Wie sich der physische Musikmarkt im ersten Halbjahr entwickelt hat
Der physische Markt insgesamt ist um 5,3 Prozent gewachsen. Getragen wurde das Wachstum laut dem Verband von starken Albumveröffentlichungen im Frühjahr. Das Verhältnis von digitalen zu physischen Erlösen liegt bei 86,4 zu 13,6.
„Ein physischer Tonträger, der neben dem Streaming weiter zulegt, ist kein Rückblick, sondern eine bewusste Kaufentscheidung. Das verändert die Anforderungen an die Wiedergabekette stärker als an das Repertoire“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Warum die Compact Disc trotz des kleineren Zuwachses vorn bleibt
Die Compact Disc (CD) hat nach Angaben des Verbands im selben Zeitraum um 0,8 Prozent zugelegt und liegt weiterhin vor der Schallplatte. Der Abstand ist rechnerisch klein: Bei 47,8 Prozent Anteil am physischen Segment fehlen der Langspielplatte gut zwei Prozentpunkte zum Gleichstand.
Beide Tonträger wachsen also gleichzeitig, während der Gesamtmarkt vom Streaming getragen wird. Nach Angaben des Bundesverbands entfallen 84,4 Prozent der Branchenerlöse auf Abonnements und werbefinanzierte Dienste, die im ersten Halbjahr um 5,5 Prozent zulegten.
Woraus sich der Halbjahresreport 2026 im Einzelnen zusammensetzt
Der Verband weist Erlöse auf zwei Ebenen aus: die Industrieerlöse der Labels und den Umsatz auf Handelsebene.
Kennzahl / Erstes Halbjahr 2026
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Branchenerlöse der Musikindustrie / 670 Millionen Euro, ein Plus von 5,4 Prozent.
Umsatz auf Handelsebene / 1,221 Milliarden Euro.
Anteil Streaming an den Erlösen / 84,4 Prozent, ein Plus von 5,5 Prozent.
Physisches Segment / ein Plus von 5,3 Prozent.
Anteil der Schallplatte am physischen Segment / 47,8 Prozent, ein Plus von 9,8 Prozent.
Was der Zuwachs bei Vinyl für die analoge Wiedergabekette bedeutet
Ein wachsender Absatz an Schallplatten trifft auf eine Wiedergabekette, die mehr Bauteile braucht als ein Streamingdienst. Zwischen Tonabnehmer und Verstärker steht eine Entzerrvorstufe, die das aufnahmeseitig abgesenkte Bassband wieder anhebt und den sehr niedrigen Ausgangspegel des Abtastsystems anpasst. Ohne diese Stufe bleibt eine Schallplatte an einem modernen Verstärker praktisch unhörbar.
Viele aktuelle Vollverstärker haben keinen entsprechenden Eingang mehr. Eine Einordnung zu Röhrenvorstufen für Schallplattenspieler beschreibt, worin sich Röhren- und Halbleiterlösungen im Rauschverhalten unterscheiden.
Ob sich der Zuwachs im zweiten Halbjahr 2026 fortsetzt, hängt am Veröffentlichungskalender. Das Weihnachtsquartal entscheidet bei physischen Tonträgern traditionell über einen erheblichen Teil des Jahresabsatzes, und der Verband führt das Plus des ersten Halbjahres ausdrücklich auf starke Albumveröffentlichungen zurück.
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