Produzentenallianz legt Zahlen zur Personalsituation bei Film- und TV-Produktionsunternehmen vor – Forderung nach einem Bund-Länder-Programm ‚Filmqualifizierung‘

  • Filmgeschäftsführung und Produktionsleitung führen Liste der Mangelberufe an.
  • Es fehlen passgenaue Ausbildungsgänge und Weiterbildungen.
  • Böhning appelliert an Politik: Zielgenaue Qualifizierungsprogramme sind gefragt!

Die Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen (kurz: Produzentenallianz) hat unter ihren Mitgliedsunternehmen eine Umfrage zur aktuellen Personalsituation durchgeführt, deren Ergebnisse nun vorliegen. Demnach herrscht in nahezu allen Bereichen ein Personalmangel, der jedoch in einigen Berufen bzw. Gewerken besonders stark spürbar ist: Auf einer Skala von 1 (kein Mangel) bis 5 (sehr großer Mangel) führen die Filmgeschäftsführung und die Produktionsleitung mit einem jeweiligen Durchschnittswert von 3,4 die Liste der Mangelberufe an, gefolgt von Aufnahmeleitung (3,2), Produktionsassistenz (3,1) und Editing (3,0). Knapp dahinter folgen Regieassistenz sowie Producing/Redaktion (jeweils 2,9), Ton, Herstellungsleitung und Requisite (jeweils 2,8) sowie Realisation (2,7).

„Die Umfrageergebnisse bestätigen das ‚gefühlte‘ Wissen in der Branche. In sehr vielen Bereichen herrscht ein akuter Personalmangel, der sich weiter zuspitzen wird. Dies betrifft im Übrigen nicht nur filmspezifische Positionen, sondern zunehmend auch Querschnittspositionen wie z. B. die (Unternehmens-)Buchhaltung, wie die Ergebnisse nahelegen“, so Produzentenallianz-Geschäftsführer Björn Böhning. „Die Branche erarbeitet Lösungen – und zwar zielgerichtet, nachhaltig und koordiniert mit bereits existierenden Aktivitäten. Und es muss noch mehr passieren! Auch von Seiten der Politik ist Handeln gefragt: Wir brauchen in Bund und Ländern größere Unterstützung für den Mittelstand bei der Personalentwicklung, bei Umstiegen und Weiterbildung. Es ist Zeit für ein großes Bund-Länder-Programm ‚Filmqualifizierung‘.“

Die Umfrage zeigt auch, welche Qualifizierungsmaßnahmen in den Unternehmen  angeboten werden: Weiterbildungen für Mitarbeitende bieten bereits 40 % der Produktionsbetriebe an. Volontariate bzw. Traineeships werden von einem Drittel der Unternehmen, duale Ausbildungen (inkl. dualer Studiengänge) allerdings von nur einem Fünftel angeboten. Die Frage, ob für die genannten Berufe bzw. Gewerke die Notwendigkeit besteht neue Qualifizierungsmaßnahmen zu schaffen und wenn ja, welcher Art diese sein sollten, wurde von fast zwei Dritteln der Unternehmen mit der Schaffung grundständiger Ausbildungs- sowie Weiterbildungsangebote beantwortet.

„Im Vergleich zu anderen Sektoren ist in unserer Branche die Anzahl der Ausbildungsbetriebe verhältnismäßig gering“, so Juliane Müller, Geschäftsführerin der PAIQ Produzentenallianz Initiative für Qualifikation. „Dies hängt zum einen damit zusammen, dass die vorhandenen Ausbildungsgänge für viele Bereiche des Produzierens anscheinend nicht hinreichend oder gar nicht qualifizieren. Zum anderen steigern Energie- und Coronakrise die Kosten. Angesichts knapper Budgets und zunehmender Kostensteigerungen wäre es daher wünschenswert, wenn Produktionsunternehmen die Ausbildungskosten nicht allein schultern müssten, sondern durch die auftraggebenden Sender und Plattformen unterstützt würden, etwa durch eine Ausbildungszulage wie sie von einzelnen Auftraggebenden bereits gezahlt wird.“

Konzipiert und durchgeführt wurde die Umfrage vom Tochterunternehmen PAIQ Produzentenallianz Initiative für Qualifikation, deren Unternehmensgegenstand die Nachwuchs- und Fachkräftequalifizierung und -förderung ist. Die Umfrage wurde vom 4. Juli bis 8. August durchgeführt. Ein Drittel der befragten Produktionsunternehmen aus allen Sektionen und Produktionsbereichen haben sich an der Umfrage beteiligt. Die hohe Rücklaufquote belegt das große Interesse der Branche an dem Thema. Eine detaillierte Auswertung der Ergebnisse findet sich im Anhang.

Zur PAIQ

Die PAIQ Produzentenallianz Initiative für Qualifikation engagiert sich für die Nachwuchsförderung, Aus- und Weiterbildung im Bereich audiovisuelle Produktion. Sie konzipiert, organisiert und veranstaltet begleitende Seminarreihen zum Producer-Volontariat sowie praxisrelevante Workshops für Produktionsmitarbeitende. Im Februar dieses Jahres hat sie den „CAREER GUIDE FILM: Arbeit und Ausbildung für Kino, Streaming und TV“ veröffentlicht. Die PAIQ wurde als Tochterunternehmen der Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen gegründet.

Über Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen e.V

Die Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen (kurz: Produzentenallianz) ist die unabhängige Interessenvertretung der Produzent:innen in Deutschland von Film-, Fernseh- und anderen audiovisuellen Werken. Sie repräsentiert mit über 320 Mitgliedern aus den Bereichen Animation, Dokumentation, Entertainment, Kino, TV-Fiction und Werbung die wichtigsten Produktionsunternehmen und ist damit die maßgebliche Produzentenvertretung in Deutschland. Im nationalen und internationalen Rahmen tritt die Produzentenallianz gegenüber Politik, Verwertern, Tarifpartnern und allen Körperschaften der Medien- und Kulturwirtschaft für die Belange der Produzent:innen ein.

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