BETRIEBSBESUCH Wirtschaftsdezernent Dr. Mischak bei der Herbert Lerch Baudekoration GmbH in Schwalmtal

Das Firmengebäude in Schwalmtal-Renzendorf ist zugleich Aushängeschild der Herbert Lerch Baudekoration – nicht nur außen mit Verputz und Farbe, auch im Inneren sieht man auf dem Weg zum Büro unterm Dach verschiedenartig gestaltete Wände, eine zum Beispiel in Marmor-Optik. Geschäftsführer Torsten Lerch und Ehefrau Iris leiten seit 2013 die Firma, die 1933 von Großvater August Lerch und dessen Frau gegründet wurde. Wirtschaftsdezernent Dr. Jens Mischak hörte gespannt die Firmengeschichte und ließ sich anschließend das Gelände zeigen – Farbenlager, Halle für Gerüste, die Werkstatt und ein Oldtimer inklusive.

„Das 85-jährige Firmenjubiläum haben wir nicht wirklich gefeiert“, sagt Iris Lerch, aber man sei schon ein wenig Stolz darauf, dass der Familienbetrieb seit der Gründung bis heute fortbestehe. Sie managt neben ihrer Teilzeitbeschäftigung das Büro der Firma. Den Namen „Herbert Lerch“ wollte man bei der Geschäftsübernahme durch Sohn Torsten nicht ändern – zu gut ist der Schriftzug inzwischen bekannt. Auf Bewährtes zurückgreifen kann der Firmenchef auch bei seiner täglichen Arbeit, nämlich auf die Erfahrung seiner Altgesellen, die schon seit 25 Jahren mit ihm arbeiten.

Zusammen mit seinen vier Gesellen hat Torsten Lerch den Schwerpunkt auf Außen- und Innenputz gelegt, außerdem auf den Vollwärmeschutz, die Fachwerksanierung und Trockenbauarbeiten. „Wir hatten auch schon bis zu zehn Mitarbeiter bei Großaufträgen im Rhein-Main-Gebiet“, erzählt er, „aber wir sind davon wieder abgekommen und konzentrieren uns mehr auf Einsätze in der Region, Richtung Alsfeld und Gießen.“ Derzeit sind noch zusätzlich zwei Leiharbeiter im Einsatz, Auszubildende gibt es derzeit nicht. „Wir hatten im Sommer einen syrischen Jungen hier im Praktikum, der wirklich engagiert und ehrgeizig war“, berichtet Iris Lerch. Allerdings müsse der zuerst seinen Schulabschluss nachholen, bevor an eine Ausbildung zu denken sei.


Über die Schwierigkeiten Azubis zu finden und Gesellen zu halten, tauschte sich die Familie auch mit Bürgermeister Timo Georg und Matthias Steckenreuter von der Vogelsberg Consult GmbH aus: Wo früher noch mehrere Berufsschulklassen waren, ist heute keine einzige mehr. Wer will noch Maler lernen? Und wenn doch: Wer bleibt dann auf Dauer Geselle? Zumindest im konkreten Fall eines Leiharbeiters gibt es Grund zur Hoffnung: Der junge Mann hat Erfahrung im Beruf, doch der Abschluss fehlt ihm – hier kann die Vogelsberg Consult GmbH beim Nachholen des Berufsabschlusses unterstützen.

Die Firmengeschichte:

Der Firmengründer August Lerch stand dem Betrieb 42 Jahre bis zu seinem Tod 1975 vor. Ihm folgte sein Sohn Herbert Lerch nach, der 1952 als Geselle in die Firma einstieg und 1965 seine Meisterprüfung ablegte. Nachdem Herbert Lerch den Betrieb übernommen hatte, baute er ihn zusammen mit seiner Frau Ellen aus. Der Wirkungskreis wurde bis in das Rhein-Main-Gebiet hinein ausgeweitet. Herbert Lerch leitete die Firma bis zu seinem Tod 1989.

Seitdem firmierte der Betrieb als „Herbert Lerch Baudekoration GmbH“ und wurde von Ellen Lerch als Geschäftsführerin und ihrem Sohn Torsten als Technischer Leiter geleitet. Torsten begann seine Laufbahn in der Firma 1987 als Lehrling und legte 1992 seine Meisterprüfung ab. Nachdem Ellen Lerch über 40 Jahre in der Firma mitgewirkt hatte, zog sie sich Ende 2012 altersbedingt zurück. Seitdem leitet Torsten Lerch als Geschäftsführer mit seiner Frau Iris die Firma.

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