Kohlenmonoxid – der stille Tod

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  • CO schon in geringer Konzentration lebensgefährlich
  • Vorsicht bei Kohlegrills, Gasthermen, Öfen und Pelletlagern
  • Heizanlagen regelmäßig warten lassen und CO-Warnmelder installieren

Die Brandschutzexperten von DEKRA warnen vor Vergiftungsgefahren durch Kohlenmonoxid (CO). Immer wieder geschehen im Alltag schwere Unfälle, beispielsweise durch defekte Heizanlagen, Generatoren oder Kohlegrills in Innenräumen. Schon in geringer Konzentration in der Atemluft kann das Gas zum Tod führen. Neben Sorgfalt und Vorsicht mit den typischen Gefahrenquellen schützen CO-Melder, die vor gefährlichen Konzentrationen des Gases warnen.

„Kohlenmonoxid kann überall dort entstehen, wo Stoffe unvollständig verbrennen. Es tritt bevorzugt in schlecht belüfteten Bereichen auf, in denen unzureichend Luftsauerstoff zugeführt wird“, erklärt Lars Inderthal, Brandschutzexperte bei DEKRA. „Typische Quellen sind schlecht gewartete Gasthermen, verstopfte Abluftrohre von Gasheizungen sowie defekte Öfen oder Kamine.“

Hoch gefährlich ist zudem der Betrieb von Holzkohlegrills, Heizpilzen oder Generatoren in Innenräumen. Auch in Shisha-Bars können bei unzureichender Belüftung CO-Vergiftungen auftreten. Selbst beim Lagern von Pellets ist Vorsicht geboten. Insbesondere frische Holzpellets setzen Kohlenmonoxid frei. Für diese gefährdeten Bereiche empfiehlt DEKRA die Installation eines speziellen CO-Warnmelders.

Kann man Kohlenmonoxid riechen?
Viele Personen gehen fälschlicherweise davon aus, man könne das CO-Gas am Geruch erkennen. „Das ist ein Irrtum“, betont DEKRA Experte Lars Inderthal. „Mit seinen Sinnen kann man Kohlenmonoxid nicht wahrnehmen. Als geruch- und farbloses Gas bleibt es oft unbemerkt, wenn es sich ausbreitet. Es kann sogar Wände durchdringen.“ Die ersten Vergiftungssymptome sind Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit; deshalb denken Personen meist nicht an eine Vergiftung. Das gefährliche Atemgift bindet sich ans Hämoglobin im Blut und behindert so die Sauerstoffversorgung der Zellen.

Im Jahr 2024 kamen in Deutschland 382 Menschen durch die toxische Wirkung von CO ums Leben, 1.834 Personen wurden vollstationär im Krankenhaus behandelt, berichtet das Statistische Bundesamt. „Viele Vergiftungen durch Kohlenmonoxid sind auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen“, betont Lars Inderthal. „Ganz wichtig ist, mit Feuerstellen achtsam umzugehen und Anlagen regelmäßig warten zu lassen.“

Wichtig ist zu wissen: CO-Warnmelder können nicht ersatzweise für die gesetzlich vorgeschriebenen Rauchwarnmelder verwendet werden. Ein Brand in der Wohnung wird durch Rauchwarnmelder wesentlich früher erkannt als durch CO-Warnmelder.  

Schutz vor CO-Vergiftungen

Wie können sich Verbraucherinnen und Verbraucher vor einer CO-Vergiftung schützen? Hier die Hinweise von DEKRA:

  • Orte gut belüften: Überall, wo Kohle, Holz, Gas, Öl, Benzin und Alkohole verbrannt werden, ist eine gute Belüftung sehr wichtig: Dort muss Frischluft ständig zu- und Abluft abfließen. Beim privaten Grillen, für Gasheizungen, Kohleöfen und Tiefgaragen gilt das ebenso wie für gewerbliche Shisha-Bars, Indoor-Kart-Bahnen und Pelletlager.
  • Vorsicht in Innenräumen: Gas- und Holzkohlegrills, gasbetriebene Heizpilze und Heizstrahler sowie ähnliche Geräte dürfen unter keinen Umständen in Innenräumen betrieben werden. Ein tödliche Fehler der immer wieder vorkommt ist es, einen nachglühenden Holzkohlegrill zum Abkühlen ins Haus stellen!
  • Heizung warten lassen: An Gasthemen, Gas- oder Ölheizungen kann Kohlenmonoxid entstehen, wenn beispielsweise die Abluftrohre verstopft sind und es einen Abgasstau gibt. Solche Anlagen brauchen eine regelmäßige Wartung durch Fachleute.
  • CO-Warnmelder installieren: CO-Warnmelder – nicht mit Rauchmeldern verwechseln! – geben ein Warnsignal ab, wenn der Grenzwert von CO überschritten wird. Das heißt: Achtung, Lebensgefahr! Wichtig ist er überall dort, wo Stoffe verbrannt werden. Ebenso wichtig ist ein regelmäßiger Funktionstest der Melder alle vier Wochen.
  • Tipps für den Alarm: Bei einem CO-Warnsignal dürfen betroffene Personen keine Zeit verlieren. Sie sollen sofort mehrere Fenster und Türen öffnen und stoßlüften. Falls die Ursache unklar ist, heißt es das Haus zu verlassen und die Feuerwehr zu alarmieren (Notruf 112).
Über den DEKRA e.V.

Seit mehr als 100 Jahren steht DEKRA für Sicherheit. 1925 mit dem ursprünglichen Ziel gegründet, die Verkehrssicherheit durch Fahrzeugprüfungen zu gewährleisten, hat sich DEKRA zur weltweit größten unabhängigen nicht börsennotierten Sachverständigenorganisation im Bereich Prüfung, Inspektion und Zertifizierung entwickelt. Heute begleitet das Unternehmen als globaler Partner seine Kunden mit umfassenden Dienstleistungen und Lösungen, um Sicherheit und Nachhaltigkeit weiter voranzutreiben. Im Jahr 2025 hat DEKRA einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro erzielt. Mehr als 48.000 Mitarbeitende sind in etwa 60 Ländern auf fünf Kontinenten mit qualifizierten und unabhängigen Expertendienstleistungen im Einsatz. DEKRA gehört mit dem Platinum-Rating von EcoVadis zum besten 1% der nachhaltigsten Unternehmen weltweit.

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