Der 75. DLRK bringt 1.000 Fachkräfte der Luft- und Raumfahrt nach Aachen

Wie sichert sich Europa einen eigenständigen Zugang zum Weltraum? Und wie verändert die Digitalisierung Entwicklung, Fertigung und Instandhaltung von Flugzeugen? Diese und viele weitere Fragen stehen vom 8. bis 10. September 2026 im Eurogress Aachen auf der Agenda. Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) erwartet rund 1.000 Expertinnen, Experten und Nachwuchskräfte zum 75. Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress (DLRK). Seit dem ersten Kongress 1952 ist der DLRK das größte wissenschaftlich-technische Networking-Event der deutschen Luft- und Raumfahrt und hat über die Jahre viele wichtige Entwicklungen, aber auch Freundschaften in der Branche begleitet und vorangebracht. Aus rund 550 Einreichungen hat die Programmkommission 450 Vorträge und 70 Posterbeiträge ausgewählt und zu 100 Fachsitzungen in 13 parallelen Sitzungssträngen zusammengestellt.

„75 Jahre sind ein guter Grund, zurück, aber auch nach vorne zu blicken“, sagt DGLR-Präsident Roland Gerhards. „Der DLRK war schon immer Bühne für die aktuellen Entwicklungen der jeweiligen Zeit. Dieses Format hat einen herausragenden Stellenwert in der deutschen Luft- und Raumfahrt. Vortragende wie Albert Betz, Heinrich Focke, Maurice Roy oder auch der Großteil der deutschen Astronauten zusammen mit vielen hochrangigen Forschenden und Industrievertreterinnen sowie -vertretern zeigen das Gewicht und die Aussagekraft der vorgestellten Forschung und Entwicklung. Diesen Weg wollen wir weitergehen. Mit dem DLRK als Austausch- und Diskussionsort für die Forschung der Zukunft.

Plenarvorträge von der Raumstation bis zum Flugantrieb

Die Plenar- und Highlightvorträge zeigen die ganze Bandbreite der Luft- und Raumfahrt auf. Den Auftakt macht am 8. September Michael Boss (Starlab Space) mit der Frage, wer künftig im erdnahen Orbit forscht und produziert – sein Unternehmen arbeitet an einer kommerziellen Nachfolgerin der Internationalen Raumstation. Thomas Zurbuchen (ETH Zürich), ehemaliger Wissenschaftsdirektor der NASA, beschließt den Kongress mit vier Weltraumtrends, die die Zukunft der zivilen Raumfahrt in Europa prägen werden.

Auch Fragen der europäischen Souveränität und der Sicherheit greift das Programm auf. Jon Reijneveld (The Exploration Company) spricht darüber, wie sich die Lücke zu souveränen, integrierten Raumfahrtfähigkeiten in Europa schließen lässt. Brigadegeneral Volker Pötzsch (Kommando Cyber- und Informationsraum) erläutert unter dem Titel „Vom Orbit ins Gefecht“, warum Einsatzunterstützung aus dem Weltraum zum Gamechanger wird.

Für die Luftfahrt zeigt Oliver Zeplin (Airbus) auf, wie sich das Flugzeug zur digitalen Plattform wandelt und welcher Mindset-Shift „from ego- to ecosystems“ dafür nötig ist. Thomas Spriesterbach (Lufthansa Airlines) berichtet, wie sich der tägliche Check eines Flugzeugs digitalisieren lässt. Und Peter Jeschke (RWTH Aachen) sowie Jens Friedrichs (TU Braunschweig) widmen sich gemeinsam der Frage, wohin sich Flugantriebe künftig entwickeln.

