Tag der Selbsthilfe: Betroffene gestalten Forschung und Versorgung mit

Am Tag der Selbsthilfe am 16. September 2026 steht die Frage im Mittelpunkt, wie Menschen mit komplexen Erkrankungen sicher und zugleich möglichst nah an ihren Bedürfnissen versorgt werden können. In der Krebsmedizin liefern Erfahrungen von Patient*innen und Angehörigen dafür wichtige Hinweise. Mit ONCOlleg bietet das Universitätsklinikum Freiburg eine Fortbildungsreihe an, die Menschen mit Krebserfahrung und Angehörige darauf vorbereitet, ihre Perspektive als Patient*innenbotschafter*innen gezielt in Versorgung und Forschung einzubringen. Die Fortbildungsreihe startet am 1. Oktober 2026 und ist Teil einer bundesweiten Initiative der Spitzenzentren in der Onkologie, der Comprehensive Cancer Centers.

„Menschen mit Krebs und ihre Angehörigen wissen aus eigener Erfahrung, welche Fragen im Alltag entstehen und wo Informationen fehlen. Diese Perspektive kann helfen, Forschung und Versorgung stärker an den Bedürfnissen der Betroffenen auszurichten“, sagt Prof. Dr. Joachim Weis, Leiter der Professur für Selbsthilfeforschung mit Schwerpunkt Krebs-Selbsthilfe im Tumorzentrum Freiburg – Comprehensive Cancer Center Freiburg (CCCF) am Universitätsklinikum Freiburg. „Mit ONCOlleg möchten wir Patient*innen und Angehörige darin unterstützen, ihre Erfahrungen gut informiert und selbstbewusst einzubringen.“

Acht Einheiten von Oktober bis März

In acht Einheiten von Oktober 2026 bis März 2027 lernen die Teilnehmer*innen, wie sie sich an Diskussionen und Entscheidungen beteiligen und dabei die Sicht von Betroffenen vertreten können. Dazu gehört auch Wissensvermittlung: Die Teilnehmer*innen erhalten Einblicke in die Grundlagen der Krebsentstehung, Diagnostik und Behandlung sowie in die Strukturen der Krebsversorgung und den Ablauf klinischer Studien. Auch personalisierte Medizin und aktuelle Entwicklungen in der Immuntherapie stehen auf dem Programm.

„Wir möchten den Teilnehmer*innen eine gute Grundlage für ihre spätere Rolle als Patient*innenbotschafter*innen geben. Deshalb verbindet ONCOlleg medizinisches Grundlagenwissen mit konkreter Orientierung dazu, wie Beteiligung in der Praxis gelingen kann und worauf es dabei ankommt“, sagt Prof. Dr. Tanja Nicole Hartmann,Leiterin der wissenschaftlichen Koordination des Tumorzentrums Freiburg – Comprehensive Cancer Center Freiburg (CCCF) am Universitätsklinikum Freiburg und zentrale Ansprechpartnerin der Fortbildungsreihe.

Patient*innenbeteiligung wird am Universitätsklinikum Freiburg bereits seit mehreren Jahren in verschiedenen Projekten aufgegriffen. Das Zentrum Klinische Studien (ZKS) beschäftigt sich damit, wie die Erfahrungen und Perspektiven von Patient*innen frühzeitig in Forschungsprozesse einbezogen werden können. Dabei arbeitet das ZKS eng mit der Professur für Selbsthilfeforschung zusammen. Die Erfahrungen aus dieser Zusammenarbeit fließen nun auch in ONCOlleg ein.

Die eigene Erfahrung gezielt einbringen

Nach der Ausbildung können sich die Patient*innenbotschafter*innen freiwillig an Projekten zur regionalen Versorgung und Forschung einbringen. Dort können sie ihre Erfahrungen teilen und Vorhaben aus Patient*innensicht beurteilen. Die Teilnehmer*innen entscheiden selbst, bei welchen Projekten und in welchem Umfang sie mitwirken möchten.

Interessierte finden weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung über das ONCOlleg-Anmeldeformular des Universitätsklinikums Freiburg.

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