Kinder mit Förderbedarf: Mehr als die Hälfte wird inklusiv beschult

Der Anteil der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die eine Regelschule besuchen, wächst weiter – mittlerweile werden mehr als die Hälfte dieser Schülerinnen und Schüler inklusiv beschult. Das ist das Ergebnis einer Abfrage der Region Hannover, die im Zuge der regionsweiten Schulstatistik „Schulen im Überblick“ erhoben  wurde. 52,9 Prozent, also mehr als jedes zweite Kind mit speziellem Förderbedarf, besucht eine Regelschule – ein Plus von 4,6 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr (48,31 Prozent). „Seit fünf Jahren verzeichnen wir stetig steigende Inklusionszahlen in der Region Hannover, die mittlerweile die 50-Prozent-Hürde geknackt haben. Immer mehr Eltern wünschen sich eine inklusive Beschulung ihres Kindes – das ist eine Bestätigung der Inklusion ganz allgemein und auch eine Bestätigung der guten Arbeit der inklusiv arbeitenden Lehrerinnen und Lehrer“, sagt Ulf-Birger Franz, Bildungsdezernent der Region Hannover.

Von insgesamt 6.751 Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben im Schuljahr 2017/2018 mehr als die Hälfte (52,88 Prozent/ 3.570 Kinder) eine Regelschule besucht. Im Schuljahr 2016/2017 lag die Quote bei 48,31 Prozent, im Vorjahr bei 42 Prozent. Wie auch in den vergangenen Jahren ist besonders der Inklusionsanteil der Schülerinnen und Schüler mit dem auslaufenden Förderschwerpunkt Lernen gestiegen: von 66 Prozent im Schuljahr 2016/2017 auf jetzt 74 Prozent. Damit ist dieser Schwerpunkt Spitzenreiter auf dem Gebiet der Inklusion. Auch die Inklusionsquoten bei den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung (31 Prozent/ plus 2,51 Prozentpunkte) und Sprache (34,35 Prozent/ plus 3,65 Prozentpunkte) sind im Vergleich zum vorigen Schuljahr gestiegen; die Förderschwerpunkte Sehen und Körperliche und motorische Entwicklung sind nach einem Einbruch der Inklusionsquote im vergangenen Schuljahr nun wieder gestiegen und auf dem Niveau des Schuljahres 2015/16 (Sehen: 67 Prozent/plus 2,87 Prozentpunkte; KME: 43,56 Prozent/ plus 2,82 Prozentpunkte). Erstmalig wurden weniger Kinder mit den Förderschwerpunkten Emotionale und soziale Entwicklung (52,26 Prozent/ minus 1,34 Prozentpunkte) sowie Hören (61,79 Prozent/ minus 2,66 Prozentpunkte) inklusiv beschult.

Für die Region Hannover ist das Ergebnis der Abfrage auch ein Beleg für die positive Auswirkung der Wahlfreiheit der Eltern: Seit dem Schuljahr 2013/14 haben die Eltern von Kindern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf die freie Wahl, ihr Kind an einer Förderschule oder einer inklusiv arbeitenden Regelschule unterrichten zu lassen. „Die Wahlfreiheit der Eltern ermöglicht, dass die beste Fördermöglichkeit für jedes Kind gewählt werden kann“, sagt Bildungsdezernent Franz.


Die Entwicklung ist aber auch darauf zurück zu führen, dass den Eltern zunehmend mehr wohnortnahe Schulen zur Verfügung stehen, die inklusiv arbeiten. Mit dem persönlichen Kontakt wird die Wahrnehmung und auch die Akzeptanz des Themas Inklusion, sowohl der Bevölkerung als auch der Eltern, gesteigert. „Der Erfolg der inklusiven Beschulung wäre nicht möglich ohne das Fachwissen und das große Engagement der Förderschulen, die eine Doppelrolle als Schule und als Förderzentrum haben“, sagt Dorothée Rhiemeier, Leiterin des Fachbereichs Schulen der Region Hannover.

Für die regionsweite Schulstatistik „Schulen im Überblick“ führt die Region Hannover seit dem Schuljahr 2013/14 eine ergänzende Abfrage zur inklusiven Beschulung durch. Ziel ist es, die Entwicklung des Wahlverhaltens der Eltern über mehrere Schuljahre hinweg darstellen zu können und den betroffenen Schulträgern stabilere Prognosen, beispielsweise zum Raumbedarf, liefern zu können. Die Region Hannover ist Trägerin von 16 Förderschulen mit den Schwerpunkten Geistige Entwicklung, Emotionale und soziale Entwicklung, Sprache, Hören und Sehen.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Region Hannover
Hildesheimer Str. 20
30169 Hannover
Telefon: +49 (511) 616-0
Telefax: +49 (511) 61622499
http://www.hannover.de

Ansprechpartner:
Carmen Pförtner
Pressesprecherin
Telefon: +49 (511) 616235-19
Fax: +49 (511) 616224-95
E-Mail: carmen.pfoertner@region-hannover.de
Für die oben stehende Pressemitteilung ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.