Die Bergmähwiesen des Vogelsbergs gehören zu den „wertvollsten Naturräumen Mitteleuropas“, führte der Landrat aus. Ihre außergewöhnliche Vielfalt an Blumen, Kräutern und Gräsern biete Lebensraum für seltene Vogelarten, Schmetterlinge, Heuschrecken und zahlreiche weitere Insekten. „Gerade in Zeiten, in denen der Rückgang der Artenvielfalt immer stärker sichtbar wird, wird deutlich, wie wichtig diese Flächen für den Erhalt unserer biologischen Vielfalt sind.“
Dass man solch blühende Landschaften erleben kann, sei keine Selbstverständlichkeit. „Bergmähwiesen bleiben nur erhalten durch die engagierte, oftmals arbeitsintensive Bewirtschaftung unserer Landwirtinnen und Landwirte“, betonte Dr. Mischak. Mit dem Bergmähwiesenfest solle auf der einen Seite das Bewusstsein für die Bedeutung artenreicher Grünlandflächen gestärkt werden, auf der anderen wolle man zugleich die Menschen würdigen, die diese einzigartige Kulturlandschaft mit großem Engagement erhalten.
Denn wirtschaftlich betrachtet, gehörten Bergmähwiesen nicht zu den ertragreichsten Flächen. „Wiesen ohne intensive Düngung bringen geringere Erträge – dafür aber einen unschätzbaren Wert für Natur, Landschaft und Lebensqualität. Sie sind ein Fest für Augen, Ohren und Nase: bunt blühend, summend und duftend. Sie stiften Identität, prägen unsere Heimat und machen den Vogelsberg unverwechselbar“, so der Landrat.
Man trage gemeinsam Verantwortung, diese Landschaft auch für kommende Generationen zu bewahren. Gleichzeitig wolle man zeigen, dass Naturschutz und regionale Wertschöpfung zusammengehören. Mit der Regionalmarke „Vogelsberg ORIGINAL“ sowie zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen fördere man gezielt regionale Produkte und mache ihre besondere Qualität sichtbar. Die Tiere, die auf den Bergmähwiesen weiden, liefern laut Landrat Mischak hochwertige Milch-, Käse-, Fleisch- und Wurstwaren mit besonderem Geschmack.
Davon konnten sich die Besucher beim Bergmähwiesenfest überzeugen: Zahlreiche Direktvermarkter, regionale Anbieter und engagierte Betriebe präsentierten ihre Erzeugnisse und zeigten, wie viel Qualität, Leidenschaft und regionale Verbundenheit im Vogelsberg stecken. Außerdem boten Rinder, Ziegen und Schafe Einblicke in die Praxis der Weidewirtschaft. Das fachliche Programm umfasste Führungen zu Botanik, Ornithologie und Kräuterkunde. Das Team des Naturschutzgroßprojektes demonstrierte darüber hinaus das Kennarten-Programm unter Einsatz der HeLawi-App. Für junge Naturforscher gab es eine Heu-Hüpfburg und Rundfahrten mit einem Ziegengespann.
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