„Unser Pferd war 28 Jahre bei uns“ – Abschied von einem lebenslangen Weggefährten

Für Monika H. aus dem Münsterland war ihr Hannoveraner Wallach Arko nicht einfach nur ein Tier, das sie besaß. Er war ihr Weggefährte. Als er im vergangenen Winter starb, begann eine Reise, mit der sie nicht gerechnet hatte.

„Ich wusste, dass der Moment irgendwann kommt", sagt Monika H., Mitte fünfzig, Reiterin seit ihrer Kindheit. „Aber man glaubt irgendwie trotzdem, dass er nicht kommt. Und dann steht man in der Box, und er ist weg. Und man hat keine Ahnung, was jetzt passiert."

Was in den Stunden nach Arkos Tod passierte, beschreibt sie rückblickend als „eine Art Nebel, aus dem ich eigentlich nur durch eine Stimme am Telefon rausgeholt wurde." Die Stimme gehörte Christian Speda von Animalium in Waltrop.

Ein Anruf, der alles veränderte

„Ich hatte vorher noch nie von Animalium gehört", sagt Monika H. „Meine Tierärztin hat mir die Nummer gegeben. Ich dachte, das wird eine Behörde, die mir sagt, was ich tun muss. Stattdessen hat jemand abgenommen, der zugehört hat." Speda erklärte ihr ruhig, was in den nächsten Stunden zu tun war, welche Formulare benötigt werden, wie das Veterinäramt kontaktiert wird. Animalium übernahm die Korrespondenz komplett.

Noch am selben Tag, wenige Stunden nach der Genehmigung durch das Veterinäramt, kam das Team aus Waltrop. Mit einer speziellen Zugmaschine, einem breiten Anhänger und einem Verladeaufbau, der Monika H. bis heute nicht mehr loslässt: „Die haben Arko so behutsam verladen. So ruhig. Einer hat seinen Kopf gehalten, einer hat die Winde bedient. Ich hab gezittert – und die waren so ruhig. Das hat mich irgendwie gehalten."

ERFAHRUNGSBERICHT

„In Waltrop haben sie Arko aufgebahrt. In einer Holzkiste mit Stroh. Ich konnte eine Decke mitbringen – seine Lieblingsdecke, die er immer im Herbst getragen hat. Meine Tochter hat einen Brief geschrieben, mein Mann hat eines von Arkos Halftern reingelegt. Wir haben uns verabschiedet, als wären wir bei einem Menschen. Und es hat sich genau so angefühlt."

„Als er dann in den Ofen gefahren wurde habe ich geweint. Aber ich habe auch gewusst: das ist richtig. Das ist, wie es sein sollte. Er hatte 28 Jahre lang ein gutes Leben. Er hatte am Ende einen guten und würdevollen Abschied."

Monika H., Münsterland (Name geändert)Was dieser Abschied leistete

Monika H. hat Arkos Asche mit nach Hause genommen – einen Teil in einer kleinen Urne, den Rest ließ sie auf dem Streubeet des Animalium-Geländes beisetzen. Den Gedenkgarten in Waltrop hat sie seitdem dreimal besucht. „Ich weiß, dass das vielleicht seltsam klingt. Aber es hilft. Es gibt einem das Gefühl, dass er noch irgendwo ist."

Für Christian Speda ist das keine Ausnahme, sondern der Normalfall. „Pferdebesitzer haben eine Beziehung zu ihrem Tier, die mit nichts anderem vergleichbar ist. 28 Jahre – das ist die halbe Lebenszeit eines Menschen. Da darf der Abschied nicht anonym sein."

Animalium hat seit seiner Eröffnung im Oktober 2024 Anfragen aus ganz Deutschland erhalten. Pferdebesitzer reisen an, schicken ihre Tiere aus hunderten Kilometern Entfernung. Weil sie einen Ort suchen, an dem auch ein Pferd würdevoll verabschiedet werden darf.

Über die Animalium Tierkrematorium GmbH

Das Animalium Tierkrematorium mit Sitz in Waltrop wurde 2023 gegründet und ist das einzige Pferdekrematorium in Nordrhein-Westfalen. Das Unternehmen bietet Einäscherungen für Tiere jeder Größe – vom Kleintier bis zum Pferd – an und unterstützt Tierhalterinnen und Tierhalter mit verschiedenen Abschiedsmöglichkeiten.

Zum Leistungsangebot gehören Einzel- und Gemeinschaftskremierungen, ein Kolumbarium, ein Abschiedsraum sowie eine Streuwiese. Ziel ist es, einen transparenten und verlässlichen Rahmen für eine würdige Form des Abschieds zu schaffen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.animalium.nrw

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Zur Pannhütt 50
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