Saarwirtschaft: Aufschwung gewinnt an Breite

Nach einer leichten Sommerdelle hat die Konjunktur an der Saar im Oktober wieder Fahrt aufgenommen. Das signalisieren die Meldungen der Unternehmen zu ihrer aktuellen Geschäftslage. Danach beurteilen die Betriebe ihre derzeitige Lage so gut wie nie zuvor. Der IHK-Lageindikator stieg um 3,5 Punkte auf nunmehr 46,2 Zähler. Aufgehellt hat sich die Lage vor allem in der Industrie. Hier stieg der Lageindikator um 4,6 Punkte. Dagegen haben sich die Aussichten für die kommenden sechs Monate leicht eingetrübt. Der IHK-Erwartungsindikator verringerte sich um 2,4 Punkte auf 5,5 Zähler. „Der Aufschwung hat zuletzt an Stärke und vor allem an Breite gewonnen. Das deutet darauf hin, dass er sich trotz des Rücksetzers bei den Erwartungen auch im kommenden Winterhalbjahr fortsetzen wird. Die Impulse dazu kommen vor allem vom Export, aber auch vom privaten Konsum und der anziehenden Investitionsnachfrage in Deutschland. Positiv zu werten ist auch der hohe Auftragsbestand der Unternehmen. Mit Blick auf die vergleichsweise schwachen Sommermonate bleiben wir aber bei unserer Wachstumsprognose von rund 1,0 Prozent für dieses Jahr.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen die Ergebnisse der Oktober-Umfrage der IHK Saarland, an der sich rund 300 Unternehmen mit gut 110.000 Beschäftigten beteiligten.

Insgesamt bewerten derzeit 52 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 42 Prozent mit befriedigend und nur sechs Prozent mit schlecht. Lebhafte Geschäfte melden vor allem der Fahrzeugbau sowie die Medizin-, Mess- und Regeltechnik. Etwas verhaltener, aber dennoch gut, ist die Lage in der Metallbearbeitung, im Ernährungsgewerbe, im Maschinenbau sowie in der Keramikindustrie. Durchaus zufriedenstellend sind die Geschäfte in der Elektroindustrie, in der Bauwirtschaft, im Stahlbau sowie in der Gummi- und Kunststoffindustrie. Das gilt mit Abstrichen auch für die Stahlindustrie und die Gießereien.

Im Dienstleistungssektor berichten rund 95 Prozent der befragten Unternehmen über eine gute oder befriedigende Lage. Rund läuft es vor allem in der IT-Branche und im Transportgewerbe, die von der kraftvollen Industriekonjunktur profitieren. Gute Geschäfte vermeldet auch die Hotellerie. Im Handel und in der Kreditwirtschaft ist die Lage überwiegend befriedigend.


Dreitausend neue Arbeitsplätze

Die Unternehmen sind für die kommenden Wintermonate verhalten optimistisch. Zwölf Prozent der Betriebe rechnen mit besseren, 82 Prozent mit gleich bleibenden und nur sechs Prozent mit schlechteren Geschäften. Im Zuge des anhaltenden Aufschwungs wird die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter freundlich tendieren. Die Arbeitslosigkeit dürfte in den kommenden Monaten aber in geringerem Maße sinken, als die Beschäftigung steigt. Grund dafür ist, dass immer mehr Flüchtlinge nach Abschluss ihres Asylverfahrens dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Klingen: „Im Jahresdurchschnitt erwarten wir einen Zuwachs von dreitausend zusätzlichen Stellen und eine Verringerung der Arbeitslosigkeit auf deutlich unter sieben Prozent.“

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