Fotografie verschmilzt mit Malerei – Die russische Künstlerin Katerina Belkina verbindet in ihren Werken auf einzigartige Weise Darstellungsformen der bildenden Kunst mit digitaler Bildbearbeitung

Beim Betrachten der Bilder von Katerina Belkina, ist nicht ganz klar, welches Medium man gerade vor sich hat – eine Fotografie oder ein Gemälde? In ihren Werken vereint die russische Künstlerin auf einzigartige Art und Weise Techniken der Fotografie mit Darstellungsformen der bildenden Kunst. Mit einem digitalen Pinsel verleiht sie ihren fotografischen Arbeiten eine schwerelose, traumhafte Atmosphäre und erhebt die Wirklichkeit der Momentaufnahme zu einer erweiterten und verbesserten Realität. Damit kreiert sie ihr ganz eigenes Genre. Der dreisprachig angelegte Bildband „Katerina Belkina. My Work Is My Personal Theatre“ (Deutsch, Englisch, Russisch) präsentiert nun erstmals das Werk der Künstlerin im kunsthistorischen Diskurs. Er erscheint am 15. Oktober im KOCMOC Verlag.

Im Mittelpunkt ihrer Werke steht stets der Mensch, zumeist die Frau. Dabei nimmt Belkina selbst eine dreifache Rollenbesetzung ein: Sie ist Motiv, Regisseurin und bildende Künstlerin zugleich. Basierend auf feministischen Grundsätzen zeigt die russische Künstlerin das alltägliche Leben aus einer weiblichen Perspektive, wobei die Frau nicht als Objekt dargestellt wird, sondern vor allem Energie ist. In ihrer Bildserie „Not a Man’s World“ präsentiert sie sich selbstbewusst Pfeife rauchend und mit erhobenem Zeigefinger. Belkina möchte jedoch nicht anprangern, sondern sucht vielmehr Antworten auf die Frage: Wer ist sie als Frau, Künstlerin, Mutter oder als Mitglied einer Gesellschaft?

Katerina Belkina wächst mit ihrer Mutter, ebenfalls Künstlerin, im Süd-Osten des europäischen Russlands auf. In dieser Zeit nimmt sie das visuelle Vokabular der Renaissance und des sozialistischen Realismus auf und entwickelt davon ausgehend ihre eigene Bildsprache: die künstlich erzeugte Übersteigerung fotorealistischer Bilder, die ihre Werke dem Hyperrealismus zuordnen lassen. Neben kunsthistorischen Aufsätzen umfasst der Bildband ebenfalls ein Interview mit der Künstlerin, indem sie über ihr Werk und ihren Schaffungsprozess berichtet.


Über die Künstlerin

Katerina Belkina (*1974) wuchs in Samara im südöstlichen Teil des europäischen Russlands mit ihrer Mutter, einer bildenden Künstlerin, in einer kreativen Atmosphäre auf. Sie studierte an der Petrow-Wodkin-Kunstakademie Malerei und bei Michael Musorin Fotografie. Es folgten Ausstellungen in Moskau und Paris. Katerina Belkina war 2007 für den prestigeträchtigen Kandinsky Preis in Moskau nominiert, gewann 2015 den internationalen Lucas-Cranach-Preis und 2016 den prestigeträchtigen Hasselblad Masters‘ Competition. Derzeit lebt und arbeitet sie in Werder (Havel).

Über den Verlag

KOCMOC [russ. Kosmos] konzipiert und verlegt seit 2018 Artbooks, Ausstellungskataloge, Künstlerbücher und Magazine als Print- und Digitalprodukte. Der Berliner Verlag arbeitet nach höchsten Qualitäts- und Umweltstandards – in Kooperation mit auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Druckereien in Deutschland. Einen Fokus legt KOCMOC auf die Förderung von Künstlern aus dem osteuropäischen Raum. Mit Vorliebe verlegt das Team spannende KünstlerInnen aus den Post-Ost-Regionen und bietet Ihnen Sichtbarkeit in Westeuropa.

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