Die Goldpreisentwicklung

Der Goldpreis ist besonders in den Jahren 2024 und 2025 rasant gestiegen. So kostete Anfang 2024 eine Feinunze (31,1 Gramm) rund 2.000 Dollar. Anfang 2026 notierte Gold bei 4.500 Dollar. Zeitweise (Ende Januar 2026) wurde sogar erstmals die 5.000-Dollar-Marke überschritten. Die Kursexplosion ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen.

Zinswende der Notenbanken

2024 und 2025 begannen die US-Notenbank (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB), die Leitzinsen zu senken. Damit sanken die Renditen für verzinsliche Geldanlagen wie Tagesgeld, Festgeld und Anleihen. Im Gegenzug wurde Gold, das keine Zinsen erwirtschaftet, für Investoren attraktiver. Mit der steigenden Nachfrage stieg tendenziell auch der Preis für das Edelmetall.

Massive Käufe der Zentralbanken

Vor allem Notenbanken in Schwellenländern wie China, Indien oder der Türkei haben ihre Goldreserven immens aufgestockt. Die Länder wollten sich unabhängiger vom amerikanischen Dollar machen, um sich gegen mögliche Sanktionen abzusichern oder ihre Währungsreserven breiter zu diversifizieren.

Geopolitische Krisen

Gold gilt in Krisenzeiten als „sicherer Hafen“ und wird daher oft auch als „Angstwährung“ bezeichnet. Dies gilt besonders für geopolitische Konflikte. Der anhaltende Krieg in der Ukraine und seit Ende Februar 2026 die Eskalationen im Nahen Osten im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg sorgten an den Märkten für große Unsicherheit, die viele Investoren dazu bewogen, in Gold zu investieren. Zuvor hatte es zudem verschärfte Handelskonflikte zwischen den USA und China sowie gegenseitige Exportbeschränkungen gegeben, die Anleger in den „sicheren Hafen“ Gold trieben.

Starke Nachfrage und stagnierendes Angebot

Während die Nachfrage nach Gold und nach Gold-Finanzprodukten stieg, stagnierte das Angebot. So wurde es zuletzt immer schwieriger und damit kostenintensiver, neues Gold abzubauen. Ein sinkender Goldgehalt in der Erde und strengere Umweltauflagen drosselten die Minenproduktion. Das Angebot aus recyceltem Gold konnte in den vergangenen beiden Jahren den Nachfrageüberhang nicht vollständig ausgleichen.

Komplexe Marktentwicklung

Auch wenn man weiß, welche Marktfaktoren den Goldpreis bewegen, ist es kaum absehbar, wie sich die Kurse in Zukunft entwickeln. Ein Beispiel dafür ist der Krieg, der Ende Februar 2026 zwischen den USA und Iran ausgebrochen ist. Zu Beginn des Krieges legte der Goldpreis deutlich zu. Hier galt zunächst das Prinzip des sicheren Hafens. Anleger flüchteten in Gold. Als jedoch die Straße von Hormus faktisch blockiert wurde, kam es zu extremen Ölpreisanstiegen. Durch die Meerenge am Persischen Golf werden rund 20 Prozent des weltweit verschifften Rohöls transportiert. Sollte diese Lage länger anhalten, könnte dies die Inflation befeuern. Dies wiederum könnte dazu führen, dass die Notenbanken demnächst die Zinsen wieder erhöhen, um hohe Teuerungsraten in den Griff zu bekommen. Sollte dieser Fall eintreten, würde dies den Goldpreis unter Druck setzen, da verzinsliche Anlagen attraktiver würden und Anleger ihr Geld aus Gold abziehen könnten. Allein die Möglichkeit dieses Szenarios trug dazu bei, dass es bei Gold während des Iran-Kriegs zu deutlichen Kurseinbrüchen kam.