Eröffnet wird der Kongress am 8. September von DGLR-Präsident Roland Gerhards und Vizepräsidentin Cornelia Hillenherms, gemeinsam mit Mona Neubaur, Wirtschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, und Ralf Otten, Bürgermeister der Stadt Aachen. Im Eröffnungspanel diskutieren Vertreterinnen und Vertreter von Airbus, MTU Aero Engines, der Deutschen Raumfahrtagentur und der RWTH Aachen, wie sich die Wertschöpfungskette beschleunigen lässt, um Innovationen schneller auf den Markt zu bringen. Abgerundet wird das Programm durch die DLRK-Technologie-Panels zu den Themen „Simulieren, Testen, Fliegen“ und „Astronautische Raumfahrt in Deutschland“, das NFL Aerospace Forum, das Next Level Aerospace Forum, den Dialogtag Luftfahrt sowie ein ausgiebiges Rahmenprogramm, das zum Netzwerken einlädt.

Der wissenschaftliche Nachwuchs bekommt eine eigene Bühne

Der DLRK dient sowohl als Forum für etablierte Wissenschaftlerinnen und Ingenieure als auch für den wissenschaftlichen Nachwuchs – und dessen Anteil ist beachtlich: Mehr als 250 Promovierende, Studierende und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler präsentieren in Aachen ihre Arbeiten oder nehmen am Kongress teil. 13 DGLR-Nachwuchspreise gehen in diesem Jahr an junge Talente für ihre Studien-, Bachelor- und Masterarbeiten sowie Dissertationen. „Was die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hier einreichen, sind eigenständige Beiträge zu Fragen, an denen die ganze Branche arbeitet“, sagt DGLR-Vizepräsidentin Cornelia Hillenherms, Leiterin der Nachwuchspreis-Auswahlkommission. „Beim DLRK stehen die zukünftigen Fachkräfte im Saal: Sie halten Vorträge, stellen ihre Poster vor und sprechen mit genau den Unternehmen, denen Sie als Nachwuchskräfte zur Verfügung stehen.“

Beim ersten DGLR Students Summit setzen sich Studierende mit der Integration nachhaltiger Technologien in der Luftfahrt auseinander. In einem interaktiven Stakeholder-Spiel schlüpfen sie in die Rollen wichtiger Akteure aus den Bereichen Fertigung und Entwicklung, Flugsicherheit und Politik sowie Forschung und diskutieren, wie neue, nachhaltige Technologien in einem Umfeld konkurrierender Interessen umgesetzt werden können. Im DGLR-Nachwuchsgruppen-Village stellen Studierendengruppen ihre Projekte in der begleitenden Fachausstellung vor – und kommen dort direkt mit Wissenschaftlerinnen, Ingenieuren und Unternehmen ins Gespräch. Die „100-Studierenden-Aktion“ ermöglicht Studierenden von Hochschulen mit Luft- und Raumfahrtbezug zudem die Chance auf einen kostenlosen Eintritt zum Kongress.

Aachen: Forschungsstandort mit europäischer Perspektive

Aachen zählt zu den führenden Zentren der Luft- und Raumfahrtforschung in Deutschland. Die RWTH Aachen und die FH Aachen, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie die Fraunhofer-Institute für Produktionstechnologie und für Lasertechnik arbeiten hier an Antriebssystemen, Leichtbau, Werkstofftechnologie und der Digitalisierung der Produktion. Das Cluster AeroSpace NRW vernetzt Industrie, Wissenschaft und Start-ups in der Region.

Der nächste Deutsche Luft- und Raumfahrtkongress findet vom 14. bis 16. September 2027 in Bremen statt.

Mehr Informationen zum DLRK und das aktuelle Programm finden Sie unter: https://dlrk2026.dglr.de

Über Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt e.V. (DGLR)

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Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt – Lilienthal-Oberth e.V. (DGLR) ist die wissenschaftlich-technische Vereinigung für alle Menschen, Unternehmen und Institutionen, die die Zukunft der Luft- und Raumfahrt aktiv mitgestalten wollen. Rund 3.000 Mitglieder, darunter 100 Unternehmen und Hochschulen, bilden den Kern unserer Experten-Community. Sie engagieren sich im Netzwerk, nutzen die Plattform als Basis für den Wissensaustausch, zur Innovationsförderung und für Weiterbildung.

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