Irangeschäfte werden schwieriger

Die Kündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die USA verunsichert die Unternehmen in Bonn/Rhein-Sieg. Das hat eine aktuelle Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg unter exportorientierten Unternehmen ergeben. Zwar wollen die Unternehmen weiter an ihren Irangeschäften festhalten, fordern aber entsprechende Rechtssicherheit. „Die jüngste Entscheidung des US-Präsidenten zum Austritt aus dem Atomabkommen mit dem Iran schafft Unsicherheiten für die Unternehmen in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis“, resümiert Dr. Hubertus Hille, Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg die Ereignisse der vergangenen Wochen: „Dabei wird deutlich: Unsere Unternehmen wünschen sich eine klare Positionierung der deutschen und europäischen Politik gegenüber dem Iran.“

97 Prozent der Unternehmen sprechen sich bei der Umfrage gegen die Kündigung des Atomvertrags durch die USA aus. 42 Prozent votieren für eine weitere Lockerung der EU-Sanktionen, 56 Prozent fordern zumindest die aktuellen europäischen Verpflichtungen aus dem Vertrag einzuhalten – und so die Planungssicherheit für Geschäfte mit iranischen Unternehmen weiter zu gewährleisten. Trotz der aktuellen Diskussionen möchte fast jeder zweite Teilnehmer (44 Prozent) seine Geschäfte mit dem Iran noch ausbauen, ein Viertel (25 Prozent) plant den aktuellen Geschäftsumfang beizubehalten und lediglich fünf Prozent der Unternehmen geben an, dass sie ihr Irangeschäft reduzieren werden.

Die größten Probleme bei den Geschäften mit dem Iran sehen die befragten Unternehmen in den verschärften US-Sanktionen (64 Prozent). Unabhängig davon sind aber auch die Finanztransaktionen mit dem Iran ein häufig genannter Stolperstein (44 Prozent). Weiterhin werden die allgemeine Unsicherheit (41 Prozent), aber auch die EU-Sanktionen und die deutsche Exportkontrolle (je 35 Prozent) als Hindernisse genannt.


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