So legen Sie sich Gold ins Depot

Wie können Sie nun als Anleger Gold handeln? Der direkte Weg führt zum Edelmetallhändler, bei dem Sie Goldbarren oder Goldmünzen kaufen können. Zu den bekannten Händlern hierzulande zählen zum Beispiel Degussa Goldhandel, Ophirum und Pro Aurum. Alternativ bieten auch Banken den Goldverkauf an. Bei Münzen empfiehlt es sich, in weltweit anerkannte Anlagemünzen wie Krügerrand, Wiener Philharmoniker, Australian Kangaroo, Maple Leaf oder American Eagle zu investieren. Wer die Stücke später verkaufen möchte, kann dies ohne Weiteres bei einem Edelmetallhändler tun. Der Preis der Barren und Münzen orientiert sich am aktuellen Marktpreis des Goldes. Oben drauf kommt ein leichter Preisaufschlag auf die Goldprodukte, der sich aus Herstellungs- und Lagerkosten sowie der Gewinnspanne des Händlers zusammensetzt.

Grundsätzlich gilt: Der Aufpreis ist bei größeren Goldmengen prozentual geringer als bei kleineren Mengen von beispielsweise wenigen Gramm Gold. Außerdem sind Münzen aufgrund der aufwändigeren Herstellung etwas teurer als Barren. Wer sein Gold sicher aufbewahren möchte, kann dies in einem Schließfach eines Händlers oder einer Bank tun. Dabei fallen Gebühren an. Wer nicht persönlich zum Goldhändler gehen will, kann das Geschäft – falls der Händler dies anbietet – auch online tätigen. Dabei sollten Sie nachfragen, ob Sie limitiert ordern können, um sich bei An- und Verkauf Echtzeitpreise zu sichern. Käufer, die ihr Gold nicht im Schließfach lagern möchten, können es in der Filiale abholen oder zu sich nach Hause liefern lassen.

Kostengünstiger als physische Investments sind Goldwertpapiere. Hierbei entstehen weniger Nebenkosten. Bei Wertpapieren müssen Sie allerdings Ordergebühren für den Kauf und Verkauf der Papiere sowie etwaige Depotgebühren bezahlen. Der Kurs der umgangssprachlich auch als „Papiergold“ bezeichneten Wertpapiere orientiert sich am aktuellen Goldpreis. Anleger können Goldwertpapiere in Form von börsengehandelten Rohstoffen (ETCs) kaufen. Rechtlich gesehen sind dies Schuldverschreibungen, die in der Regel mit physischen Goldbeständen besichert sind. Angeboten werden Gold-ETCs von der Deutschen Börse und der Börse Stuttgart.

Biallo-Lesetipp: Gold gilt für viele Anleger als klassische Ergänzung zur Vermögensabsicherung. Welche Unterschiede es zwischen physischem Gold und Gold-ETCs gibt und worauf Anleger achten sollten, erklärt unser Ratgeber.

Xetra-Gold

Das Goldwertpapier der Deutschen Börse heißt Xetra-Gold (ISIN: DE000A0S9GB0). Beim Investment in Xetra-Gold zahlen Sie keinen Ausgabeaufschlag und keine Managementgebühren wie beispielsweise für Investmentfonds. Darüber hinaus fallen beim Erwerb von Xetra-Gold keine Transport- und Versicherungskosten an, anders als beim Erwerb von physischem Gold. Beim Kauf oder Verkauf entstehen lediglich die im Börsenhandel mit Wertpapieren üblichen Transaktionskosten. Jedes Xetra-Gold-Wertpapier verbrieft das Recht auf die Lieferung von einem Gramm Feingold. Es wird wie eine Aktie an der Börse gehandelt und ist mit Gold hinterlegt. Für jedes ausgegebene Stück Xetra-Gold wird die entsprechende Menge Gold tatsächlich in einem Tresor gelagert. Anleger können sich das hinterlegte Gold jederzeit physisch ausliefern lassen. Es werden jedoch Lagerkosten von jährlich 0,36 Prozent statt einer klassischen Verwaltungsgebühr erhoben. Beim Kauf oder Verkauf zahlen Anleger die üblichen Ordergebühren ihres Brokers sowie die Spanne zwischen An- und Verkaufspreis (Spread). Diese liegt jedoch nur zwischen 0,01 und 0,05 Prozent und ist damit vergleichsweise gering.

Euwax Gold II

Wie Xetra-Gold ist auch das Produkt der Börse Stuttgart, Euwax Gold II, zu 100 Prozent physisch mit Gold besichert und an der Börse handelbar. Ebenso können Anleger sich auf Wunsch das Gold physisch liefern lassen. Die kleinste handelbare Einheit ist auch hier 1 Gramm. Anleger zahlen keine Managementgebühr. Beim Kauf oder Verkauf zahlen Anleger die üblichen Ordergebühren ihres Brokers sowie die Spanne zwischen An- und Verkaufspreis (Spread). Der typische Spread liegt meist zwischen 0,3 und 0,5 Prozent. Laufende Verwaltungs- oder Lagergebühren fallen nicht an.

