Maut-Befreiung für E-Lkw bis 2031 dürfte verpuffen

Die Verlängerung der Maut-Befreiung für emissionsfreie Lastwagen bis 2031 dürfte wirkungslos verpuffen. Spediteure berichten gegenüber auto motor und sport, dass Elektro-Lkw wegen der deutlich höheren Anschaffungskosten und des lückenhaften Ladenetzes nicht attraktiv seien. Zudem verteure die geringere Zuladung die Speditionskosten. „Die begrenzte Reichweite und eine unzureichende öffentliche Ladeinfrastruktur schränken die Flexibilität von E-Lkw erheblich ein“, erklärt Spediteur Rudolf Müller aus Mehren in der Eifel in auto motor und sport. Auch das Arbeitsrecht spreche gegen Elektro-Lkw. Während der Tour zu laden, führe „zu Zeitverlusten, die sich im Rahmen der strikten Arbeitszeiten nicht ausgleichen lassen“.

Auch Spediteur Harald Jansen aus Niederzier bei Köln hat sich gegen Elektrofahrzeuge entschieden, obwohl Kunden auf „nachhaltige Lieferketten“ drängen. Doch das Stromnetz am Firmensitz in Niederzier sei für eine Schnellladesäule mit 300 oder 400 kW Leistung nicht ausgelegt. Zudem seien die Kosten zwischen 300.000 und 400.000 Euro zu hoch. Außerdem koste eine Elektro-Zugmaschine 100.000 bis 150.000 Euro mehr als eine Diesel-Zugmaschine. „Ohne staatliche Förderung ist das nicht finanzierbar“, so Jansen, „aber leider sind bisherige Subventionen vor allem an große Unternehmen gegangen.“

Auch die geringere Zuladung sei ein Kostenproblem. Wegen der schweren Akkus könnten Elektro-Lkw mindestens zwei Tonnen weniger Zuladung aufnehmen. „Wir könnten weniger mitnehmen, was die Frachtkosten für unsere Kunden erhöhen würde“, so Jansen. Das würde den ohnehin schon unfairen Wettbewerb mit Firmen aus Osteuropa weiter verschärfen.

Redakteur: Claudius Maintz

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