Los ging es bei der Kulturscheune in Schotten-Michelbach, wo der Förderverein des Ortes aus einem baufälligen Zweiseithof im Ortskern in tausenden Stunden Eigenleistung einen neuen Dorfplatz mit Versammlungshaus, Herbergsmöglichkeiten und einem Backhaus erschuf. Die Mitglieder des Fördervereins und die Bauamtsleiterin Elke Högy berichteten mit großer Leidenschaft über den Weg von der Idee bis zur erfolgreichen Eröffnung des Ensembles, das einen ganz besonderen Charme versprüht.
Weiter ging es zur „Alten Schule" in Grebenhain-Crainfeld, die durch jahrelangen ehrenamtlichen Einsatz grundlegend saniert und zu einem lebendigen Multifunktionshaus umgebaut wurde. Die Mitglieder der Dorfgemeinschaft konnten dem Fachpublikum eindrücklich vermitteln, wie ehrenamtliches Engagement sozialen Zusammenhalt schafft und die Gemeinschaft stärkt. Landrat Dr. Jens Mischak und Bürgermeister Simon Seibert bekräftigten, wie es durch den herausragenden Einsatz der Dorfgemeinschaft und dem Sachgebiet gelang, das bedeutende Denkmal nicht nur zu bewahren, sondern als modernes, lebendiges Multifunktionshaus erfolgreich in die heutige Zeit zu überführen.
Nur wenige Meter weiter besuchte die Gruppe den Dorfladen Crainfeld, wo durch starkes ehrenamtliches Engagement das Nahversorgungsangebot erhalten bleibt. Auch hier renovierten und modernisierten die ehrenamtlichen Mitglieder der gegründeten Genossenschaft die Ladenflächen vollständig und kümmern sich um den laufenden Betrieb mit Lieferservice. Diese freiwillige Arbeit trägt maßgeblich dazu bei, den Dorfladen als Treffpunkt und sozialen Anker für die Gemeinschaft zu erhalten.
Als letzte Station für den Tag besichtigten die Teilnehmer die im „Alten Postamt“ neueröffnete Hausarztpraxis in Schlitz. Dort hat der Facharzt für Allgemeinmedizin und Schlitzer Dr. Julian Dern einen zentralen Ort der Daseinsvorsorge geschaffen. Die Gruppe nahm wertvolle Einblicke in eine moderne medizinische Versorgung für ihre Regionen mit und konnte sich durch die persönliche Projektvorstellung einen direkten Eindruck von der geleisteten Arbeit verschaffen.
Über den Tag wurde noch einmal besonders deutlich, dass erfolgreiche Dorf- und Regionalentwicklung von der Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt und Hauptamt, dem Engagement vor Ort und den passenden Förderinstrumenten lebt. Denn die gezeigten Beispiele verdeutlichten den Teilnehmern ganz konkret, wie mit verschiedenen Akteuren und ihrer Arbeit regionale Baukultur erhalten und gleichzeitig zukunftsfähige Lösungen für die Menschen im ländlichen Hessen geschaffen werden können.
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