Analyse: Klimaverträgliche Finanzflüsse brauchen klare Zielvorgaben

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– Neue Analyse untersucht die drei größten Klimaschutz-Initiativen im Finanzsektor

– Es fehlen klare Standards für Asset Owner wie Versicherungen oder Pensionsfonds
– WWF: „Das Finanzsystem braucht dort mehr Führung durch die Politik“
 
Beim Finanzieren der Transformation spielen Vermögenseigentümer, sogenannte Asset Owner wie Versicherungen oder Pensionsfonds, aber auch die Vermögen der öffentlichen Hand, eine wichtige Rolle. Sie treffen Kapitalentscheidungen, die den notwendigen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft beschleunigen können. Doch es fehlen bisher klare Vorgaben und Dynamik durch die Politik, um Klimaziele schnell und umfassend zu einem Standard für institutionelle Investoren zu machen. Dies zeigt eine vom WWF beauftrage Analyse der drei größten Klimaschutz-Initiativen im Finanzsektor (WWF-Hintergrundpapier).
 
Für die Analyse hat Nextra Consulting die methodischen Rahmenwerke der UN Net-Zero Asset Owner Alliance (AOA), der Science Based Targets Initiative for Financial Institutions (SBTi Finance) und der Institutional Investor Group on Climate Change (IIGCC) untersucht. Diese Klima-Initiativen des Finanzsektors sind auf freiwilliger Basis, richten sich an große Akteure und weniger in die Breite der Kapitalsammelstellen.  
 
„Das Finanzsystem braucht dort mehr Führung durch die Politik“, sagt Matthias Kopp, Leiter Sustainable Finance beim WWF Deutschland. „Um das Pariser Klimaabkommen einzuhalten, müssen sich alle Finanzflüsse an wissenschaftlich abgeleiteten Zielen ausrichten. Die Bundesregierung nutzt im Moment nicht ihre Möglichkeiten, um mehr Ernsthaftigkeit und Geschwindigkeit in Klima-Initiativen im Finanzsektor zu bringen. Das gilt auch für Anlagegrundsätze eigener öffentlicher Vermögen, wie auch in der Diskussion um die geplante Aktienrente. Ebenfalls besteht eine Leerstelle darin, methodische Rahmenwerke mit der Logik der Transformation zu verbinden, sodass Kapital direkt den nachhaltigen Umbau finanziert.“
 
Für den WWF ist klar: Methodische Rahmenwerke für die Zielsetzung von institutionellen Investoren müssen zum Standard für die Kapitalanlage und die Kapitalallokation werden. Versicherungen, Pensionsfonds, Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge und andere institutionelle Investoren benötigen sie, um ihre Portfolios in Einklang mit den Pariser Zielen zu steuern. Das gilt in gleicher Weise für die Anlagen der öffentlichen Hand.
 
Deswegen ist es Aufgabe der Politik, diese Rahmenwerke mit Kapazitäten, Leitfäden, Hilfestellungen und Umsetzungsunterstützung gerade für kleinere institutionelle Anleger aufzuwerten. Mit den Anlagen des Sondervermögens des Bundes oder auch der geplanten Aktienrente hat die öffentliche Hand dort auch eine Vorbildfunktion, an der sich weitere Akteure und damit die Breite des Finanzsystems orientieren können.
 
„Die Bedeutung methodischer Rahmenwerke im Finanzsektor wird sich zukünftig noch deutlich steigern“, sagt Matthias Kopp. „Das Montrealer Naturschutzabkommen erfordert, dass ebenfalls die Ziele so übersetzt werden, dass sie Kapitalflüsse lenken können. 
Die Bundesregierung hat sowohl das Pariser Klimaabkommen als auch das Montrealer Naturschutzabkommen unterschrieben. Die Bundesregierung ist jetzt am Zug, die methodischen Rahmen für das Finanzsystem zu schaffen.“
 
Weitere Informationen
Download WWF-Paper „Ohne klare Zielvorgaben keine klimaverträglichen Finanzflüsse“
Download „Klimazielsetzungen im Finanzsektor – Vergleichende Analyse der Klimazielsetzungsinitiativen AOA, SBTi Finance und IIGCC“
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