Buchrezension
Martin Haase: Daily Leadership Snacks. 61 Impulse für das Überleben im Führungsalltag
Institut für charismatisches Führen (ICF)
160 Seiten, 22 Euro
ISBN-13: 978-3-9827927-0-5
61 Impulse zum Reflektieren der eigenen Methoden füllen das Büchlein mit über 150 Seiten. Es gibt einen kurzen Prolog und einen Epilog, der die einzelnen Kapitel einrahmt. Themen wie Charakter, Kompetenz, Verantwortung, Wandel, Kreativität und Innovation werden angesprochen und aufbereitet. Dazu gibt es jeweils eine kurze literarische Ebene, eine akademische Ebene, eine persönliche Reflexionsfrage und einen prägnanten Schlussgedanken. Es gibt viel Platz für eigene Logbucheinträge und Ideen. Der Druck ist zweifarbig gestaltet und der Text locker gesetzt.
Die literarische Ebene führt ins Thema ein, die akademische Ebene führt es aus. Hier fallen Stichwörter wie Authentic-Leadership-Theorie, Error-Managemant-Culture, Growth Mindset, LMX-Theorie, Modeling, Triple Bottom Line, Decision Hygiene, Bounded Rationality, die auf wissenschaftliche Modelle verweisen. Allerdings sind diese tatsächlich nur als Verweis gedacht und werden nicht weiter ausgeführt. Die Reflexionsfrage möchte dann von der Theorie in die alltägliche Praxis führen. Ein kurzer Schlussgedanke rundet ab.
Die einzelnen Schritte sind gut durchdacht und didaktisch klug gewählt. Der anfängliche Bezug zur Literatur schafft ein Sprachbild, das emotional öffnet. Durch den Modellbezug wird schnell klar, dass das Büchlein für Fachkräfte geschrieben wurde, die sich im Management auskennen und die Schlagwörter zuzuordnen wissen. Das gibt dem Buch die inhaltliche Tiefe, auch wenn es knapp geschrieben wurde. Die Fragen führen ins (Selbst-)Gespräch. Allerdings würde man sich an so mancher Stelle wünschen, dass die Modelle etwas ausführlicher dargestellt werden, damit der inhaltliche Bezug stärker wird. Auch hätte ein kurzes Beispiel dem Aufbau gutgetan, wie es an der einen oder anderen Stelle in der Zusammenfassung geschieht.
Den Ausführungen des christlichen Autors sind die gesammelten Lebenseinsichten aus dem Führungsalltag abzuspüren. Die klar erkennbare Ethik gibt den Texten einen roten Faden. Führung ohne feste Verankerung in einem moralischen Fundament führt langfristig nirgendwohin. Der Fokus allein auf die Gewinnmaximierung trägt eine Führungskraft nicht durch den Führungsalltag. Wer sich selbst nicht führen kann, sollte auch andere nicht anleiten. So kann die Widmung „Nur wer dienen will, kann führen” auch als Aufforderung verstanden werden, die eigenen Denkvoraussetzungen einmal gründlich zu prüfen. Letztlich wird klar: Gute Führung und Leitung bestehen im Kern aus Vertrauen. Und das muss sich eine Führungskraft erst einmal erarbeiten.
Claudia Mohr
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Das Buch ist erhältlich bei https://shop.icf-institut.de/ und
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