Personalsuche 2026: Auf eine Neueinstellung kommen 16 Bewerbungen, aber nur rund vier davon halten die Betriebe für geeignet

Wer im Herbst 2026 eine Fachkraft sucht, bekommt mehr Zuschriften als früher und weniger passende. Für die Personalsuche in Betrieben hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung am 3. September 2026 seine Stellenerhebung für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Danach gab es bundesweit rund 1,02 Millionen offene Stellen, 129.800 oder rund 11 Prozent weniger als im Vorquartal. Die Zahl der Bewerbungen je sozialversicherungspflichtiger Neueinstellung stieg zwischen 2022 und 2025 von durchschnittlich neun auf 16. Privat stellt sich dieselbe Auswahlfrage im Kleinen, etwa bei der Suche nach Lernbegleitung – dazu gibt es Hinweise zur Auswahl einer passenden Lehrkraft.

Wie sich die Zahl der offenen Stellen im zweiten Quartal 2026 verschoben hat

Die Arbeitskräftenachfrage ist im Frühjahr 2026 deutlich zurückgegangen. Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung waren bundesweit rund 1,02 Millionen Stellen zu besetzen. Gegenüber dem zweiten Quartal 2025 fiel der Rückgang mit 35.000 Stellen oder rund 3 Prozent kleiner aus als gegenüber dem Vorquartal. Der Arbeitsmarktforscher Alexander Kubis ordnet das so ein, dass die Arbeitskräftenachfrage seit 2016 nicht mehr auf einem so niedrigen Niveau lag, ausgenommen die Corona-Lockdowns im Jahr 2020.

Die Stellenerhebung des Instituts weist für das zweite Quartal 2026 diese Werte aus:

  • In Westdeutschland waren 820.400 Stellen offen, in Ostdeutschland 203.000.
  • Rund 81 Prozent der Stellen waren sofort zu besetzen und damit bereits unbesetzt.
  • Auf 100 ausgeschriebene Stellen kamen bundesweit 291 arbeitslos gemeldete Personen.
  • In Ostdeutschland lag dieser Wert bei 339, in Westdeutschland bei 279.
  • Ausgewertet wurden Antworten von 8.529 Arbeitgebern aller Wirtschaftsbereiche.

Die Relation zwischen Arbeitslosen und Stellen stieg damit um 14 Personen gegenüber dem Vorjahresquartal und um 27 gegenüber dem Vorquartal. Ein höherer Wert bedeutet für Arbeitgeber eine leichtere Besetzung und für Suchende einen schwereren Einstieg.

Warum mehr Zuschriften nicht mehr Auswahl bedeuten

Der Zuwachs an Bewerbungen erhöht den Sortieraufwand, nicht die Trefferzahl. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung waren von den durchschnittlich 16 Bewerbungen des Jahres 2025 aus Sicht der Betriebe nur rund vier grundsätzlich für die ausgeschriebene Tätigkeit geeignet, also 28 Prozent. Fast zwölf Zuschriften je Neueinstellung galten den Betrieben damit als ungeeignet.

Das Institut nennt dafür zwei Erklärungen und kennzeichnet die zweite ausdrücklich als Möglichkeit. Einmal erworbenes Wissen veraltet in Phasen starken wirtschaftlichen Umbaus schneller, sodass Angebot und betriebliche Nachfrage auseinanderlaufen. Zugleich steigt der Wettbewerb um die kleiner gewordene Zahl freier Stellen, was Suchende dazu bewegen dürfte, sich auch auf weniger passende Angebote zu bewerben. Wer eine Qualifikation kurzfristig nachziehen will, steht vor der Formatfrage – dazu gibt es eine Abwägung von Online-Coaching gegenüber Präsenzterminen.

Die Angabe zur Eignung gibt allein die betriebliche Sichtweise wieder. Eine unabhängige Prüfung der eingegangenen Unterlagen steht hinter dieser Quote nicht.

Wo Fachwissen besonders schwer zu treffen ist

Mit steigendem Anforderungsniveau sinkt der Anteil brauchbarer Bewerbungen. Für die Niveaus Spezialist und Experte, unter die in der Regel akademische Abschlüsse sowie Meister und Techniker fallen, liegt der Anteil geeigneter Zuschriften laut der Auswertung bei durchschnittlich 23 Prozent. Im Helfer- und im Fachkraftbereich fällt er höher aus.

Die Zahl der Bewerbungen steigt zugleich mit der Betriebsgröße und mit dem Anforderungsniveau. Die meisten Zuschriften melden Betriebe im Berufssektor der informationstechnischen und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufe, die wenigsten im Bereich personenbezogener Dienstleistungen.

„Eine Suche, die 16 Zuschriften einbringt und vier brauchbare, ist kein Nachfrageproblem, sondern ein Sortierproblem. Wer vorher genau beschreibt, welche Qualifikation gebraucht wird, verlagert die Auswahlarbeit nach vorn, statt sie zu vervielfachen“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Was Betriebe für ihre Personalsuche aus den Zahlen ablesen können

Die Erhebung erlaubt keine Aussage über einzelne Berufe oder Regionen unterhalb der Ebene West und Ost. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung untersucht mit der Stellenerhebung seit 1989 viermal jährlich das gesamte Stellenangebot, also auch jene Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden.

Für die kommenden Monate gibt die Erhebung einen einfachen Prüfmaßstab vor. Wer im September 2026 eine Stelle ausschreibt, sollte den Aufwand für die Vorauswahl nicht an der Zahl der Zuschriften bemessen, sondern an der Zahl der Zuschriften, die das Anforderungsprofil überhaupt erreichen. Die nächsten Vergleichswerte für das dritte Quartal 2026 legt das Institut turnusgemäß im weiteren Jahresverlauf vor.

Über die Provimedia GmbH

Die Provimedia GmbH ist ein Online-Verlag mit Sitz in der Region Stuttgart. Wir schaffen wertvolle Informationen in unterschiedlichen Branchen um Wissen schnell und einfach zugänglich zu machen. Wir haben uns auf übersichtliche Webseiten und Auffindbarkeit von Informationen spezialisiert.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Provimedia GmbH
Weidenweg 12
74321 Bietigheim-Bissingen
Telefon: +49 (7142) 3442727
Telefax: +49 (7142) 2279985
http://provimedia.de

Ansprechpartner:
Alexander Weipprecht
CEO
Telefon: +49 (7142) 3442727
E-Mail: info@provimedia.de
Für die oben stehende Story ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.

counterpixel