Leben mit einem Cochlea-Implantat

Wenn ein Hörgerät nicht mehr ausreicht, kann die Implantation eines Cochlea-Implantats (CI) ein echter Segen sein, denn es kann das Gehör zurückbringen. Wie das funktioniert und worauf es nach der Implantation ankommt, erklärt Experte Dr. Harald Seidler im Interview.

Seidler ist in doppelter Hinsicht mit dem Cochlea-Implantat vertraut – nämlich als Arzt und als Patient: Er ist Chefarzt der Fachklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde in den MEDICLIN Bosenberg Kliniken und gleichzeitig selbst Träger eines Cochlea-Implantats.

„Nach einer Meningitis-Erkrankung im Säuglingsalter verschlechterte sich mein Gehör. Das ist aber Gott sei Dank früh erkannt worden, sodass ich seit dem dritten Lebensjahr Hörgeräte trage. Das Gehör hat sich aber dann über die Jahre weiter verschlechtert, sodass ich vor 16 Jahren auf der linken Seite ein Cochlea-Implantat bekommen habe, was mir überhaupt die Möglichkeit gab, meine Arbeit hier zu tun“, erzählt Seidler.

Ab wann ein Cochlea-Implantat sinnvoll ist

Um zu entscheiden, ob ein Cochlea-Implantat sinnvoll ist, werden audiologische Tests gemacht. „Das beste Hörgerät sollte mehr als 60 Prozent Sprachverstehen ermöglichen“, erklärt Seidler. „Ist das nicht der Fall oder ist man einseitig ertaubt, ist das eine Indikation für ein Cochlea Implantat. Und: Es gibt heute auch keine Grenzen mehr beim Alter. Beim sechs Monate alten Säugling bis weit über ein Alter von 80 kann – bei gutem Allgemeinzustand – ein CI implantiert werden.“

Wie die Innenohrprothese funktioniert

Das Hören funktioniert über Luftschwingungen, die normalerweise über das Trommelfell und das Mittelohr an das Innenohr und in die Hörschnecke (Cochlea) geleitet werden. Diese wandelt dann die Schallwellen in elektrische Impulse um. „Nichts anderes macht auch ein Mikrofon“, erläutert der Chefarzt. „Wenn die Funktion der natürlichen Cochlea gestört ist, dann übernimmt diese Funktion eine Elektrode. Die Elektrode wird in die Hörschnecke eingeführt. Die Empfangsspule des Cochlea-Implantats wird hinter dem Ohr unter der Haut platziert. Die Sendespule des Sprach- oder Audioprozessors haftet mit Hilfe der Magneten auf der Kopfhaut über der Empfangsspule des Implantats.“

Ähnlich wie ein normales Hörgerät nimmt das Mikrofon des Cochlea-Implantats hinter dem Ohr die Schallwellen aus der Umwelt auf und leitet sie an den Sprach- oder Audioprozessor weiter. Der Prozessor wandelt die Schallwellen in elektrische Impulse um und überträgt sie auf die Sendespule. Von der Sendespule werden die Signale an die Empfangsspule des Cochlea-Implantats gesendet. Das Cochlea-Implantat leitet die Signale dann an die Elektroden in der Hörschnecke weiter. Die Elektroden stimulieren mit einem bestimmten Reizmuster den Hörnerv, der dieses Reizmuster an das Hörzentrum im Gehirn leitet, wo es dann beispielsweise als Wort gehört wird.

Rehabilitation ist besonders wichtig

„Wir können heute aus der Ertaubung heraus zu hochwertigen Hörergebnissen kommen“, betont Seidler. „Voraussetzung dafür sind aber vernünftige Rehabilitationskonzepte. Manche operierenden Kliniken machen es leider heute noch so, dass sie nach der Implantation zwei, drei Einstellungen machen und ab und zu schaut noch ein Logopäde nach – das geht meist schief“, berichtet er und ergänzt: „In den MEDICLIN Bosenberg Kliniken haben wir das mittlerweile führende Rehakonzept in Deutschland entwickelt, mit dem wir in relativ überschaubarer Zeit, also in etwa drei Monaten, zu sehr guten Hörergebnissen kommen.“ So können Betroffene tatsächlich auch Kommunikationsberufe wieder aufnehmen.

Wie genau diese Rehabilitation abläuft und welche Schritte nach einer Implantation wichtig sind, erklärt Seidler ausführlich in der aktuellen Folge „Cochlea-Implantat“ des MEDICLIN-Podcast „Ihr Gesundheitsratgeber“. Die Folgen erscheinen im zweiwöchigen Rhythmus. Die aktuelle Folge finden Interessierte auf Podcast-Plattformen wie Apple, Spotify, Google Podcasts, Deezer und Amazon Music sowie auf der Übersichtsseite: https://www.mediclin.de/podcast-uebersicht/der-mediclin-podcast-ihr-gesundheitsratgeber/

Über die MEDICLIN Bosenberg Kliniken
Die MEDICLIN Bosenberg Kliniken umfassen drei Fachbereiche: die Fachklinik für Neurologie für Patient*innen in den Phasen C und D mit neurologischen Erkrankungen und möglichen Begleiterkrankungen, die Fachklinik für Geriatrie und die Fachklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde mit den Schwerpunkten Tinnitus, Hörschädigung, Reha nach tumorchirurgischen Eingriffen an Mund, Rachen und Kehlkopf, sowie Reha bei Cochlea Implantat (CI) für Erwachsene, Jugendliche und Kinder.
Die Klinik gehört zu den größten Fachkliniken für Hörschädigung in Deutschland. Eine interdisziplinäre Schwindel-Therapie und ein zertifiziertes Multiple-Sklerose-Zentrum gehören ebenfalls zum Spektrum. Außerdem bietet die Klinik eine interdisziplinäre Post-Covid-Rehabilitation zur Behandlung von Patient*innen mit Langzeitfolgen von Covid-19 an. Die Einrichtung hat 263 Betten und beschäftigt rund 220 Mitarbeiter*innen.

Über MEDICLIN

Zu MEDICLIN gehören deutschlandweit 32 Kliniken, sechs Pflegeeinrichtungen und zehn Medizinische Versorgungszentren. MEDICLIN verfügt über rund 8.300 Betten/ Pflegeplätze und beschäftigt rund 10.000 Mitarbeiter*innen.

In einem starken Netzwerk bietet MEDICLIN den Patient*innen die integrative Versorgung vom ersten Arztbesuch über die Operation und die anschließende Rehabilitation bis hin zur ambulanten Nachsorge. Ärzt*innen, Therapeut*innen und Pflegekräfte arbeiten dabei sorgfältig abgestimmt zusammen. Die Pflege und Betreuung pflegebedürftiger Menschen gestaltet MEDICLIN nach deren individuellen Bedürfnissen und persönlichem Bedarf.

MEDICLIN – ein Unternehmen der Asklepios-Gruppe.

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