Visionen für eine grüne Zukunft

Wunderschön und einzigartig wirkt der blaue Ball inmitten des weiten schwarzen Raums, aber gleichzeitig auch klein und zerbrechlich. Wenn das Bild von der Erde im Weltall dem eines winzigen Boots in den Weiten des Ozeans gegenübergestellt wird, wirkt Marcel Fortuins Botschaft beim Fireside Chat, der vom TUM Campus Heilbronn organisiert wurde, besonders eindringlich: „Was wir unserem Planeten antun, ist, als würde man in einem Schlauchboot sitzen und versuchen, es mit einem Messer aufzuschlitzen“, sagte der Teamleader Innovation & Digital Transformation bei der PreZero-Stiftung Ende November zu den TUM-Studierenden im Heilbronner Insel-Hotel.

PreZero mit Hauptsitz in Neckarsulm ist ein Umweltdienstleister, der international im Abfall- und Recyclingmanagement tätig ist. Aktuell beschäftigt die PreZero-Gruppe rund 30.000 Mitarbeiter an 485 Standorten in verschiedenen europäischen Ländern und den USA.

Pilotstadt für nachhaltige Mobilität

Schuld am bedrohten Zustand der Welt seien unser ausufernder Konsum und die damit einhergehende Umweltzerstörung, fährt Fortuin beim Fireside Chat fort. „Für mich gibt es keine Alternative: Wir müssen uns ändern“, sagt er, „und dafür müssen wir zusammenarbeiten.“

Doch wohin soll die Reise gehen? Genau das will Fortuin an diesem Abend herausfinden: „Wie stellt ihr euch eure Zukunft in zehn Jahren vor?“, fragt er die Studierenden. Nicht ohne seine eigene Vision vorzustellen: „Ich möchte in einem Zimmer in der Stadt wohnen. Wir müssen die Autos aus der Stadt verbannen.“ Heilbronn könne mit seinen kurzen Wegen und der guten Zuganbindung zur Pilotstadt für nachhaltige Mobilität werden.

Dass Autos die Straßen verstopfen und in Zukunft nicht mehr jeder ein eigenes Fahrzeug braucht, sehen die Studierenden ähnlich. Und sie haben viele Lösungsvorschläge: Es müsse mehr Car-Sharing und mehr Taxis geben. Alle Leute sollten Anspruch auf ein Fahrrad haben, für das sie keine Versicherung zahlen müssten. Die öffentlichen Verkehrsmittel sollten weiter ausgebaut werden.

Wunsch nach einem einfachen Leben

Aber ist eine Zukunft ohne Autos wirklich denkbar? Andere Studierende haben ihre Zweifel. „Die Menschen kaufen Autos nicht nur, weil es bequem ist“, sagt einer von ihnen, Autos seien nach wie vor auch Statussymbole. Ein anderer spricht die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von der Automotive-Branche mit ihren rund 800.000 Beschäftigten bundesweit an.

Die Brücke schlägt eine besonders optimistische Studentin: Sie ist überzeugt, dass der Fortschritt der Technologie viele Probleme lösen wird. Sie selbst ziehe ein einfaches Leben vor: „Ich benutze lieber immer öffentliche Verkehrsmittel. Und zu Fuß gehen ist wirklich ein gutes Training.“

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