Verborgene Schätze im Fokus – Sonderausstellung „Ans Licht!“ im Oberschlesischen Landesmuseum

Museen zeigen oft nur einen Bruchteil ihrer Bestände. Mit der neuen Sonderausstellung „Ans Licht!“ rückt das Oberschlesische Landesmuseum genau jene Objekte in den Mittelpunkt, die bislang im Verborgenen lagen. Die Ausstellung wird am Sonntag, 17. Mai 2026, um 15 Uhr im Rahmen des Internationalen Museumstags eröffnet.

In über vier Jahrzehnten hat das Museum eine Sammlung von mehr als 15.000 Objekten aufgebaut – von Gemälden und Skulpturen über Porzellan und Textilien bis hin zu Alltagsgegenständen und Dokumenten. „Viele dieser Stücke lagern in Depots und bleiben den Besucherinnen und Besuchern verborgen. Mit der Ausstellung ‚Ans Licht!‘ öffnen wir gewissermaßen unsere Schatzkammern“, erklärt Kurator Dr. Frank Mäuer.

Die Ausstellung versteht sich zugleich als Blick hinter die Kulissen musealer Arbeit. Sie erzählt die Geschichte der Sammlung und zeigt, wie Objekte ins Museum gelangen und welche Perspektiven sie auf Oberschlesien eröffnen. Dabei wird deutlich: Jedes Objekt ist mehr als ein Exponat – es ist Träger individueller Erinnerungen und historischer Zusammenhänge. „Unsere Sammlung ist ein Werkzeug, mit dem wir Geschichte(n) erzählen“, so Mäuer. Unterschiedliche Darstellungen der Region – von industriell geprägten Landschaften bis hin zu idyllischen Naturansichten – spiegeln nicht nur Oberschlesien selbst, sondern auch die Zeit ihrer Entstehung wider. Neben Kunstwerken präsentiert die Ausstellung auch persönliche Erinnerungsstücke, Briefe, Fotografien und Alltagsgegenstände. Viele dieser Objekte stammen aus privaten Schenkungen und machen historische Entwicklungen wie Migration oder politische Umbrüche über individuelle Lebensgeschichten erfahrbar. Ein besonderer Fokus liegt zudem auf der Vielfalt der Materialien und Ausdrucksformen – von klassischen Kunstwerken bis hin zu Kohleschnitzereien, in denen sich Kunst und Industriegeschichte auf einzigartige Weise verbinden. Auch Literatur spielt eine zentrale Rolle: Für die Sonderausstellung entsteht eine filmische Collage unter Verwendung von Texten aus der Publikation »Literarischer Reiseführer Oberschlesien«, mit freundlicher Genehmigung durch Dr. Marcin Wiatr und das Deutsche Kulturforum östliches Europa e. V. Ergänzend dazu widmet sich die Ausstellung auch der Architektur Oberschlesiens. Zeichnungen, Baupläne und Modelle von Häusern, Kirchen, Schulen und Bahnhöfen zeigen die Lebens- und Arbeitsräume der Menschen und dokumentieren zugleich die wirtschaftlichen, politischen und ästhetischen Entwicklungen ihrer Zeit. Am Ende des Ausstellungsrundgangs werden die Besucherinnen und Besucher dazu eingeladen, ihre eigenen Perspektiven einzubringen. „Ein Museum sollte kein abgeschlossener Ort sein. Die Erfahrungen und Erinnerungen unserer Gäste sind ein wichtiger Teil des kulturellen Dialogs“, betont Mäuer. 

Medien-Preview
Medienvertreterinnen und Medienvertreter sind herzlich eingeladen zu einer Preview der Ausstellung am Freitag, 15. Mai 2026, um 11 Uhr im Oberschlesischen Landesmuseum. Bitte melden Sie sich vorab per E-Mail an unter: schieweck@oslm.de.

Internationaler Museumstag – 17. Mai 2026
11–18 Uhr: Ganztägig freier Eintritt
12 Uhr: Öffentliche Direktorenführung durch die Dauerausstellung mit Dr. David Skrabania
15 Uhr: Ausstellungseröffnung und Kuratorenführung „Ans Licht!“ mit Dr. Frank Mäuer, musikalisch begleitet von Klaus-Peter Riemer (Flöte) und Miyuki Brummer (Klavier).

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