Einfach energieeffizient entwerfen

Beim nächsten Passivhaus-Abend geht es darum, wie Gebäude einfach und zuverlässig entworfen werden können und was hinter der Energiebilanz eines Gebäudes steckt. Der Passivhaus-Abend am 16. September 2020 wird als Webinar angeboten, Privatleute sind ebenso herzlich zum kostenfreien Vortrag eingeladen wie Architekten und Planer.
Unter anderem mit der Energiebilanz eines Gebäudes befasst sich der nächste Passivhaus-Abend am Mittwoch, 16. September 2020. Corinna Geiger und Dragos Arnautu vom Passivhaus Institut erläutern dabei, was in der Energiebilanz steht und was die Heizlast sowie der Bedarf für Heizwärme und Primärenergie eines Hauses bedeuten. Sie erklären auch, wie diese Werte berechnet werden. Gerade für Passivhäuser ist dabei interessant, wie hoch der „passive" Anteil bei der Wärmeerzeugung ist. Zudem zeigen die Referenten, wie energie-effiziente Gebäude einfach und zuverlässig geplant werden. Dabei stellt das Passivhaus Institut das Planungsprogramm designPH vor, mit dem die Energiebilanz eines Gebäudes berechnet und optimiert werden kann.
Mit den Passivhaus-Abenden informieren das Passivhaus Institut, die Informations-Gemein-schaft Passivhaus Deutschland (IG Passivhaus) sowie die Passivhaus Dienstleistung GmbH über aktuelle Themen des energieeffizienten Bauens. Die Teilnahme am Online-Vortrag ist kostenfrei. Die Passivhaus-Abende sind als Fortbildung anerkannt. Nach der Anmeldung unter www.ig-passivhaus.de erhalten die Teilnehmer einen Link zum Online-Vortrag.

Energieeffizient entwerfen – einfach und zuverlässig!
Datum: Online-Vortrag am Mittwoch, 16. September 2020
Uhrzeit: 19 bis 20.30 Uhr

 

Über Passivhaus Institut

Passivhäuser Beim Passivhaus-Konzept wird der für Gebäude typische Wärmeverlust durch Wände, Fenster und Dach drastisch reduziert. Durch die fünf Prinzipien – gute Dämmung, dreifach verglaste Fenster, Vermeidung von Wärmebrücken, luftdichte Gebäudehülle sowie Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung – benötigt ein Passivhaus nur sehr wenig Energie. Passivhäuser können daher auf ein klassisches Heizsystem verzichten. Passiv" werden die Häuser genannt, da der größte Teil des Wärmebedarfs aus "passiven" Quellen wie Sonneneinstrahlung sowie Abwärme von Personen und technischen Geräten gedeckt wird.


In einem Passivhaus hält sich die Wärme 10 bis 14 Tage lang, da sie nur sehr langsam entweicht. Daher muss nur an sehr kalten Tagen aktiv geheizt werden. Insgesamt ist nur wenig Energie für die Bereitstellung dieser Restwärme vonnöten. Im Sommer (sowie in warmen Klimaten) ist ein Passivhaus ebenfalls im Vorteil: Dann bewirkt u.a. die gute Dämmung, dass die Hitze draußen bleibt. Eine aktive Kühlung ist daher in Wohngebäuden in der Regel nicht nötig. Durch die niedrigen Energiekosten sind die Nebenkosten kalkulierbar – eine Grundlage für bezahlbares Wohnen und sozialen Wohnungsbau. Ein Passivhaus verbraucht rund 90 Prozent weniger Heizwärme als ein bestehendes Gebäude und 75 Prozent weniger als ein durchschnittlicher Neubau.

Passivhaus und NZEB
Der Passivhaus-Standard erfüllt die Anforderungen der Europäischen Union an Nearly Zero Energy Buildings. Laut der Europäischen Gebäuderichtlinie EPBD müssen die Mitgliedstaaten die Anforderungen an so genannte Fast-Nullenergiehäuser (NZEB) in ihren nationalen Bauvorschriften festlegen. Die Richtlinie der EU ist seit Januar 2019 für öffentliche Gebäude in Kraft und gilt für alle anderen Gebäude ab dem Jahr 2021.

Pionierprojekt
Das weltweit erste Passivhaus errichteten vier private Bauherren, darunter Dr. Wolfgang Feist, vor über 28 Jahren in Darmstadt-Kranichstein. Die Reihenhäuser gelten seit dem Einzug der Familien 1991 als Pionierprojekt für den Passivhaus-Standard. Das Pionier-Passivhaus nutzt mit seiner neuen Photovoltaikanlage nun erneuerbare Energie und erhielt das Zertifikat zum Passivhaus Plus.

Passivhaus und erneuerbare Energie
Der Passivhaus-Standard lässt sich gut mit der Erzeugung erneuerbarer Energie direkt am Gebäude kombinieren. Seit April 2015 gibt es für dieses Versorgungskonzept die neuen Gebäudeklassen "Plus" und "Premium".

Passivhäuser
Mittlerweile gibt es Passivhäuser für alle Nutzungsarten: Neben Wohn- und Bürogebäuden existieren auch Kitas und Schulen, Sporthallen, Schwimmbäder und Fabriken als Passivhäuser. In Frankfurt am Main entsteht gerade die weltweit erste Passivhaus-Klinik. Das Interesse steigt stetig. Mit Blick auf den Ressourcenverbrauch der Industrieländer sowie den Klimaschutz realisieren Kommunen, Unternehmen und Privatleute einen Neubau oder eine Sanierung zunehmend im Passivhaus-Standard.

Passivhaus Institut
Das Passivhaus Institut mit Sitz in Darmstadt ist ein unabhängiges Forschungsinstitut zur hocheffizienten Nutzung von Energie bei Gebäuden. Das von Dr. Wolfgang Feist gegründete Institut belegt eine internationale Spitzen-position bei der Forschung und Entwicklung zum energieeffizienten Bauen. Dr. Wolfgang Feist erhielt unter anderem 2001 den DBU-Umweltpreis für die Entwicklung des Passivhaus-Konzepts.

Internationale Passivhaustagung
Die 24. Internationale Passivhaustagung findet vom 20. September bis 8. Oktober 2020 als Online- Veranstaltung statt. www.passivhaustagung.de

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