„Flucht und Verfolgung, Erinnerung und Versöhnung“ – das Kriegsende an der Ostsee 1945

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Lesung und Gedenken an die Kriegstoten an der Ostsee mit dem Zeitzeugen und Schauspieler Herbert Tennigkeit, dem Präsidenten des Volksbundes, General a.D. Wolfgang Schneiderhan und der Generalsekretärin Daniela Schily

Aufgrund der Corona-bedingten Reisebeschränkungen musste der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge seine lange geplanten Gedenkveranstaltungen zum Kriegsende vor 75 Jahren in Danzig und Kaliningrad absagen. Statt an den Küsten von Danzig und Kaliningrad wird nun an der Lübecker Bucht der vielen Kriegstoten, die der Zweite Weltkrieg vor allem in den letzten Kriegsmonaten an und auf der Ostsee forderte, gedacht. Statt großer Gedenkveranstaltungen vielen internationalen Gästen auch aus verschiedenen Generationen versammeln sich Zeitzeugen und Repräsentanten im kleinen Kreis. Ein Filmteam dokumentiert eine Gedenk-Lesung und einen Gedenk-Moment am Strand, um auf digitalem Wege diese Geschichte vielen Menschen zu erzählen.

Hier schließt sich ein Kreis, denn viele der Flüchtlinge aus den früheren deutschen Ostgebieten, denen die Flucht über die Ostsee oder über den Landweg gelang, strandeten zum Kriegsende hier. Gleichzeitig endeten mehrere KZ-Todesmärsche in der Region, viele der NS-Verfolgten starben in den letzten Kriegstagen, wie bei der tragischen Versenkung der Cap Arcona und weiterer Schiffe in der Lübecker Bucht. Andere konnten unter widrigsten Umständen überleben. Manche dieser Zeitzeugen und ihre Angehörigen leben bis heute in der Region zwischen Nord- und Ostsee.


Der Zeitzeuge und Schauspieler Herbert Tennigkeit (Lebenslauf s.u.) wird in der Kurhalle in Timmendorfer Strand direkt an der schleswig-holsteinischen Ostsee eine Lesung zu dieser schicksalshaften Geschichte verschiedener literarischer Texte geben (Arno Surminski, Pablo Neruda, Walter Scheffler). Anschließend ist ein Gedenk-Moment am nahe gelegenen Ostseestrand geplant.

Mehr zu Herbert Tennigkeit (Quelle: Wikipedia):

Herbert Tennigkeit (* 28. Februar 1937 in Gröszpelken, Kreis Pogegen, Memelland) ist ein deutscher Schauspieler, Hörspielsprecher und Synchronsprecher.

Tennigkeit, in Ostpreußen geboren und aufgewachsen, floh 1944 mit seiner Mutter und seinen Brüdern vor der Roten Armee zuerst nach Sachsen und kam mit seiner Familie nach Berlin. Auf Wunsch der Mutter lernte er zunächst einen ordentlichen Beruf und machte eine Ausbildung zum Maler und Anstreicher. Von 1962 bis 1964 absolvierte er eine private Schauspielausbildung bei dem Schauspieler Otto Ströhlin in Düsseldorf.

Tennigkeit hatte unter anderem Theaterengagements beim Westdeutschen Tourneetheater in Remscheid, an der Landesbühne Hannover, am Stadttheater Lüneburg, an den Städtischen Bühnen Köln, am Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg, am Theater im Zimmer in Hamburg und bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen.

Tennigkeit spielte ab Ende der 1970er Jahre auch zahlreiche Rollen in Fernsehfilmen und Fernsehserien. Er wurde dabei überwiegend als Charakterdarsteller, häufig in prägnanten Nebenrollen eingesetzt. 1979 spielte er in dem Fernsehmehrteiler Ein Kapitel für sich. Außerdem wirkte er in mehreren Folgen der Krimireihe Tatort mit. Eine durchgehende Serienrolle hatte Tennigkeit als Anästhesist Dr. Laudann in der Kultserie Die Schwarzwaldklinik, in der er ab der 4. Staffel bis zum Ende der Serie mitwirkte Außerdem übernahm Tennigkeit zahlreiche Episodenrollen, unter anderem in den Serien Das Traumschiff, Hotel Paradies, Das Erbe der Guldenburgs und Kreuzfahrt ins Glück.

Tennigkeit trat auch intensiv als Rezitator hervor. Bei seinen Lesungen interpretierte er häufig heiter-besinnliche Texte in ostpreußischer Mundart und Werke von Schriftstellern aus Ostpreußen, unter anderem von Siegfried Lenz (So zärtlich war Suleyken) und Günther Ruddies (Woher kommen die Marjellchens?).

Informationen über den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge: https://www.volksbund.de/volksbund.html

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