Tom Sachs im SCHAUWERK Sindelfingen

Das SCHAUWERK Sindelfingen zeigt vom 22.09.2019-26.04.2020 die Retrospektive TOM SACHS. Timeline. Neben frühen und jüngst entstandenen Werken aus der Sammlung Schaufler und wichtigen internationalen Leihgaben ist die mehrteilige Rauminstallation Tea Ceremony ausgestellt. Als Highlight entwirft Sachs für das Museum eine großformatige Skulptur: die Zwillingstürme des World Trade Centers.

Schaut man auf die Website des amerikanischen Künstlers Tom Sachs stößt man auf einen Onlineshop. Dort sind Möbel, Hefte, Sticker, T-Shirts, Turnschuhe und Schweizer Pässe zu erwerben. Das Meiste ist jedoch bereits ausverkauft. Was ist das für ein Künstler, der seine Kunst über das Internet verkauft? Tom Sachs ist ein Bastler. Aus vorgefundenen Materialien baut er aufsehenerregende Gegenstände im Prinzip des DIY nach. Die Machart, Klebestellen, Schweißnähte bleiben sichtbar. Oft handelt es sich um Nachbildungen von Produkten von Luxusmarken wie Prada, Chanel und Hermès: teure Konsumgüter, die Sachs sich früher nicht leisten konnte. Neben Boom-Boxen, Guillotinen mit dem Markennamen Chanel fertig Sachs aus einer Prada-Hutschachtel ein Modell eines Konzentrationslagers. Branding-Ikonen wie Hello-Kitty-Figuren werden überdimensional nachgebildet und das berühmte Corporate Design von McDonalds wird einverleibt. Heute sind Sachs Materialmix-Objekte, ausgeführt in souveräner Basteltechnik, teils teurer als die Originale der funkelnden Warenwelt. Auch der Kunstgeschichte bedient sich der Künstler. Er nimmt was ihm gefällt, beispielsweise Werke von Constantin Brâncuşi, Peter Halley und Piet Mondrian. Einerseits kritisiert der Künstler Markenprodukte, schafft zugleich eigene, wertvollere Objekte. Das Hinterfragen des tatsächlichen Werts von Dingen und die Frage nach dem gesellschaftlichen Umgang mit Luxusgütern geschehen bei Sachs mit Witz und Ironie.

Das SCHAUWERK Sindelfingen zeigt ab dem 22. September 2019 in der großen Sonderausstellung TOM SACHS. Timeline ikonische Werke des Künstlers aus der Sammlung Schaufler sowie internationale Leihgaben. Der Titel bezieht sich auf die sieben Meter lange Arbeit Timeline (2016-2019), in der Sachs seinen Lebensweg abbildet. Der Zeitstrahl umfasst neben Aufnahmen zentraler Werke und biografischer Meilensteine auch Fotos aus Popkultur und Politik. Tom Sachs entnimmt seine Motive nicht nur der Konsumwelt, sondern auch der amerikanischen Geschichte und Identität. So baut er in Teamarbeit mit seinem Studio für die Ausstellung in Sindelfingen die Zwillingstürme des World Trade Centers vor dem 11. September 2001 nach. Neben einzelnen Objekten, entwickelt der Künstler komplette Universen zu außergewöhnlichen Ereignissen, wie zu NASA-Missionen. In seinem Space Program: Mars spielt Sachs die zahlreichen Aufgaben während einer Weltraum-mission durch. Vom Konzept, Setting bis hin zu Performance ist alles exakt geplant. Auch zu gesellschaftlichen Ritualen entstehen Alternativwelten. Das SCHAUWERK zeigt die Rauminstallation Tea Ceremony, die nach USA und Japan erstmals in Deutschland ausgestellt wird. Sachs studierte die alte japanische Tradition, transformierte sie und unterstellte das Ritual seinen Spielregeln. Alle Elemente der Zeremonie – Teehaus, Garten, Waschbecken, Koi-Teich, Teeschalen – bildete er detailreich nach. Nur die Fische im Teich sind nicht gebastelt, sondern lebendig. Mit Erfindergeist hinterfragt der Künstler kritisch den Sinn von bestehenden sozialen Ritualen und Lebensweisen.


Tom Sachs studierte Architektur an der Architectural Association School of Architecture in London und am Bennington College in Vermont. Nach seinem Abschluss arbeitete er in der Möbelwerkstatt von Frank Gehry in Los Angeles. 1990 zog er nach New York und eröffnete dort sein Studio "Allied Cultural Prosthetics". 1997 erhielt er den Architectural Association Furniture Prize. Die ersten Schlagzeilen brachte ihm die Weihnachtsschau-fensterdekoraktion bei Barneys in den 1990er Jahren ein. Seine Krippe mit Simpsons-Puppen und einer aufreizenden Hello-Kitty-Madonna und einem Hello-Kitty-Jesus löste einen Skandal aus. Bekannt wurde er zudem durch die Verteilaktion von Neun-Millimeter-Kugeln als Give-aways auf einer Vernissage. Seine Galeristin verbrachte dafür eine Nacht im Gefängnis. Die Kooperation mit dem Sportartikelhersteller Nike und der Verkauf von selbstproduzierten Schweizer Pässen löste zuletzt großes mediales Interesse aus. Die Werke des Künstlers befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Centre Georges Pompidou, des MoMA und des Metropolitan Museum of Art. Heute lebt und arbeitet Tom Sachs in New York.

Presserundgang: 19.09.2019, 11:00 Uhr
Eröffnung: 22.09.2019, 11:30 Uhr (Eintritt frei)

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