Gold-Zertifikate

Darüber hinaus gibt es Gold-Zertifikate, deren Kurs wie bei ETCs vom aktuellen Marktwert des gelben Metalls abhängt. Zwar sind auch Zertifikate Schuldverschreibungen. Da sie jedoch nicht mit Gold hinterlegt sind, können Anleger im Insolvenzfall des Zertifikate-Emittenten ihr Einsatzkapital im schlechtesten Fall vollständig verlieren. Die physische Besicherung soll hingegen bei ETCs das Emittentenrisiko verhindern. Sollte der ETC-Emittent insolvent werden, ist das Anlegerkapital über das hinterlegte Gold gesichert.

Wertpapiere, die nicht mit Gold besichert sind, haben zudem steuerlich einen großen Nachteil: Auf anfallende Gewinne, die Anleger beim Verkauf erzielen, müssen sie dem Fiskus die Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent zahlen. Hinzu kommen Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Diese Gewinnsteuer fällt bei physischen Investments oder bei wertbesicherten ETCs nicht an, wenn Anleger ihr Gold mindestens ein Jahr lang halten, bevor sie es verkaufen.

Biallo-Lesetipp: Edelmetalle gelten für viele Anleger als wichtiger Baustein zur Absicherung des Vermögens. Wie sich Rohstoffe allgemein als Anlageklasse nutzen lassen und welche Möglichkeiten ETFs und Zertifikate bieten, erklärt unser Ratgeber.

Weitere Anlagemöglichkeiten

Bei willbe, der digitalen Finanzplattform der Liechtensteinischen Landesbank (LLB), können Sie mit dem Golddepot in Anteile physischer Goldbarren investieren, die in Liechtenstein aufbewahrt werden. Investitionen sind bereits ab einem Gramm möglich. Es gibt keine Gebühren beim Kauf und Verkauf. Die Lagergebühren betragen 0,5 Prozent pro Jahr.

Die Hamburger Sparkasse (Haspa) bietet in Kooperation mit der Sparkasse Pforzheim Calw den Haspa GoldSparplan an. Dies ist ein in Gramm Gold geführtes Sparkonto, mit dem Sie Ihr eigenes Goldvermögen kontinuierlich aufbauen. Die Sparrate von mindestens 50 Euro pro Monat können Sie jederzeit pausieren, erhöhen oder wieder senken. Auch zusätzliche einmalige Goldkäufe ab 5.000 Euro sind möglich. Sie können Ihr Gold jederzeit zum aktuellen Kurs kaufen oder verkaufen oder sich auf Wunsch Ihr Goldvermögen in Goldbarren aushändigen lassen.

Goldsparpläne gibt es darüber hinaus auch bei zahlreichen anderen Anbietern. Anlegerinnen und Anleger sollten dabei aber stets auf die Kosten achten. So fällt beim Kauf oft ein Ausgabeaufschlag an, hinzu kommen in der Regel noch jährliche Gebühren.

Steuern auf anfallende Gewinne

Wenn Sie Gold physisch erwerben, etwa als Münzen oder Barren, und es später mit Gewinn verkaufen, fallen keine Gewinnsteuern gegenüber dem Fiskus an – vorausgesetzt, Sie halten das Gold mindestens ein Jahr lang, bevor Sie es verkaufen (Haltefrist). Bei Wertpapieren, die nicht mit Gold besichert sind, entfällt dieser Vorteil: In diesem Fall zahlen Sie die Abgeltungsteuer von 25 Prozent. Hinzu kommen Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Informieren Sie sich am besten bereits vor dem Goldkauf, ob Sie bei einem späteren Verkauf Gewinne versteuern müssen. Grundsätzlich lautet die Regel: Die Gewinnsteuer entfällt bei physischen Investments oder bei wertbesicherten ETCs, wenn Sie Ihr Gold mindestens ein Jahr lang halten, bevor Sie es verkaufen.

