Ausschreibungen im Straßenbau: Warnung der BVMB bestätigt sich
Aktuelle Rückmeldungen aus dem Mitgliederkreis zeichnen inzwischen ein kritisches Bild. Zwar werden Leistungen etwa für Verkehrssicherung, Fahrzeugrückhaltesysteme, Markierungen oder Rodungsarbeiten ausgeschrieben. Bei größeren Straßenbaumaßnahmen nehmen Unternehmen dagegen derzeit eine deutliche Zurückhaltung wahr. „Ob man von einem formalen Ausschreibungsstopp spricht oder nicht, ist für die Unternehmen am Ende zweitrangig. Entscheidend ist, was tatsächlich am Markt ankommt. Und das ist derzeit zu wenig“, erklärt Daniel Jonas, Geschäftsführer der BVMB. „Was heute nicht ausgeschrieben wird, fehlt den Unternehmen im Auftragsvorlauf für 2027. Genau vor diesem zeitlichen Problem haben wir frühzeitig gewarnt.“
Baureif reicht nicht: Jetzt müssen Aufträge auf den Markt
Mit Blick auf die anstehenden Entscheidungen zum Bundeshaushalt 2027 und zur Kreditfähigkeit der Autobahn GmbH des Bundes fordert die BVMB schnellstmöglich Klarheit über die Finanzierung der Bundesfernstraßen. Entscheidend sei nicht allein, welche Investitionssummen politisch angekündigt werden, sondern dass die Mittel rechtzeitig und verlässlich für konkrete Projekte zur Verfügung stehen. „Die Bauwirtschaft braucht jetzt Planungssicherheit. Die Finanzierung muss für 2027 zeitnah gesichert werden, damit neue Projekte auf den Weg gebracht werden können. Ebenso wichtig ist eine belastbare Vergabevorschau, aus der hervorgeht, welche Maßnahmen wann und wo ausgeschrieben werden sollen. Nur so können die Unternehmen Personal, Geräte und Kapazitäten vorausschauend planen“, fordert Jürgen Faupel. „Wir dürfen nicht wieder in eine Situation geraten, in der vorhandene Kapazitäten ungenutzt bleiben, obwohl der Investitions- und Sanierungsbedarf unserer Infrastruktur unbestritten hoch ist.“
„Baureife Projekte allein verbessern noch keine Straße und sanieren noch keine Brücke. Dafür müssen sie ausgeschrieben, vergeben und gebaut werden“, fasst Daniel Jonas die Position des Verbandes zusammen und erinnert an das Versprechen des Bundeskanzlers: „Alles, was baureif ist, wird gebaut.“
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