation der Entwicklung des Bereiches eine Grundlage darstellen kann.

Das SEZ ist im Jahr 1981 als moderner Bad- und Sportkomplex eingeweiht worden. Viele Berlinerinnen und Berliner verbrachten Ihre Freizeit im SEZ. Hier lernte man schwimmen, erholte sich und trieb Sport. Obgleich die Funktion des SEZ aus den 1980er-Jahren aufgrund veränderter Rahmenbedingungen und Bedarfe nicht wiederaufgenommen wird, ist es ein wichtiger Erinnerungsort. Vor dem Abriss des Gebäudes wird deshalb geprüft, ob wesentliche identitätsstiftenden Merkmale erhalten werden können.

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