Legen Sie Gold langfristig an

Auch wenn der Goldpreis in jüngster Zeit gestiegen ist, heißt das noch lange nicht, dass dieser Trend auch künftig anhalten wird. Wie bei anderen Rohstoffen kommt es an den Märkten häufig zu extremen Preisschwankungen, die den Wert der Güter deutlich nach oben oder unten treiben können. Experten empfehlen daher, das Gesamtportfolio, das zum Beispiel aus Aktien und Anleihen besteht, mit einem Goldanteil von fünf bis zehn Prozent zu stabilisieren. „Stabilisieren“ deshalb, weil sich der Goldpreis weitgehend unabhängig von klassischen Assets wie Aktien und Anleihen entwickelt. Sollten zum Beispiel die Aktienmärkte einbrechen, könnten Goldinvestments die Verluste wieder auffangen oder zumindest abschwächen. Und sollte es den Goldpreis nach unten ziehen, wirkt sich dies aufgrund des geringen Anteils nicht so drastisch im Gesamtportfolio aus. Gold ist grundsätzlich wegen der starken Preisschwankungen nicht für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet. Anleger sollten planen, das Edelmetall mehrere Jahre lang im Depot zu behalten.

Fazit: Mit Edelmetallen Depot beimischen

Mit Gold und anderen Edelmetallen wie Silber, Platin und Palladium können Sie Ihr Portfolio diversifizieren, da Gold und Co. sich weitgehend unabhängig von klassischen Vermögenswerten wie Aktien und Anleihen entwickeln. In Krisenzeiten gilt Gold als „sicherer Hafen“, den Investoren gerne in unsicheren Börsenzeiten ansteuern. Der Goldpreis ist abhängig von verschiedenen Marktfaktoren wie zum Beispiel US-Dollar und Zinsniveau. In den vergangenen beiden Jahren (2024 und 2025) ist der Goldpreis extrem gestiegen. Gleichwohl ist es ungewiss, in welche Richtung sich der Kurs künftig bewegt.

Anlageexperten empfehlen, langfristig in Gold zu investieren, um das Depot zu stabilisieren. Der Goldanteil sollte dabei nicht mehr als zehn Prozent im Gesamtportfolio ausmachen. Sie haben verschiedene Möglichkeiten, sich Gold oder andere Edelmetalle ins Depot zu legen. Der einfachste Weg dazu führt zum Edelmetallhändler, bei dem Sie Münzen oder Barren kaufen können. Darüber hinaus können Sie Finanzprodukte wie ETCs über die Börse handeln, welche die Wertentwicklung des Metalls nachbilden. Der Vorteil hierbei ist, dass Sie das Edelmetall nicht physisch erwerben müssen. Dies spart Lagerkosten wie Gebühren für Schließfächer. Darüber hinaus bieten Banken und Finanzplattformen Möglichkeiten, in physisches Gold zu investieren.

Im Gegensatz zu Aktien, Fonds oder Indexfonds (ETFs) fällt auf Gold keine Abgeltungsteuer an, da Goldverkäufe als privates Veräußerungsgeschäft behandelt werden – vorausgesetzt, Sie halten das Gold mindestens zwölf Monate lang, bevor Sie es verkaufen (Haltefrist). Dann ist der Gewinn beim Verkauf komplett steuerfrei. Dies gilt auch bei Gold-Wertpapieren, wenn diese einen Anspruch auf physische Auslieferung des Goldes verbriefen. Dies ist beispielsweise bei den beiden ETCs Xetra-Gold und Euwax-Gold II der Fall. Hier gelten dieselben Regeln wie bei physischem Gold: Nach einem Jahr Haltedauer sind sie steuerfrei.

Verwendete Quellen:

  • Biallo
  • Börse Stuttgart
  • Deutsche Börse
  • extraETF
  • Commerzbank (Handbuch der Rohstoffe)
  • Haspa
  • Willbe
Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Biallo & Team GmbH
Achselschwanger Str. 5
86919 Utting
Telefon: +49 (8806) 333840
Telefax: +49 (8806) 3338419
http://www.biallo.de

Ansprechpartner:
Anita Pabian
Telefon: +49 (8806) 33384-0
Fax: +49 (8806) 33384-19
E-Mail: pabian@biallo.de
Für die oben stehende Story ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.

counterpixel