Ein Ventilator, 50 Pascal, ein klares Ergebnis
Das Messprinzip ist einfach. Ein leistungsstarker Ventilator wird luftdicht in eine Außentür eingebaut und erzeugt einen Unter- oder Überdruck von etwa 50 Pascal zwischen Innen- und Außenraum. Sensoren erfassen, wie viel Luft nachströmen muss, um diesen Druck konstant zu halten. Je mehr Luft benötigt wird, desto undichter ist die Gebäudehülle.
Das zentrale Ergebnis ist der n50-Wert. Er beschreibt, wie oft das gesamte Luftvolumen des Gebäudes bei 50 Pascal Druckdifferenz pro Stunde ausgetauscht wird. Ein Passivhaus erreicht einen n50-Wert von maximal 0,6 h⁻¹. Werte zwischen 1,0 und 3,0 h⁻¹ finden sich häufig bei Neubauten und sanierten Bestandsgebäuden. Werte über 5,0 h⁻¹ gelten als deutlich undicht und sind energetisch wie hygienisch problematisch. Parallel zur Messung lassen sich Leckagen beispielsweise mit Rauch, Nebel oder unterstützend durch Thermografie lokalisieren: an Fensterfugen, Rollladenkästen, Steckdosen oder den Übergängen zu Dach und Bodenplatte.
Was das neue Gebäudemodernisierungsgesetz zur Luftdichtheit vorgibt
Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das am 28. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet wurde und in wesentlichen Teilen seit dem 29. Juli gilt, bleiben auch die gesetzlichen Anforderungen an die Luftdichtheit von Gebäuden relevant. Nach § 13 GModG muss die wärmeübertragende Umfassungsfläche eines zu errichtenden Gebäudes einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig abgedichtet sein. Soll eine gemessene Luftwechselrate beim Jahres-Primärenergiebedarf berücksichtigt werden, schreibt § 26 GModG die Messung nach DIN EN ISO 9972 vor. In der Praxis ist genau dieses Differenzdruckverfahren als Blower-Door-Test bekannt.
Bei Gebäuden mit einem beheizten oder gekühlten Luftvolumen von bis zu 1.500 Kubikmetern darf die Netto-Luftwechselrate ohne raumlufttechnische Anlage höchstens 3,0 h⁻¹ und mit raumlufttechnischer Anlage höchstens 1,5 h⁻¹ betragen. Für größere Gebäude gelten stattdessen auf die Hüllfläche bezogene Grenzwerte.
Für Bauherren und Eigentümer in Wiesbaden kann die Messung darüber hinaus bei einer geförderten energetischen Sanierung relevant sein. Je nach angestrebtem Effizienzhausstandard und Fördervorhaben kann eine Luftdichtheitsmessung Bestandteil des erforderlichen Nachweises sein.
Der richtige Zeitpunkt entscheidet
Im Neubau erfolgt die Messung idealerweise nach Fertigstellung der luftdichten Ebene, aber vor dem Innenausbau. Leckagen lassen sich dann nachbessern, ohne Putz aufzustemmen oder Bauteile zu öffnen. Im Bestand hilft der Blower-Door-Test vor Beginn einer Sanierung, Schwachstellen systematisch zu identifizieren. Gerade bei älteren Gebäuden, wie sie das Wiesbadener Stadtbild prägen, kann die Luftdichtheitsmessung im Rahmen einer Energieberatung in Wiesbaden ein wichtiger Baustein der energetischen Bestandsaufnahme sein. Eine Wiederholungsmessung nach Abschluss der Arbeiten zeigt, ob die gesetzten Ziele erreicht wurden.
„Beim Blower-Door-Test sehen wir, an welchen Stellen unkontrolliert Luft durch die Gebäudehülle strömt. Diese Erkenntnisse sind oft überraschend und für viele Eigentümer der erste echte Aha-Moment in der Sanierung“, sagt André Heid, Energieberater und Geschäftsführer.
Erfahrungsgemäß lohnt sich die Messung auch außerhalb konkreter Bauvorhaben, wenn Anzeichen für Undichtigkeiten vorliegen: spürbare Zugluft, hohe Heizkosten trotz neuer Technik oder Feuchtigkeitsprobleme. Gelangt warme, feuchte Raumluft durch Leckagen in kühlere Bereiche der Konstruktion, kann dort Feuchtigkeit kondensieren. Auf Dauer drohen verborgene Schäden an der Bausubstanz bis hin zu Schimmelbildung.
Überschaubarer Aufwand, hoher Erkenntniswert
Bei einem Einfamilienhaus dauert ein Blower-Door-Test inklusive Vorbereitung, Messung und Auswertung in der Regel zwei bis drei Stunden. Die Kosten liegen je nach Aufwand, Gebäudetyp und Umfang der Dokumentation meist im mittleren dreistelligen Bereich. Das ist ein überschaubarer Betrag im Verhältnis zu den Folgekosten, die eine unentdeckte Leckage verursachen kann.
Wer den energetischen Zustand seiner Immobilie umfassend einordnen möchte, kann die Luftdichtheitsmessung mit einer weitergehenden Analyse verbinden. Die zertifizierten Energie berater der Heid Energieberatung Wiesbaden prüfen Gebäudehülle, Heiztechnik und Lüftung direkt am Objekt und klären auf Wunsch, welche Fördermittel von KfW oder BAFA für das jeweilige Vorhaben infrage kommen.
Über Heid Energieberatung in Wiesbaden
Die Heid Energieberatung zählt zu den führenden Fachunternehmen für Energieeffizienz in Deutschland. Mit über 220 zertifizierten Energieeffizienz-Experten auf der Liste der Deutschen Energie-Agentur (dena) unterstützt das Unternehmen jährlich zahlreiche Privatpersonen, Unternehmen und öffentliche Auftraggeber bei der energetischen Optimierung. Das Leistungsspektrum reicht von Energieaudits und Sanierungsfahrplänen über Fördermittelberatung bis hin zur energetischen Baubegleitung. Die Berater sind für Förderprogramme von BAFA und KfW zugelassen und kombinieren energetisches Fachwissen mit umfassender Gebäudekompetenz. Gegründet 2005 von André Heid, ist das inhabergeführte Unternehmen heute bundesweit tätig.
Weitere Informationen: https://www.heid-energieberatung.de/Wiesbaden/
Heid Immobilien GmbH
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