Das Schwierigste sei, sein Herz nicht zu verlieren. Nicht zu verbittern angesichts des ständigen Schmerzes und sich nicht an das Leid der Menschen zu gewöhnen. „Jeden Tag hören wir Geschichten von zerstörten Häusern, zerbrochenen Familien, Verwundeten und Vertriebenen.“ Das Schwerste sei, bei den Menschen zu bleiben, wenn man keine einfachen Antworten geben könne, ihnen aber dennoch Präsenz, Gebet und Hoffnung schenken muss.
Die Kirche ein Ort der Stütze
„Eine besondere Verantwortung tragen wir für Pastoren und Gemeinden, die unter Beschuss stehen und trotzdem anderen helfen“, so Lew Wertylo. „Du sorgst dich nicht nur um deinen eigenen Dienst, sondern um das Leben jedes einzelnen Mitarbeitenden. Und vielleicht ist das Schwerste, den Menschen beizubringen, Gott zu vertrauen, wenn die Angst größer scheint als der Glaube, und dieses Vertrauen Tag für Tag neu zu wählen.“
Heute sei die Kirche vor allem ein Ort der Stütze. Für Gläubige sei sie ein geistliches Zuhause, in dem sie Gebet und Unterstützung finden. Die Gemeinden zeigten, dass Glaube keine abstrakte Idee ist, sondern sich in konkreter Fürsorge manifestiere. Was dabei helfe, standzuhalten, sei ein lebendiger Glaube, der im Leben geprüft wurde. Kirche sei heute weniger ein Gebäude als vielmehr eine Schulter an der Seite: geteiltes Brot, gemeinsames Gebet und die Bereitschaft, füreinander da zu sein. Der Glaube sei echter und erprobter geworden. Früher wäre er für viele vielleicht Tradition oder Teil eines gewohnten Lebens gewesen. Heute sei er ein Anker, der das Leben trägt.
Der Krieg habe gelehrt, Gott nicht abstrakt, sondern ganz konkret zu vertrauen: in unruhigen Nächten, in der Sorge um die Kinder, bei Verlusten. „Hoffnung gibt mir das Leben der Menschen selbst – ein Glaube, der durch Leiden geprüft, aber nicht zerbrochen wurde“, betont Wertylo. „Wenn man Geschichten hört, wie der Herr geholfen hat, und wenn man wiederaufgebaute Häuser und geheilte Herzen sieht, dann versteht man: Gott wirkt weiterhin.“
Die Märzausgabe der Zeitschrift Adventisten heute ist online unter https://advent-verlag.de/zeitschriften/lesen-aheu-3-26/ zu lesen.
Adventisten in der Ukraine
Zur Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gehören in der Ukraine 46.240 mündig getaufte Mitglieder in rund 800 Kirchengemeinden und 200 Gruppen. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Ukraine ist Teil des weltweiten ADRA-Netzwerks, das aus 119 eigenständigen nationalen Büros besteht, und engagiert sich seit Beginn des Krieges kontinuierlich in der humanitären Unterstützung der Zivilbevölkerung. Ziel der Arbeit sei es, Menschen Schutz, Wärme und praktische Unterstützung zu bieten und ihnen auch unter schwierigen Umständen Hoffnung zu vermitteln. Gegenwärtig arbeiten bei ADRA Ukraine über 350 Personen. Internet: www.adra.ua/de
Adventistischer Pressedienst Deutschland APD
Sendefelderstr. 15
73760 Ostfildern
Telefon: +49 4131 9835-533
http://www.apd.info
Chefredakteur
Telefon: +49 (4131) 9835-521
E-Mail: lobitz@apd.info
![]()
