Warum entsteht Schimmel in Blumenerde?
Blumenerde ist ein lebendiges System. Während früher überwiegend torfbasierte Substrate verwendet wurden, bestehen moderne, torfreduzierte oder torffreie Erden auch aus Materialien wie Holzfasern, Kompost oder Rindenhumus. Diese organischen Bestandteile können durch natürliche Prozesse – ähnlich wie im Wald- und Gartenboden – abgebaut werden.
Bei der Schimmelbildung handelt es sich in der Regel um sogenannte saprophytische Pilze. Diese Mikroorganismen zersetzen abgestorbenes organisches Material – ein völlig natürlicher Vorgang.
Schimmelbildung wird durch folgende Faktoren begünstigt:
- Hohe Feuchtigkeit
- Wärme
- Geringe Luftzirkulation
- Biologisch instabiles Ausgangsmaterial
Gerade in Innenräumen entstehen schnell Bedingungen, unter denen sich Pilze sichtbar entwickeln können.
Ist Schimmel in Blumenerde gefährlich?
In der Regel ist Schimmel auf Blumenerde weder für Pflanzen noch für Menschen schädlich. Die Pilze greifen keine lebenden Pflanzenteile an, sondern bauen lediglich organisches Material ab.
Eine Ausnahme kann bei empfindlichen Personen bestehen: Wenn sich viele Sporen in der Raumluft befinden, können Allergiker oder empfindliche Menschen darauf reagieren.
Was hilft gegen Schimmel auf Blumenerde?
Mit einfachen Maßnahmen lässt sich Schimmel schnell entfernen oder vorbeugen.
Die richtige Erde wählen
Hochwertige Erden enthalten stabilisierte Ausgangstoffe u.a. zum Beispiel auch ausgereiften Kompost der höchsten Güteklasse. Allein durch die biologische Stabilität reduziert sich das Risiko einer Schimmelbildung erheblich. Speziell für Innenräume gibt es mittlerweile Erden mit besonderer Struktur, die an der Oberfläche sehr gut abtrocknen und die Gefahr von Staunässe deutlich reduzieren (z. B. Zimmerpflanzenerde von frux). Dadurch bieten sich kaum Möglichkeiten für die Besiedelung mit Schimmelpilzen und auch für Trauermücken sind stabile, gut abtrocknende Erden wenig attraktiv. Gleichzeitig hält die Erde im Inneren ausreichend Feuchtigkeit, umso besser, wenn sie frischen Naturton enthält.
Konkrete Maßnahmen gegen Schimmel
- Erde auflockern: Mehr Sauerstoff hemmt Schimmel und stärkt nützliche Mikroorganismen.
- Richtig gießen: Nur nach Bedarf wässern, idealerweise von unten (5-10 Minuten im Wasserbad).
- Umtopfen bei starkem Befall: Alte Erde vollständig entfernen und durch frische ersetzen.
- Regelmäßig lüften: Reduziert Luftfeuchtigkeit und verbessert das Raumklima.
- Mit Granulat abdecken: Luft- und wasserdurchlässige Materialien wie Bims halten die Oberfläche trocken und schimmeln nicht.
Hausmittel gegen Schimmel
- Zimt: Dünn auf die Erde streuen und Pflanze anschließend von unten wässern.
- Kaffeesatz (trocken): Aufstreuen, nicht von oben gießen und regelmäßig erneuern.
Welche Rolle spielt die Lagerung?
Feuchtigkeit und Wärme begünstigen eine Schimmelbildung. Erden von hoher Qualität werden gebrauchsfertig ausgeliefert, also mit einer gewissen Feuchtigkeit, damit die Erde sofort verwendet werden kann und z.B. vor der Verwendung nicht erst noch gewässert werden muss. An der Kontaktstelle zwischen der Innenseite der Folie und der Oberfläche der Erde herrscht oft „gespannte Luft“. In wenigen Fällen kann es bei einer Lagerung genau an dieser Kontaktstelle oberflächlich zu einer Schimmelbildung kommen. Aber eher selten. Falls Schimmel auftritt, kann die Erden ohne weiteres verwendet werden. Der Schimmel verschwindet in der der Regel sofort, wenn die Erde gelockert und belüftet wird.
Fazit: Keine Panik bei Schimmel auf Blumenerde
Ein weißer Belag oder kleine Pilze auf der Erde sind meist kein Grund zur Sorge. Sie zeigen, dass biologische Prozesse stattfinden. Mit der richtigen Pflege, angepasstem Gießverhalten und guter Belüftung lässt sich Schimmel zuverlässig vermeiden oder beseitigen – ganz ohne chemische Mittel.
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